Historie
Historie
|
29.05.2009 19:19:00
Weiterempfehlen
Drucken
schliessen x
Name des Absenders
E-Mail Adresse
Name des Empfängers
E-Mail Adresse
Elfer-Krimi entscheidet Duell alter Rivalen
Mit seinem Pepita-Hut erlangte Klaus Schlappner einen Kult-Status
Mit der Begegnung Energie Cottbus gegen den 1. FC Nürnberg erleben die Relegationsspiele eine Wiedergeburt. Dabei spielen der Drittletzte der Bundesliga und der Drittplatzierten der 2. Bundesliga in einem Hin- und Rückspiel um den letzten freien Platz in der höchsten deutschen Spielklasse.
Zwischen 1982 und 1991 haben diese Ausscheidungsspiele auch schon stattgefunden. Als wahrer Krimi ist dabei das "Finale" der Saison 1987/88 zwischen Waldhof Mannheim und dem SV Darmstadt 98 in Erinnerungen geblieben.
Dass die beiden Städte räumlich nur gut 55 Kilometer trennen, war eigentlich schon Brisanz genug. Aber es kam noch besser: Die Entscheidung fiel damals erst im Elfmeterschießen in einem dritten Spiel auf neutralem Grund. Denn damals galt die Regel, dass die Anzahl der geschossenen Auswärtstore bei Punkt- und Torgleichheit entscheidet, noch nicht.
Ende einer Ära
Schon im Vorfeld sorgte eine Personalie für mächtig Gesprächsstoff: Klaus Schlappner. Sieben Jahre lang war der Trainer mit dem Pepita-Hut, seinem Markenzeichen, für die sportlichen Geschicke in Mannheim verantwortlich, ehe er vor der Saison 1987/88 zu den "Lilien" nach Darmstadt wechselte. Zudem verlor der SVW Jürgen Kohler (1.FC Köln), Fritz Walter, Maurizio Gaudino (beide VfB Stuttgart) und Günter Sebert, der nach insgesamt 711 Spielen für Waldhof die Schuhe an den Nagel hing und damit eine Ära beendete. Dennoch retteten sich die Mannheimer in die Relegation.
Die erste Partie fand am 1. Juni 1988 in Darmstadt statt. Nach 47 Minuten führten die Gäste mit 2:0 im Stadion am Böllenfalltor. Doch der heimische SV drehte die Partie binnen zehn Minuten: Dieter Gutzler (63. Minute), Oliver Posniak (66.) und der eingewechselte Guangming Gu (73.) – der erste Chinese im deutschen Profifußball – trafen zum 3:2-Endstand.
Spiel 3 in Saarbrücken
Das Rückspiel fand nicht im baufälligen Waldhof-Stadion am Alsenweg statt, sondern im Ludwigshafener Süd-West-Stadion. Und wie schon im Hinspiel erwischten die Mannheimer den besseren Start. Alfred Schön traf schon nach 20. Minuten und egalisierte somit das Hinspiel-Ergebnis. Drei Minuten vor Schluss war es dann der quirlige Peter Lux, der die vermeintliche Entscheidung zugunsten der Hausherren erzielte. Doch die "Lilien" schlugen postwendend durch Uwe Kuhl zurück. 2:1 hieß es am Ende - das dritte Spiel musste her.
Saarbrücken wurde als Austragungsort bestimmt. Und die Nervosität bei diesem "Alles-oder-nichts"-Spiel war deutlich spürbar. So wunderte es nicht, dass nach 90 Minuten ein 0:0 auf der Anzeigetafel stand. Auch die Verlängerung brachte keinen Sieger hervor. Das Elfmeterschießen sollte die Entscheidung bringen.
Held Klotz
Posniak verschoss gleich den ersten Elfer für Darmstadt. Lux machte es besser. Uwe Kuhl glich aus. Als Manfred Bockenfeld patzte, war alles wieder ausgeglichen. Uwe Schreml und Karl-Heinz Bührer blieben vom Punkt eiskalt, genau wie Gu.
Als Martin Trieb versemmelte, hatten die Darmstädter den Aufstieg dann schon ganz dicht vor Augen. Zumal mit Abwehrchef Karl-Heinz Emig ein eigentlich als sicher geltender Schütze antrat. Doch sein Schuss war zu harmlos, Waldhof-Keeper Uwe Zimmermann hielt den Ball.
Letztlich sollte Bernd Klotz den entscheidenden Elfmeter für die Mannheimer versenken. Waldhof Mannheim stieg in der folgenden Saison ab, für Darmstadt 98 war die Pleite in der Relegation der Beginn einer sportlichen Talfahrt bis hinunter in den Amateurbereich.
Zusammengestellt von Michael Reis
Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema Relegation:
Die Geschichte der Relegation: Knappe Duelle und Elfer-Krimi zwischen Auf- und Abstieg
Alle Spiele der "alten" Relegation auf einen Blick
Gothe: "Enorm spannende Verlängerung der Saison"
Relegation: Rückkehr eines Spannungsfaktors
Dass die beiden Städte räumlich nur gut 55 Kilometer trennen, war eigentlich schon Brisanz genug. Aber es kam noch besser: Die Entscheidung fiel damals erst im Elfmeterschießen in einem dritten Spiel auf neutralem Grund. Denn damals galt die Regel, dass die Anzahl der geschossenen Auswärtstore bei Punkt- und Torgleichheit entscheidet, noch nicht.
Ende einer Ära
Schon im Vorfeld sorgte eine Personalie für mächtig Gesprächsstoff: Klaus Schlappner. Sieben Jahre lang war der Trainer mit dem Pepita-Hut, seinem Markenzeichen, für die sportlichen Geschicke in Mannheim verantwortlich, ehe er vor der Saison 1987/88 zu den "Lilien" nach Darmstadt wechselte. Zudem verlor der SVW Jürgen Kohler (1.FC Köln), Fritz Walter, Maurizio Gaudino (beide VfB Stuttgart) und Günter Sebert, der nach insgesamt 711 Spielen für Waldhof die Schuhe an den Nagel hing und damit eine Ära beendete. Dennoch retteten sich die Mannheimer in die Relegation.
Die erste Partie fand am 1. Juni 1988 in Darmstadt statt. Nach 47 Minuten führten die Gäste mit 2:0 im Stadion am Böllenfalltor. Doch der heimische SV drehte die Partie binnen zehn Minuten: Dieter Gutzler (63. Minute), Oliver Posniak (66.) und der eingewechselte Guangming Gu (73.) – der erste Chinese im deutschen Profifußball – trafen zum 3:2-Endstand.
Spiel 3 in Saarbrücken
Das Rückspiel fand nicht im baufälligen Waldhof-Stadion am Alsenweg statt, sondern im Ludwigshafener Süd-West-Stadion. Und wie schon im Hinspiel erwischten die Mannheimer den besseren Start. Alfred Schön traf schon nach 20. Minuten und egalisierte somit das Hinspiel-Ergebnis. Drei Minuten vor Schluss war es dann der quirlige Peter Lux, der die vermeintliche Entscheidung zugunsten der Hausherren erzielte. Doch die "Lilien" schlugen postwendend durch Uwe Kuhl zurück. 2:1 hieß es am Ende - das dritte Spiel musste her.
Saarbrücken wurde als Austragungsort bestimmt. Und die Nervosität bei diesem "Alles-oder-nichts"-Spiel war deutlich spürbar. So wunderte es nicht, dass nach 90 Minuten ein 0:0 auf der Anzeigetafel stand. Auch die Verlängerung brachte keinen Sieger hervor. Das Elfmeterschießen sollte die Entscheidung bringen.
Held Klotz
Posniak verschoss gleich den ersten Elfer für Darmstadt. Lux machte es besser. Uwe Kuhl glich aus. Als Manfred Bockenfeld patzte, war alles wieder ausgeglichen. Uwe Schreml und Karl-Heinz Bührer blieben vom Punkt eiskalt, genau wie Gu.
Als Martin Trieb versemmelte, hatten die Darmstädter den Aufstieg dann schon ganz dicht vor Augen. Zumal mit Abwehrchef Karl-Heinz Emig ein eigentlich als sicher geltender Schütze antrat. Doch sein Schuss war zu harmlos, Waldhof-Keeper Uwe Zimmermann hielt den Ball.
Letztlich sollte Bernd Klotz den entscheidenden Elfmeter für die Mannheimer versenken. Waldhof Mannheim stieg in der folgenden Saison ab, für Darmstadt 98 war die Pleite in der Relegation der Beginn einer sportlichen Talfahrt bis hinunter in den Amateurbereich.
Zusammengestellt von Michael Reis
Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema Relegation:
Die Geschichte der Relegation: Knappe Duelle und Elfer-Krimi zwischen Auf- und Abstieg
Alle Spiele der "alten" Relegation auf einen Blick
Gothe: "Enorm spannende Verlängerung der Saison"
Relegation: Rückkehr eines Spannungsfaktors
Die besten Videos!
Fakten, Fak- ten, Fakten
Elf des Spieltags













