Historie
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06.05.2010 10:21:31
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Tränen unter Freunden
Markus Münch (vorne) schießt den 1.FC Kaiserslautern in die 2. Bundesliga
Es war schon eine herzzerreißende Szene, die sich nach dem 34. Spieltag der Saison 1995/96 vor laufenden Kameras ereignete. Rudi Völler nahm den weinenden und völlig aufgelösten Andreas Brehme in den Arm, um ihn zu trösten. Doch was war passiert?
Am 18. Mai 1996 fand das "Endspiel" um den Klassenerhalt zwischen Bayer 04 Leverkusen (37 Punkte) und dem 1. FC Kaiserslautern(35) statt. Der 1. FC Köln war mit 37 Zählern ebenso noch in den Abstiegskrimi involviert. Aber nur im Fernduell in Rostock. Der FC St. Pauli entledigte sich schon am 33. Spieltag mit einem Remis in Karlsruhe aller Abstiegssorgen.
Kuka lässt den FCK jubeln
Der Druck auf die Spieler war enorm groß. Von daher bedurfte es keiner großen Trainer-Ansprachen vor der Partie in Leverkusen. "Das war eigentlich einfach. Uns blieben ja nicht viele Möglichkeiten. Wir mussten gewinnen, Leverkusen reichte ein Unentschieden. Und wenn man die gesamten 90 Minuten betrachtet, hätten wir den Sieg damals verdient gehabt", erklärte der damalige FCK-Kapitän Brehme rückblickend im bundesliga.de-Interview.
Nach zuvor fünf Spielen ohne Niederlage kam der FCK mit viel Selbstbewusstsein nach Leverkusen. Und es lief gut für den Gast aus der Pfalz. In der 57. Minute schoss Mittelstürmer Pavel Kuka das erlösende 1:0 für die "Roten Teufel." In der Partie zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Köln stand es noch 0:0.
"Wir hätten den Sack in diesem Spiel einfach zumachen müssen. Wir hatten zwei, drei 100-prozentige Torchancen, haben diese nicht verwertet und kassierten dann zwangsläufig das Gegentor", schaute Brehme zurück. Aber es kam anders.
Calmund sorgt für klare Bilder
Als die Kölner in der 73. Minute durch Holger Gaißmaier in Führung gingen, hielt es Leverkusens Manager Rainer Calmund nicht mehr aus. Denn zu diesem Zeitpunkt wäre Bayer abgestiegen. Calmund ging zum Stadionsprecher und ließ das Ergebnis aus Rostock auf der Anzeigetafel darstellen.
Mit Erfolg. "Da ging damals ein Ruck durch die Mannschaft", sagte Markus Münch, der zur spielentscheidenden Figur wurde.
In der 81. Minute die entscheidende Szene, die Münch bei bundesliga.de wie folgt nachgezeichnet hat: "Ich stand dann auf Höhe der Sechzehnmeter-Linie und habe gesehen, wie Mike Rietpietsch zum Schuss ausholte. Ich habe auf den Abpraller gelauert und bin instinktiv in Richtung Torwart gelaufen. Andreas Reinke hat den Ball tatsächlich abprallen lassen, genau vor meine Füße. Ich dachte nur, Augen zu und durch, und habe die Kugel dann per Seitfalldreher rechts oben in den Winkel gehauen. Sicher war auch etwas Glück dabei, aber das war natürlich ein toller Moment für mich."
Abstieg nach 34 Jahren Bundesliga
Ein toller Moment für die Hausherren. Umso bitterer war der Treffer für die Gäste. Denn nach 34 Jahren Bundesligazugehörigkeit bedeutet das Unentschieden für den 1. FC Kaiserslautern den Abstieg in die 2. Bundesliga.
"Das war schon alles sehr emotional. In Kaiserslautern fiebert ja auch eine ganze Region mit dem Verein. Die Menschen hängen an diesem Club, und da nimmt einen so ein Abstieg als Spieler natürlich noch stärker mit", erinnerte sich Brehme.
So wunderte es in der Nachbetrachtung dann auch nicht, dass Völler, der gegen den FCK sein letztes Bundesliga-Spiel als Profi absolvierte, seinen Weltmeister-Kollegen von 1990 tröstend in den Arm nahm und Brehme ungehemmt heulte.
Michael Reis
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Der Druck auf die Spieler war enorm groß. Von daher bedurfte es keiner großen Trainer-Ansprachen vor der Partie in Leverkusen. "Das war eigentlich einfach. Uns blieben ja nicht viele Möglichkeiten. Wir mussten gewinnen, Leverkusen reichte ein Unentschieden. Und wenn man die gesamten 90 Minuten betrachtet, hätten wir den Sieg damals verdient gehabt", erklärte der damalige FCK-Kapitän Brehme rückblickend im bundesliga.de-Interview.
Nach zuvor fünf Spielen ohne Niederlage kam der FCK mit viel Selbstbewusstsein nach Leverkusen. Und es lief gut für den Gast aus der Pfalz. In der 57. Minute schoss Mittelstürmer Pavel Kuka das erlösende 1:0 für die "Roten Teufel." In der Partie zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Köln stand es noch 0:0.
"Wir hätten den Sack in diesem Spiel einfach zumachen müssen. Wir hatten zwei, drei 100-prozentige Torchancen, haben diese nicht verwertet und kassierten dann zwangsläufig das Gegentor", schaute Brehme zurück. Aber es kam anders.
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Als die Kölner in der 73. Minute durch Holger Gaißmaier in Führung gingen, hielt es Leverkusens Manager Rainer Calmund nicht mehr aus. Denn zu diesem Zeitpunkt wäre Bayer abgestiegen. Calmund ging zum Stadionsprecher und ließ das Ergebnis aus Rostock auf der Anzeigetafel darstellen.
Mit Erfolg. "Da ging damals ein Ruck durch die Mannschaft", sagte Markus Münch, der zur spielentscheidenden Figur wurde.
In der 81. Minute die entscheidende Szene, die Münch bei bundesliga.de wie folgt nachgezeichnet hat: "Ich stand dann auf Höhe der Sechzehnmeter-Linie und habe gesehen, wie Mike Rietpietsch zum Schuss ausholte. Ich habe auf den Abpraller gelauert und bin instinktiv in Richtung Torwart gelaufen. Andreas Reinke hat den Ball tatsächlich abprallen lassen, genau vor meine Füße. Ich dachte nur, Augen zu und durch, und habe die Kugel dann per Seitfalldreher rechts oben in den Winkel gehauen. Sicher war auch etwas Glück dabei, aber das war natürlich ein toller Moment für mich."
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Ein toller Moment für die Hausherren. Umso bitterer war der Treffer für die Gäste. Denn nach 34 Jahren Bundesligazugehörigkeit bedeutet das Unentschieden für den 1. FC Kaiserslautern den Abstieg in die 2. Bundesliga.
"Das war schon alles sehr emotional. In Kaiserslautern fiebert ja auch eine ganze Region mit dem Verein. Die Menschen hängen an diesem Club, und da nimmt einen so ein Abstieg als Spieler natürlich noch stärker mit", erinnerte sich Brehme.
So wunderte es in der Nachbetrachtung dann auch nicht, dass Völler, der gegen den FCK sein letztes Bundesliga-Spiel als Profi absolvierte, seinen Weltmeister-Kollegen von 1990 tröstend in den Arm nahm und Brehme ungehemmt heulte.
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