Historie
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05.11.2009 08:20:09
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Als die Mauer fiel…
In seinem Bundesliga-Debüt am 17.02.90 gegen Homburg schoss Andreas Thom das 1:0
Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer geöffnet und damit das letzte Kapitel der DDR-Geschichte eingeläutet wurde, regierte bei den Bürgern beider deutschen Staaten Freude, aber auch Ungewissheit.
Was würde die Zukunft bringen? Würde man sie gemeinsam als eine Nation erleben? Die Mühlen der Politik und der Wirtschaft arbeiteten zu jener Zeit schnell. Doch nicht nur in diesen Bereichen sollte es unzählige Veränderungen geben. Auch der Sport, auch der Fußball, erlebte eine Wende. Und diese begann ebenfalls am 9. November 1989.
Spiele noch am Vorabend des Mauerfalls
Ungeschlagen und mit 17 Punkten stand der spätere Meister Dynamo Dresden nach dem 10. Spieltag der DDR-Oberligasaison 1989/90 Anfang November an der Spitze. Mit 3:1 hatten die Sachsen den 1. FC Magdeburg am Vorabend des Mauerfalls, besiegt gehabt.
Die Bundesliga war zu jenem Zeitpunkt schon fast in der Winterpause angelangt. Am 3. und 4. November 1989 wurde bereits der 16. Spieltags ausgetragen. Der 1. FC Köln siegte mit 2:0 beim Hamburger SV und zog in der Tabelle am FC Bayern und Leverkusen vorbei an die Tabellenspitze.
Ein Länderspiel für die DDR
Es folgte eine Länderspielpause. Für die DDR-Kicker war dies eine skurrile Situation, war das Ende ihres Heimatlandes mit dem Fall der Mauer doch mehr oder minder besiegelt gewesen. Dennoch ging es für die Mannschaft von Eduard Geyer im Spiel gegen Österreich um die mögliche Qualifikation für die WM 1990.
Allerdings geriet die Begegnung gegen die Alpenrepublik zur Farce und die DDR unterlag mit 0:3. "Die Spieler sind damals total abgelenkt und mit Angeboten überschüttet worden", erinnert sich Geyer, der als letzter DDR-Coach in die Fußball-Analen einging.
Spannung in der Bundesliga
Nach der WM-Qualifikationspause war vieles nicht mehr, wie es vorher war. Die besten Spieler der DDR wurden regelmäßig von Scouts beobachtet. Die Bundesliga lockte. Dort hingegen kehrte wieder Normalität ein. Die Hinrunde endete mit einem Dreigestirn (Bayern, Leverkusen, Köln) an der Spitze. Nur aufgrund der besseren Torbilanz konnten sich die Bayern als Herbstmeister feiern lassen.
Das Bergfest dauerte jedoch nicht lange. Aufgrund der im Sommer 1990 in Italien stattfindenden Weltmeisterschaft wurde ein Teil der Rückrunde noch vor Weihnachten ausgespielt. So gingen die Bayern mit 29 Zählern nach 21 Spielen als Erster in die Winterpause (sie wurden auch Meister), dicht gefolgt von Frankfurt (28), Köln (27) und Leverkusen (27).
Thom schrieb Geschichte
Allerdings hatte die Werkself noch ein Nachholspiel, welches sie am 17. Februar austrug. Beim 3:1 gegen den FC 08 Homburg wurde dann Geschichte geschrieben. Andreas Thom gab als erster aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga gewechselter Profi sein Debüt. Und spätestens nach seinem Treffer zum 1:0 in der 14. Minute war er wohl im "Westen" angekommen.
Der damalige Bayer-Manager Reiner Calmund hatte ihn vom BFC Dynamo an den Rhein geholt. Der Kontakt war im Zuge jenes WM-Qualifikationsspiels der DDR gegen Österreich entstanden. Unterschrieben wurde der Vertrag am 12. Dezember 1989.
"Es ist eine tolle sportliche Herausforderung", freute sich Thom nach seinem Wechsel. "Und mein Erfolg im Westen wird bestimmt auch die ganz jungen Spieler in meinem Land motivieren." In der Tat sorgte Thoms Wechsel für einen Erdrutsch.
Vom Osten in den Westen
Viele weitere Spieler sollten folgen. Größen wie Matthias Sammer (von Dynamo Dresden zum VfB Stuttgart), Ulf Kirsten (von Dresden nach Leverkusen) oder Thomas Doll (vom BFC zum HSV) wagten den Schritt in die Bundesliga im Sommer 1990.
Rund 150 ehemalige DDR-Akteure gingen bereits in den ersten fünf Jahren nach der Wende in die alten Bundesländer und unterschrieben Verträge in der Bundesliga oder 2. Bundesliga.
Das Ende des DDR-Fußballs war mit dem Fall der Mauer eigentlich schon beschlossene Sache. Vertraglich wurde dieses Ende am 19. Juli 1990 festgehalten. So wurde die Bundesliga für die Spielzeit 1991/92 auf 20 Teams und die 2. Bundesliga auf 24 Teams (zwei Staffeln) für ein Jahr aufgestockt. Der DFV (DDR-Verband) ging zudem in den DFB über.
Rostock ganz oben
Endgültig ging das Licht am 25. Mai 1991 aus. Es war der letzte Spieltag der zum NOFV umbenannten Oberliga. Hansa Rostock wurde Meister und sicherte sich ebenso wie Dresden einen Platz in der Bundesliga für die Saison 1991/92. Erfurt, Halle, Chemnitz und Jena qualifizierten sich direkt für die 2. Bundesliga. Der VfB Leipzig (damals noch Lok) und Stahl Brandenburg zogen nach.
Im Sommer 1991 war der DDR-Fußball ein für allemal Geschichte. Ein neues Kapitel im deutschen Fußball wurde aufgeschlagen. Und die erste Seite las sich so: 1. Spieltag Saison 91/92 - Hansa Rostock gegen 1. FC Nürnberg 4:0; erster Bundesliga-Tabellenführer der Saison 91/92: Hansa Rostock…
Sebastian Stolz
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Ungeschlagen und mit 17 Punkten stand der spätere Meister Dynamo Dresden nach dem 10. Spieltag der DDR-Oberligasaison 1989/90 Anfang November an der Spitze. Mit 3:1 hatten die Sachsen den 1. FC Magdeburg am Vorabend des Mauerfalls, besiegt gehabt.
Die Bundesliga war zu jenem Zeitpunkt schon fast in der Winterpause angelangt. Am 3. und 4. November 1989 wurde bereits der 16. Spieltags ausgetragen. Der 1. FC Köln siegte mit 2:0 beim Hamburger SV und zog in der Tabelle am FC Bayern und Leverkusen vorbei an die Tabellenspitze.
Ein Länderspiel für die DDR
Es folgte eine Länderspielpause. Für die DDR-Kicker war dies eine skurrile Situation, war das Ende ihres Heimatlandes mit dem Fall der Mauer doch mehr oder minder besiegelt gewesen. Dennoch ging es für die Mannschaft von Eduard Geyer im Spiel gegen Österreich um die mögliche Qualifikation für die WM 1990.
Allerdings geriet die Begegnung gegen die Alpenrepublik zur Farce und die DDR unterlag mit 0:3. "Die Spieler sind damals total abgelenkt und mit Angeboten überschüttet worden", erinnert sich Geyer, der als letzter DDR-Coach in die Fußball-Analen einging.
Spannung in der Bundesliga
Nach der WM-Qualifikationspause war vieles nicht mehr, wie es vorher war. Die besten Spieler der DDR wurden regelmäßig von Scouts beobachtet. Die Bundesliga lockte. Dort hingegen kehrte wieder Normalität ein. Die Hinrunde endete mit einem Dreigestirn (Bayern, Leverkusen, Köln) an der Spitze. Nur aufgrund der besseren Torbilanz konnten sich die Bayern als Herbstmeister feiern lassen.
Das Bergfest dauerte jedoch nicht lange. Aufgrund der im Sommer 1990 in Italien stattfindenden Weltmeisterschaft wurde ein Teil der Rückrunde noch vor Weihnachten ausgespielt. So gingen die Bayern mit 29 Zählern nach 21 Spielen als Erster in die Winterpause (sie wurden auch Meister), dicht gefolgt von Frankfurt (28), Köln (27) und Leverkusen (27).
Thom schrieb Geschichte
Allerdings hatte die Werkself noch ein Nachholspiel, welches sie am 17. Februar austrug. Beim 3:1 gegen den FC 08 Homburg wurde dann Geschichte geschrieben. Andreas Thom gab als erster aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga gewechselter Profi sein Debüt. Und spätestens nach seinem Treffer zum 1:0 in der 14. Minute war er wohl im "Westen" angekommen.
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"Es ist eine tolle sportliche Herausforderung", freute sich Thom nach seinem Wechsel. "Und mein Erfolg im Westen wird bestimmt auch die ganz jungen Spieler in meinem Land motivieren." In der Tat sorgte Thoms Wechsel für einen Erdrutsch.
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Rund 150 ehemalige DDR-Akteure gingen bereits in den ersten fünf Jahren nach der Wende in die alten Bundesländer und unterschrieben Verträge in der Bundesliga oder 2. Bundesliga.
Das Ende des DDR-Fußballs war mit dem Fall der Mauer eigentlich schon beschlossene Sache. Vertraglich wurde dieses Ende am 19. Juli 1990 festgehalten. So wurde die Bundesliga für die Spielzeit 1991/92 auf 20 Teams und die 2. Bundesliga auf 24 Teams (zwei Staffeln) für ein Jahr aufgestockt. Der DFV (DDR-Verband) ging zudem in den DFB über.
Rostock ganz oben
Endgültig ging das Licht am 25. Mai 1991 aus. Es war der letzte Spieltag der zum NOFV umbenannten Oberliga. Hansa Rostock wurde Meister und sicherte sich ebenso wie Dresden einen Platz in der Bundesliga für die Saison 1991/92. Erfurt, Halle, Chemnitz und Jena qualifizierten sich direkt für die 2. Bundesliga. Der VfB Leipzig (damals noch Lok) und Stahl Brandenburg zogen nach.
Im Sommer 1991 war der DDR-Fußball ein für allemal Geschichte. Ein neues Kapitel im deutschen Fußball wurde aufgeschlagen. Und die erste Seite las sich so: 1. Spieltag Saison 91/92 - Hansa Rostock gegen 1. FC Nürnberg 4:0; erster Bundesliga-Tabellenführer der Saison 91/92: Hansa Rostock…
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