Historie
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07.04.2010 16:04:07
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"Wer da nicht motiviert ist, ist kein Fußballer"
Torwart Werner Vollack absolvierte insgesamt 150 Bundesliga-Spiele und 261 Partien in der 2. Bundesliga
Den Spielern, Verantwortlichen und Fans von Bayer Uerdingen war nach dem deutlichen 5:0 gegen Darmstadt 98 am letzten Spieltag 1982/83 eine Last vom Herzen abgefallen. Sie beendete die Saison auf Rang 3, ein Etappenziel auf dem Weg zur Rückkehr in die Bundesliga erreicht.
Doch schon am Vortag stand fest, welcher Brocken den Krefeldern in der Relegation gegenüber stehen würde: der FC Schalke 04. "Für uns war es erst einmal ein Erfolg, dass wir den dritten Platz erreicht haben. Aber uns war sofort klar: Schalke wird eine ganz, ganz schwere Hürde", erinnert sich Bayers damaliger Torhüter Werner Vollack im Gespräch mit bundesliga.de.
Bayer ohne Ansprache hellwach
Bei "Schalke stand eine ganze Region hinter diesem Verein und hat ihn mit vollen Kräften unterstützt". Und das wurde schon beim Hinspiel deutlich. 10.000 Anhänger der Knappen pilgerten in das damals noch als Kampfbahn bekannte Grotenburg-Stadion. 15.000 Uerdingen-Fans hielten stimmungstechnisch dagegen und wurden dafür nicht enttäuscht.
Denn die Hausherren übernahmen sofort das Spiel. Horst Feilzer stand nach einem Pfostentreffer von Ludger van de Loo goldrichtig und nickte aus fünf Metern am verdutzten S04-Keeper Walter Junghans vorbei ins Netz (7.). Die Gäste erholten sich von diesem Schock erst einmal nicht. Wieder Feilzer, nach einem Doppelpass mit Peter Loontiens (39.), und Matthias Herget mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern (44.) sorgten schon vor der Pause für die Vorentscheidung.
Dass die Uerdinger von Beginn an hellwach waren, dafür musste Trainer Hans-Dieter Tippenhauer gar nicht viel tun. "'Tippi' musste uns nichts sagen. Denn wer in solchen Spielen nicht motiviert ist, ist kein Fußballer. Die Vorzeichen waren eh klar. Auf der einen Seite der Traditionsverein Schalke 04 und auf der anderen Seite Bayern Uerdingen, die ja eigentlich niemand in der Bundesliga sehen wollte", so Vollack.
Auch auf Schalke voll bei der Sache
Im zweiten Durchgang kam Schalke durch Manfred Drexler zwar noch zum 1:3-Anschlusstreffer, für das Rückspiel waren die Chancen der "Königsblauen" aber dennoch auf ein Minimum gesunken. Im Parkstadion in Gelsenkirchen reichte es vor 65.000 Zuschauern dann auch nur noch zu einem 1:1. Michael Schumacher egalisierte kurz vor Schluss die Führung durch Drexler und besiegelte damit endgültig den Abstieg der Schalker.
Die Bayer-Spieler ließen ihren Emotionen nach dem Abpfiff freien Lauf, weinten teilweise hemmungslos. "Wir haben unwahrscheinliche Kräfte mobilisiert. Da ist es gut, wenn man auch mal Gefühle zeigt", sagte Werner Buttgereit damals in die Kamera.
Für Vollack war der Aufstieg auch ein unbeschreibliches Erlebnis, zumal "wir in meinen Augen auch verdient aufgestiegen sind. Jeder einzelne hat 100 Prozent gegeben. Und das hat gereicht."
Spiel der Spiele gegen Dresden
Und die beeindruckenden Vorstellungen in den beiden Relegationsspielen sollten keine Eintagsfliege bleiben. Mit dem neuen Trainer Friedhelm Konietzka landete die Werkself 1983/84 in der Abschlusstabelle auf dem zehnten Platz. Konietzka ging nach nur einem Jahr zu Borussia Dortmund und Karl-Heinz Feldkamp kam somit in den Genuss, die Uerdinger zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu führen.
Im DFB-Pokalfinale 1985 besiegte Bayer den großen Favoriten FC Bayern mit 2:1. "Bei unserer Rückkehr stand die Stadt Kopf. Tausende Menschen haben uns begeistert empfangen", blickt Vollack gerne zurück. Es folgten denkwürdige Europapokal-Partien. Unter anderem das 7:3 gegen Dynamo Dresden, nach einem 1:3 zur Pause. Oder die darauffolgende Begegnung im Halbfinale gegen Atletico Madrid.
"Da sind wir unglücklich ausgeschieden. Sonst hätten wir im Finale gestanden. Diese Europapokalerlebnisse bleiben aber unvergessen", stellt Vollack fest.
Die Prämien machten Beine
Doch was hat die Mannschaft von Bayern Uerdingen damals eigentlich so stark gemacht. Darauf hat Vollack eine einfach Antwort: "Bei Bayer Uerdingen gab es ja nicht wirklich einen Star, aber dennoch gute Einzelkönner wie zum Beispiel Matthias Herget. Die Mannschaft passte einfach von den Typen her und sie war hungrig auf Erfolg."
Und sie war hungrig auf die Punktprämien. Denn das Ziel, gewinnen zu wollen, war auch in den Verträgen der Spieler verankert. "Unsere Verträge waren auf Leistung ausgelegt. Das Grundgehalt war dafür etwas geringer. Von daher haben wir schon sehr leistungsorientiert gedacht", erklärt Vollack.
1987 verließ Vollack Bayer Uerdingen in Richtung Homburg, kehrte dann noch einmal für eine Saison zurück, um nach zwei Jahren in Diensten des FC Schalke 04 seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.
Michael Reis
Bayer ohne Ansprache hellwach
Bei "Schalke stand eine ganze Region hinter diesem Verein und hat ihn mit vollen Kräften unterstützt". Und das wurde schon beim Hinspiel deutlich. 10.000 Anhänger der Knappen pilgerten in das damals noch als Kampfbahn bekannte Grotenburg-Stadion. 15.000 Uerdingen-Fans hielten stimmungstechnisch dagegen und wurden dafür nicht enttäuscht.
Denn die Hausherren übernahmen sofort das Spiel. Horst Feilzer stand nach einem Pfostentreffer von Ludger van de Loo goldrichtig und nickte aus fünf Metern am verdutzten S04-Keeper Walter Junghans vorbei ins Netz (7.). Die Gäste erholten sich von diesem Schock erst einmal nicht. Wieder Feilzer, nach einem Doppelpass mit Peter Loontiens (39.), und Matthias Herget mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern (44.) sorgten schon vor der Pause für die Vorentscheidung.
Dass die Uerdinger von Beginn an hellwach waren, dafür musste Trainer Hans-Dieter Tippenhauer gar nicht viel tun. "'Tippi' musste uns nichts sagen. Denn wer in solchen Spielen nicht motiviert ist, ist kein Fußballer. Die Vorzeichen waren eh klar. Auf der einen Seite der Traditionsverein Schalke 04 und auf der anderen Seite Bayern Uerdingen, die ja eigentlich niemand in der Bundesliga sehen wollte", so Vollack.
Auch auf Schalke voll bei der Sache
Im zweiten Durchgang kam Schalke durch Manfred Drexler zwar noch zum 1:3-Anschlusstreffer, für das Rückspiel waren die Chancen der "Königsblauen" aber dennoch auf ein Minimum gesunken. Im Parkstadion in Gelsenkirchen reichte es vor 65.000 Zuschauern dann auch nur noch zu einem 1:1. Michael Schumacher egalisierte kurz vor Schluss die Führung durch Drexler und besiegelte damit endgültig den Abstieg der Schalker.
Die Bayer-Spieler ließen ihren Emotionen nach dem Abpfiff freien Lauf, weinten teilweise hemmungslos. "Wir haben unwahrscheinliche Kräfte mobilisiert. Da ist es gut, wenn man auch mal Gefühle zeigt", sagte Werner Buttgereit damals in die Kamera.
Für Vollack war der Aufstieg auch ein unbeschreibliches Erlebnis, zumal "wir in meinen Augen auch verdient aufgestiegen sind. Jeder einzelne hat 100 Prozent gegeben. Und das hat gereicht."
Spiel der Spiele gegen Dresden
Und die beeindruckenden Vorstellungen in den beiden Relegationsspielen sollten keine Eintagsfliege bleiben. Mit dem neuen Trainer Friedhelm Konietzka landete die Werkself 1983/84 in der Abschlusstabelle auf dem zehnten Platz. Konietzka ging nach nur einem Jahr zu Borussia Dortmund und Karl-Heinz Feldkamp kam somit in den Genuss, die Uerdinger zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu führen.
Im DFB-Pokalfinale 1985 besiegte Bayer den großen Favoriten FC Bayern mit 2:1. "Bei unserer Rückkehr stand die Stadt Kopf. Tausende Menschen haben uns begeistert empfangen", blickt Vollack gerne zurück. Es folgten denkwürdige Europapokal-Partien. Unter anderem das 7:3 gegen Dynamo Dresden, nach einem 1:3 zur Pause. Oder die darauffolgende Begegnung im Halbfinale gegen Atletico Madrid.
"Da sind wir unglücklich ausgeschieden. Sonst hätten wir im Finale gestanden. Diese Europapokalerlebnisse bleiben aber unvergessen", stellt Vollack fest.
Die Prämien machten Beine
Doch was hat die Mannschaft von Bayern Uerdingen damals eigentlich so stark gemacht. Darauf hat Vollack eine einfach Antwort: "Bei Bayer Uerdingen gab es ja nicht wirklich einen Star, aber dennoch gute Einzelkönner wie zum Beispiel Matthias Herget. Die Mannschaft passte einfach von den Typen her und sie war hungrig auf Erfolg."
Und sie war hungrig auf die Punktprämien. Denn das Ziel, gewinnen zu wollen, war auch in den Verträgen der Spieler verankert. "Unsere Verträge waren auf Leistung ausgelegt. Das Grundgehalt war dafür etwas geringer. Von daher haben wir schon sehr leistungsorientiert gedacht", erklärt Vollack.
1987 verließ Vollack Bayer Uerdingen in Richtung Homburg, kehrte dann noch einmal für eine Saison zurück, um nach zwei Jahren in Diensten des FC Schalke 04 seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.
Michael Reis
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