Historie
Historie
|
27.02.2010 18:51:26
Weiterempfehlen
Drucken
schliessen x

Name des Absenders
E-Mail Adresse
Name des Empfängers
E-Mail Adresse

Ein Globetrotter aus dem Ruhrpott wird 70

Friedel Rausch spielte in Duisburg und auf Schalke. Er war auch Trainer der "Knappen"
Seit 1963 gibt es die Bundesliga bereits. Nicht viele können von sich behaupten, Deutschlands Eliteliga von Beginn an und über mehrere Jahrzehnte geprägt zu haben. Friedel Rausch kann es aber sehr wohl.


Denn gleich in der ersten Bundesliga-Saison kam der 1962 vom Meidereicher SV zum FC Schalke 04 gewechselte Rausch zehn Mal zum Einsatz. Er debütierte am 15. Spieltag und erzielte am 29. Spieltag das erste von insgesamt nur sechs Bundesliga-Toren.

Immer sportlich

Mehr als 47 Jahre später feiert Rausch am 27. Februar 2010 seinen 70. Geburtstag. Und wie all die Jahre, die er die Bundesliga als Spieler und Trainer bereichert hat, nimmt Rausch seinen Ehrentag äußerst sportlich.

"Es ist doch egal, wie alt man ist. Hauptsache, man ist gesund", erklärte das in der Schweiz lebende Geburtstagskind. Rausch verbrachte den Geburtstag im Kreis seiner Familie mit Ehefrau Marlies, seinen beiden Söhnen und Schwiegertöchtern sowie vier Enkelkindern.

Zuhause in der Schweiz

Auch wenn er im Herzen ein echter Junge aus dem Ruhrpott ist, Rausch fühlt sich wohl im beschaulichen Luzern. Und er hält sich fit - nur nicht mehr mit Fußball. Golf ist sein großes Hobby (Handicap 14). Auch Tennis mag er. Und in den kalten Monaten des Jahres saust er die Skipisten der Gegend hinunter.

Vor drei Jahren setzte sich Rausch, der das Wort Rentner gar nicht gerne hört, endgültig zur Ruhe. Schuld daran war die zweite Embolie, nach welcher er seinen Job als Sportdirektor beim FC Luzern an den Nagel hängte.

Der Biss in den Allerwertesten

Ruhe, das ist etwas, was Rausch und seine Familie zuvor nur selten erlebte. "16 Mal sind wir umgezogen", erinnerte sich Rausch, der in der Bundesliga 170 Mal für den FC Schalke 04 aufgelaufen ist und nach seiner aktiven Laufbahn als Trainer tätig war.

Als Profi ging Rausch immer da hin, wo es wehtat. Unvergessen in diesem Zusammenhang ist wohl der 6. September 1969. Im Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke wurde der Abwehrspieler von einem Schäferhund eines Ordners in den Allerwertesten gebissen. "Der Schreck und der Schmerz waren groß. Ich konnte zwei Nächte nur auf dem Bauch schlafen, die Narbe am Po kann man heute noch sehen", blickte Rausch zurück.

Vize-Meister mit Schalke

Seine ersten Erfahrung auf der Trainerbank machte er als Co-Trainer von Max Merkel, ehe er im März 1976 selbst Cheftrainer der "Königsblauen" wurde. In der folgenden Spielzeit führte Rausch die Schalker überraschend zur Vize-Meisterschaft.

Ende 1977 war aber Schluss auf Schalke und es dauerte ein Jahr, bis Rausch wieder einen Arbeitgeber fand. Er betreute Eintracht Frankfurt und gewann mit den Hessen den UEFA-Cup 1980. Mit Fenerbahce Istanbul wurde er 1982 türkischer Pokalsieger.

Viele Stationen im Ausland

Es folgten die Stationen MVV Maastricht, Iraklis Saloniki, FC Luzern (Schweizer Meister 1989, Schweizer Pokalsieger 1992) und FC Basel, ehe es ihn wieder nach Deutschland verschlug. Im Sommer 1993 übernahm er das Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern und wurde prompt Vize-Meister.

Im März 1996 musste er den Betzenberg verlassen und heuerte zwei Jahre später am Bökelberg an. Borussia Mönchengladbach rettete er 1998 vor dem Abstieg. Dieselbe Mission misslang jedoch zwei Jahre später mit dem 1. FC Nürnberg. 2001 stand er für drei Monate noch einmal in Frankfurt an der Seitenlinie.

Nicht überall, wo er coachte, war er auch erfolgreich. Dennoch blickt Rausch in Frieden zurück auf seine Zeit als Trainer. "Überall, wo ich weg bin, bin ich im Guten gegangen", sagte er. Noch heute spricht er regelmäßig mit seinen ehemaligen Spielern und Kollegen. Und natürlich verfolgt er die Bundesliga auch aus der Ferne mit großem Interesse.