Historie
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08.04.2009 17:21:59
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Aufstieg mit Tränen und Heiratsanträgen
Bernd Grabosch war mit 16 Toren und 38 Einsätzen der erfolgreichste und beständigste Spieler der Stuttgarter Kickers in der Aufstiegssaison 1987/88
Ein letzter Sieg in Oberhausen fehlte noch zum Aufstieg, und so hatte eine Stuttgarter Zeitung eigens für dieses Spiel ein Servicetelefon eingerichtet. Über 300 Anrufer erkundigten sich nach dem aktuellen Spielstand und die freundliche Telefonistin erhielt nach dem 2:0 die ersten Heiratsanträge. Nach dem 3:0 brachen die Anrufer nur noch in Freudentränen aus.
Am 36. Spieltag war es also vollbracht: Mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen Rot-Weiß Oberhausen feierten die Stuttgarter Kickers den Aufstieg in die Bundesliga. Dabei hatte die Saison 1987/88 unter dem neuen Trainer Manfred Krafft eher durchwachsen begonnen.
Nach dem 3. Spieltag standen die "Blauen" nur auf Platz zehn der Tabelle. Aber die Kickers arbeiteten sich kontinuierlich nach vorne und standen nach 14 Spieltagen und einem 2:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg an der Tabellenspitze - und gaben diese auch nicht mehr ab.
Acht Stück gegen Ulm
Herausragend dabei das 8:0-Schützenfest in Ulm am 18. Spieltag, bei dem allein Demir Hotic, der Neuzugang von Union Solingen, in der ersten Hälfte drei Tore erzielte. Hotic kam am Saisonende insgesamt auf 13 Treffer und wurde nur noch durch Bernd Grabosch mit 16 Saisontoren übertroffen. Die beiden Offensivspieler waren auch die einzigen Kickers-Spieler, die bei allen 38 Meisterschaftspielen eingesetzt wurden.
Großer Rückhalt im Tor war der zur Rückrunde verpflichtete Finne Kari Laukkanen. Aber auch Spieler wie Niels Schlotterbeck, Ralf Allgöwer, Heribert Stadler und Ralf Vollmer prägten diese Aufstiegssaison.
Berüchtigte "Krafft-Ausdrücke
Andere Väter des Erfolges waren Trainer Manfred Krafft, der schon nach dem ersten Training vom Aufstieg überzeugt war und in so mancher Halbzeitpause seine Elf mit harschen "Krafft-Ausdrücken" wachrüttelte.
Und vor allem Präsident Axel Dünnwald-Metzler, der einige Jahre zuvor das "Unternehmen Aufstieg" angekündigt hatte und dafür von vielen Seiten belächelt wurde. Bei der Aufstiegsfeier wurde jeder Spieler von "ADM" mit einem goldenen Ring und einer Goldkette mit Kickers-Wappen bedacht. Dünnwald-Metzler, der insgesamt 24 Jahre als Kickers-Präsident tätig war, starb am 6. April 2004.
Auf Augenhöhe mit dem VfB
Nach dem ersten Bundesliga-Aufstieg waren die "Blauen" endlich auf Augenhöhe mit den "Roten" vom VfB Stuttgart, und es bestand die Hoffnung, nicht mehr alle Top-Talente an den großen Lokalrivalen zu verlieren.
Denn manch große Karriere hatte bei den Stuttgarter Kickers ihren Anfang genommen und kam beim VfB so richtig in Schwung: wie die der späteren Nationalspieler Walter Kelsch, Karl Allgöwer, Guido Buchwald, Jürgen Klinsmann oder Fredi Bobic.
Klassenerhalt knapp verpasst
Doch diese Hoffnung währte nicht lange, denn die Kickers stiegen am Ende der Saison 1988/89 direkt wieder aus der Bundesliga ab. Wenn auch etwas unglücklich, denn punktgleich mit der Frankfurter Eintracht auf dem Relegationsplatz 16 hatte der Aufsteiger ein nur um vier Tore schlechteres Torverhältnis.
Das einjährige Gastspiel der Kickers sollte allerdings nicht das letzte in der Bundesliga sein. 1991 schaffte die Mannschaft des neuen Trainers Rainer Zobel den Wiederaufstieg, um am Ende als Tabellensiebzehnter erneut knapp am Klassenerhalt zu scheitern.
Stefan Kusche
Hier finden Sie weitere Legenden und Geschichten zu den Spielzeiten der 1980er Jahre:
Die Geschichte der Stuttgarter Kickers
1980/81: Völlers Stern geht bei 1860 München auf
1981/82: Siegmann, der "Schlitzer"
1982/83: Schwarze Männer, wechselndes Regelwerk
1983/84: Rummenigge-Deal saniert FC Bayern
1984/85: Das harte Leben des "Königs von Krefeld"
1985/86: Erst Geisterkulisse - dann Happy End für BVB
1986/87: Köln gibt Schumacher den Laufpass
1987/88: Homburg sorgt für Wirbel
1988/89: Auf den Spuren des großen Bruders
Die 1980er Jahre: Rekordsummen und Rekord-Bayern
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
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Acht Stück gegen Ulm
Herausragend dabei das 8:0-Schützenfest in Ulm am 18. Spieltag, bei dem allein Demir Hotic, der Neuzugang von Union Solingen, in der ersten Hälfte drei Tore erzielte. Hotic kam am Saisonende insgesamt auf 13 Treffer und wurde nur noch durch Bernd Grabosch mit 16 Saisontoren übertroffen. Die beiden Offensivspieler waren auch die einzigen Kickers-Spieler, die bei allen 38 Meisterschaftspielen eingesetzt wurden.
Großer Rückhalt im Tor war der zur Rückrunde verpflichtete Finne Kari Laukkanen. Aber auch Spieler wie Niels Schlotterbeck, Ralf Allgöwer, Heribert Stadler und Ralf Vollmer prägten diese Aufstiegssaison.
Berüchtigte "Krafft-Ausdrücke
Andere Väter des Erfolges waren Trainer Manfred Krafft, der schon nach dem ersten Training vom Aufstieg überzeugt war und in so mancher Halbzeitpause seine Elf mit harschen "Krafft-Ausdrücken" wachrüttelte.
Und vor allem Präsident Axel Dünnwald-Metzler, der einige Jahre zuvor das "Unternehmen Aufstieg" angekündigt hatte und dafür von vielen Seiten belächelt wurde. Bei der Aufstiegsfeier wurde jeder Spieler von "ADM" mit einem goldenen Ring und einer Goldkette mit Kickers-Wappen bedacht. Dünnwald-Metzler, der insgesamt 24 Jahre als Kickers-Präsident tätig war, starb am 6. April 2004.
Auf Augenhöhe mit dem VfB
Nach dem ersten Bundesliga-Aufstieg waren die "Blauen" endlich auf Augenhöhe mit den "Roten" vom VfB Stuttgart, und es bestand die Hoffnung, nicht mehr alle Top-Talente an den großen Lokalrivalen zu verlieren.
Denn manch große Karriere hatte bei den Stuttgarter Kickers ihren Anfang genommen und kam beim VfB so richtig in Schwung: wie die der späteren Nationalspieler Walter Kelsch, Karl Allgöwer, Guido Buchwald, Jürgen Klinsmann oder Fredi Bobic.
Klassenerhalt knapp verpasst
Doch diese Hoffnung währte nicht lange, denn die Kickers stiegen am Ende der Saison 1988/89 direkt wieder aus der Bundesliga ab. Wenn auch etwas unglücklich, denn punktgleich mit der Frankfurter Eintracht auf dem Relegationsplatz 16 hatte der Aufsteiger ein nur um vier Tore schlechteres Torverhältnis.
Das einjährige Gastspiel der Kickers sollte allerdings nicht das letzte in der Bundesliga sein. 1991 schaffte die Mannschaft des neuen Trainers Rainer Zobel den Wiederaufstieg, um am Ende als Tabellensiebzehnter erneut knapp am Klassenerhalt zu scheitern.
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