Historie
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22.04.2010 09:28:33
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Saarländischer Krimi in drei Teilen

1985 führte Uwe Klimaschewski (l.) den 1. FC Saarbrücken über die Relegation zurück in die Bundesliga
Im Frühjahr 1981 ereilte den 1. FC Saarbrücken einer der bittersten Momente der Vereinsgeschichte. Das einstige Gründungsmitglied der Bundesliga war als Tabellen-Siebzehnter der 2. Bundesliga-Süd in die Drittklassigkeit abgerutscht.


Ein Neuanfang wurde angestrebt. Und nachdem zwei Jahre später die Rückkehr in die Zweitklassigkeit gelang, verpflichtete der Club hungrige, junge Spieler. Unter ihnen auch Michael Nushöhr. In den Spielen der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga wurden die Saarländer auf den vorherigen Ulmer "Spatz" aufmerksam.

Großes Jahr 1985

In den folgenden Jahren erlebte der Abwehrspieler viele große, aber auch traurige Momente mit dem FCS. Es gab eine Trennung auf Zeit und Nushöhr spielte mit Saarbrücken bei allen drei Relegationsrunden um den Aufstieg in die Bundesliga mit, die die Mannschaft erreichte.

"Es sind immer ganz enge Spiele gewesen, ob gegen Bielefeld, Frankfurt oder auch Bochum", erinnert sich der 47-Jährige im Gespräch mit bundesliga.de. Bereits in Jahr zwei im Saarland erlebte er eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Saarbrücker. Im DFB-Pokal erreichte das Team das Halbfinale und ist "gegen den späteren Sieger KFC Uerdingen knapp ausgeschieden".

In der Liga gelang den Süddeutschen am letzten Spieltag der Sprung auf Platz 3 und damit die Teilnahme an der Relegation. Was folgte waren zwei spannende Spiele gegen Arminia Bielefeld und ein echter Coup. "Es waren sehr knappe Spiele. Wir haben zuhause 2:0 im Hinspiel gewonnen", sagt Nushöhr. "Im Rückspiel lagen wir schnell mit 0:1 in Rückstand. Dennoch war das Spiel auf des Messers Schneide. Macht Bielefeld das zweite Tor oder können wir doch noch zurückschlagen. Ich erinnere mich, dass wir durch ein schönes Freistoßtor von Sascha Jusufi den Ausgleich erzielt haben."

Klinsmann und Co. lockten

Saarbrücken war aufgestiegen und spielte erstmals seit der Saison 1977/78 wieder erstklassig. Jedoch ohne Nushöhr. Der war zum VfB Stuttgart gewechselt: "Ich suchte nach einer neuen Perspektive und hatte aus Stuttgart ein tolles Angebot bekommen. Das war natürlich ein großer Anreiz, beim VfB Stuttgart mit Klinsmann, Buchwald, Sigurvinsson, Allgöwer und all den anderen spielen zu können."

Nach zwei Spielzeiten in Stuttgart zog es Nushöhr zum 1. FC Kaiserslautern. Dort wurde er jedoch nicht glücklich. Ein Umstand, der ihn an eine alte, erfolgreiche Wirkungsstätte zurückführte. "Ich war zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort", sagt er. "Die alten Bekannten aus Saarbrücken kamen dann wieder auf mich zu und so bin ich zurückgegangen. Mir hatte es in Saarbrücken schon bei meinem ersten Engagement sehr gut gefallen."

Rückkehr ins Saarland

Nushöhr wechselte noch in der Winterpause der Saison 1987/88 zurück ins Saarland und erreichte nur anderthalb Jahre später ein zweites Mal die Relegation. Diesmal hieß der Gegner Eintracht Frankfurt. "Wir haben zuerst in Frankfurt gespielt. Da war mehr drin, als es der 2:0-Endstand zugunsten der Eintracht vermuten lässt. Wir hatten genug Chancen", gibt er zu verstehen.

"Frankfurt war sehr verunsichert. Im Rückspiel haben wir bewiesen, dass wir sehr wohl mithalten konnten. Es war sehr, sehr eng. Mit ein bisschen Glück und mehr Routine wäre da mehr drin gewesen." 2:1 hieß es am Ende des zweiten Spiels für die Saarländer. Zu wenig. Saarbrücken blieb zweitklassig.

Ein Elfer machte den Unterschied

Die Moral der Mannschaft war aber keineswegs gebrochen. Am Ende der Folgesaison 1989/90 stand der FCS zum dritten Mal in der Qualifikationsrunde zur Bundesliga - ein noch heute bestehender Rekord. Doch wie schon ein Jahr zuvor hatten die Saarländer in zwei knappen Duellen das Nachsehen.

Die Erinnerung - vor allem an das erste Spiel gegen den VfL Bochum - rufen besonders schmerzliche Erinnerungen in Nushöhr hervor. 0:1 unterlagen die Saarländer vor 30.000 fanatischen Fans zuhause. Thorsten Legat sorgte vom Punkt für die Entscheidung. "Ich habe in diesem Spiel den entscheidenden Elfmeter verschuldet gehabt", ärgert sich Nushöhr und fügt sogleich hinzu: "Es war aber eigentlich keiner."

Das Rückspiel schenkte dem FCS neue Hoffnung. Anthony Yeboah brachte sein Team zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung. Doch ein später Treffer von Uwe Leifeld beendete die Aufstiegsträume der Saarbrücker. "Wir haben uns auch mit Bochum zwei heiße Duelle auf Augenhöhe geliefert. Aber auch dort hat sich der Bundesligist am Ende leider durchgesetzt", so Nushöhr.

Wechsel ins Fürstentum

Im Folgejahr fand die Relegation zum vorerst letzten Mal statt - ohne den 1. FC Saarbrücken. Der schaffte die langersehnte Rückkehr in die Bundesliga am Ende der Saison 1991/92. Als souveräner Sieger der nach dem Mauerfall für eine Spielzeit aufgestockten Süd-Staffel. Kapitän dieser Mannschaft war Nushöhr.

Doch es sollte die letzte Saison im Saarland für den Defensivspezialisten gewesen sein. Die anschließende Bundesliga-Spielzeit fand ohne Nushöhr statt. Denn den zog es in eine ungewöhnliche Richtung: "Ich hatte ein gewisses Alter, in dem man sich entscheiden musste, wohin es gehen sollte. Ich hatte damals ein tolles Angebot aus dem Fürstentum Liechtenstein, als Trainer anzufangen und eben gleich in diesen Beruf einsteigen zu können."

Der richtige Schritt

Nushöhr heuerte beim FC Balzers an und führte die Mannschaft als Spielertrainer gleich in seiner ersten Spielzeit zum Gewinn des Liechtenstein Cups. Anschließend gelang es dem FC Balzers als erstem Club des Fürstentums, die Qualifikationsrunde des Europapokals der Pokalsieger zu überstehen und in die Hauptrunde einzuziehen. 1997 holte Nushöhrs Team erneut den nationalen Cup.

Nushöhr ging danach in die Schweiz. Seit 2007 ist er aber wieder Trainer beim FC Balzers. Dass er nie wieder in der Bundesliga gespielt hat, bereut er keineswegs: "Im Nachhinein war es die beste Entscheidung, denn ich bin heute noch hier und es macht mir sehr viel Spaß."

Sebastian Stolz

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