Historie
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28.05.2009 10:08:42
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"Enorm spannende Verlängerung der Saison"
Florian Gothe (li.) spielte zwei Jahre für den VfL Bochum in der Bundesliga und scheiterte mit dem 1. FC Saarbrücken zwei Mal knapp in der Relegation
Der 1. FC Saarbrücken hat die größte Erfahrung in Sachen Relegation. Drei Mal erreichten die Saarländer als Zweitligist die beiden Entscheidungsspiele. In der Saison 1984/85 setzte sich Saarbrücken gegen Arminia Bielefeld durch, 1988/89 und 1989/90 scheiterte der Club gleich zwei Mal in Folge: an Eintracht Frankfurt und dem VfL Bochum.
Florian Gothe gehörte zu der Saarbrücker Mannschaft, die beide Male knapp den Bundesliga-Aufstieg verpasste. Der heutige Präsident der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) hat zwar persönlich enttäuschende Erfahrungen mit der Relegation gemacht. Doch er weiß um den großen Reiz "dieser zwei K.o.-Spiele."
Im Gespräch mit bundesliga.de spricht Gothe über die Chancen der Relegations-Teilnehmer, über psychologische Vor- und Nachteile und die neuen Vorteile der Mannschaften im Abstiegskampf.
bundesliga.de: Herr Gothe, was fällt Ihnen als Ex-Profi spontan zum Stichwort Relegation ein?
Florian Gothe: Erst mal Enttäuschung. Denn ich habe es zwei Mal hintereinander mit dem 1. FC Saarbrücken nicht geschafft aufzusteigen. Und wenn man es nicht schafft ist man eben enttäuscht. Für mich persönlich war es beim zweiten Mal gegen Bochum noch etwas ganz Besonderes. Denn Bochum ist meine Geburtsstadt und ich habe vorher beim VfL in der Jugend und zwei Jahre Bundesliga gespielt. Aber grundsätzlich steckt in der Relegation eine enorme Spannung: für Zuschauer, Spieler und Verein.
bundesliga.de: Sie sind damals jeweils nur ganz knapp gescheitert.
Gothe: Das stimmt. Im ersten Jahr war Eintracht Frankfurt klarer Favorit. Das war eigentlich eine große Mannschaft mit Spielern wie Charly Körbel, Uli Stein oder Dieter Eckstein. Das Hinspiel haben wir auch 2:0 verloren, aber im Rückspiel sind wir nur an Kleinigkeiten gescheitert. Nach unserer 2:1-Führung durch Tony Yeboah waren wir ganz dicht dran.
bundesliga.de: Ihr damaliger Trainer Klaus Schlappner hatte schon Erfahrung mit der Relegation.
Gothe: Schlappner war ein Trainer, der sehr viel über die Motivation erreicht hat, er hat uns richtig heiß gemacht. In diesen zwei Spielen kann man sowieso nicht mehr groß strategisch planen.
bundesliga.de: Der Bundesligist hat sich früher öfter durchgesetzt. Ist er grundsätzlich dem Gegner aus der 2. Bundesliga gegenüber im Vorteil?
Gothe: Der Bundesligist hat in der Regel erfahrenere Spieler, die mit der großen Drucksituation besser umgehen können. Der Zweitligist ist entsprechend im Nachteil, wenn ihm diese Erfahrung fehlen sollte. Dann werden die Beine schon mal schwer. Der Bundesligist steht aber unter größerem Druck, denn ihm droht eine Verlustsituation. Die Spieler wissen, dass sie bei Abstieg auch finanziell verlieren würden. Das kann sich belastend auswirken.
bundesliga.de: Was macht für Sie den Reiz der Relegationsspiele aus?
Gothe: Das sind zwei K.o.-Spiele, das ist wie im Pokal: Es fällt jetzt die Entscheidung. Das macht es für die Zuschauer so interessant. Und vor allem für die Vereine, die im Abstiegskampf stecken. Denn es vergrößert die Chancen, weil der 16. Platz plötzlich wieder die Rettung sein kann. Deshalb gilt es für die Mannschaften wieder umso mehr, nicht zu früh abzuschalten und um jeden Punkt zu kämpfen. Man hat es jetzt bei Karlsruhe gesehen, die es fast doch noch geschafft haben und vorher so viele Punkte liegen gelassen haben.
bundesliga.de: Der Tabellendritte sieht das anders.
Gothe: Natürlich kommt es auf die Perspektive an. Der Tabellendritte sagt verständlicherweise, dass er ohne die Relegation schon aufgestiegen wäre. Und natürlich dauert es für die beteiligten Vereine und Spieler länger, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben. Aber wie gesagt: Für die Fans ist es eine enorm spannende Verlängerung der Saison und macht die Ligen noch attraktiver.
Das Gespräch führte Stefan Kusche
Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema Relegation:
Die Geschichte der Relegation: Knappe Duelle und Elfer-Krimi zwischen Auf- und Abstieg
Alle Spiele der "alten" Relegation auf einen Blick
Relegation 1987/88: Elfer-Krimi entscheidet Duell alter Rivalen
Relegation: Rückkehr eines Spannungsfaktors
Im Gespräch mit bundesliga.de spricht Gothe über die Chancen der Relegations-Teilnehmer, über psychologische Vor- und Nachteile und die neuen Vorteile der Mannschaften im Abstiegskampf.
bundesliga.de: Herr Gothe, was fällt Ihnen als Ex-Profi spontan zum Stichwort Relegation ein?
Florian Gothe: Erst mal Enttäuschung. Denn ich habe es zwei Mal hintereinander mit dem 1. FC Saarbrücken nicht geschafft aufzusteigen. Und wenn man es nicht schafft ist man eben enttäuscht. Für mich persönlich war es beim zweiten Mal gegen Bochum noch etwas ganz Besonderes. Denn Bochum ist meine Geburtsstadt und ich habe vorher beim VfL in der Jugend und zwei Jahre Bundesliga gespielt. Aber grundsätzlich steckt in der Relegation eine enorme Spannung: für Zuschauer, Spieler und Verein.
bundesliga.de: Sie sind damals jeweils nur ganz knapp gescheitert.
Gothe: Das stimmt. Im ersten Jahr war Eintracht Frankfurt klarer Favorit. Das war eigentlich eine große Mannschaft mit Spielern wie Charly Körbel, Uli Stein oder Dieter Eckstein. Das Hinspiel haben wir auch 2:0 verloren, aber im Rückspiel sind wir nur an Kleinigkeiten gescheitert. Nach unserer 2:1-Führung durch Tony Yeboah waren wir ganz dicht dran.
bundesliga.de: Ihr damaliger Trainer Klaus Schlappner hatte schon Erfahrung mit der Relegation.
Gothe: Schlappner war ein Trainer, der sehr viel über die Motivation erreicht hat, er hat uns richtig heiß gemacht. In diesen zwei Spielen kann man sowieso nicht mehr groß strategisch planen.
bundesliga.de: Der Bundesligist hat sich früher öfter durchgesetzt. Ist er grundsätzlich dem Gegner aus der 2. Bundesliga gegenüber im Vorteil?
Gothe: Der Bundesligist hat in der Regel erfahrenere Spieler, die mit der großen Drucksituation besser umgehen können. Der Zweitligist ist entsprechend im Nachteil, wenn ihm diese Erfahrung fehlen sollte. Dann werden die Beine schon mal schwer. Der Bundesligist steht aber unter größerem Druck, denn ihm droht eine Verlustsituation. Die Spieler wissen, dass sie bei Abstieg auch finanziell verlieren würden. Das kann sich belastend auswirken.
bundesliga.de: Was macht für Sie den Reiz der Relegationsspiele aus?
Gothe: Das sind zwei K.o.-Spiele, das ist wie im Pokal: Es fällt jetzt die Entscheidung. Das macht es für die Zuschauer so interessant. Und vor allem für die Vereine, die im Abstiegskampf stecken. Denn es vergrößert die Chancen, weil der 16. Platz plötzlich wieder die Rettung sein kann. Deshalb gilt es für die Mannschaften wieder umso mehr, nicht zu früh abzuschalten und um jeden Punkt zu kämpfen. Man hat es jetzt bei Karlsruhe gesehen, die es fast doch noch geschafft haben und vorher so viele Punkte liegen gelassen haben.
bundesliga.de: Der Tabellendritte sieht das anders.
Gothe: Natürlich kommt es auf die Perspektive an. Der Tabellendritte sagt verständlicherweise, dass er ohne die Relegation schon aufgestiegen wäre. Und natürlich dauert es für die beteiligten Vereine und Spieler länger, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben. Aber wie gesagt: Für die Fans ist es eine enorm spannende Verlängerung der Saison und macht die Ligen noch attraktiver.
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