Historie
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06.05.2009 09:29:45
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Gladbachs zweiter Streich

Die Vorentscheidung in Frankfurt: Horst Köppel (Mi.) spitzelt den Ball vorbei an Eintracht-Torhüter Dr. Peter Kunter zum 2:1 für Gladbach
Borussia Mönchengladbach oder Bayern München: Zwischen 1969 und 1977 machten einzig und allein die beiden gemeinsamen Bundesliga-Aufsteiger von 1965 die Deutsche Meisterschaft unter sich aus. Fünf Mal holte die Borussia den Titel, vier Mal der FC Bayern.


In der Saison 1970/71 steuerte das Duell der seinerzeit besten deutschen Mannschaften auf ein ganz dramatisches Ende zu. Denn nach dem 33. Spieltag lagen Borussen und Bayern quasi gleichauf an der Tabellenspitze. Beide hatten 19 Mal gewonnen, vier Mal verloren, zehn Mal die Punkte geteilt und kamen auf 48:18 Punkte.

Der FC Bayern hatte lediglich ein einziges Tor mehr geschossen als Mönchengladbach: 74:34 Tore standen für die Münchner zu Buche, 73:34 für die Gladbacher. Im Fernduell musste am 29. Mai 1971 die Entscheidung fallen.

Das Radio spielte mit

Der FC Bayern trat beim Tabellenneunten MSV Duisburg an; die Borussen bei der Frankfurter Eintracht, die mit ihren Stars Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski noch im Abstiegskampf steckte.

"Bei uns stand es 1:1 in der Halbzeit, bei den Bayern 0:0. Die Bayern waren zu dem Zeitpunkt also Meister. Wir Spieler wurden von der Bank, die alles am Radio verfolgte, immer auf dem Laufenden gehalten", erinnert sich Horst Köppel. Der damals 23-jährige Angreifer der Borussia sorgte nach der Pause mit seinem Treffer zum 2:1 für die Wende.

Vogts flankt, Köppel trifft

"Berti Vogts hat vorne reingeflankt und ich spitzel den Ball aus 13, 14 Metern am Torwart vorbei ins Tor. Frankfurts Abwehrspieler Trinklein wollte noch klären, kam aber nicht mehr ran", schildert Köppel die vorentscheidende Szene im Frankfurter Waldstadion. Denn vor dem Gladbacher 2:1 hatte Duisburg schon die erhoffte Hilfe geleistet: MSV-Torjäger Rainer Budde gelangen zwei Treffer gegen Bayern-Torwart Sepp Maier - 2:0 lautete auch der Endstand.

"Wir waren uns aber erst nach dem 3:1 durch Jupp Heynckes sicher, er hat auch noch das 4:1 geschossen. Das war natürlich eine ganz spannende Saison, auch weil wir durch den Pfostenbruch im Spiel gegen Bremen einen Punkt verloren hatten. Die Rivalität mit den Bayern war zu dieser Zeit schon groß: Die waren 1969 Meister, wir 1970 und es deutete sich an, dass diese beiden Mannschaften in den nächsten Jahren herausragend werden sollten. Deshalb wollten beide unbedingt 1971 Meister werden", weiß Köppel.

Titelsammler Köppel

Der Gladbacher Meister-Macher auf der Trainerbank hieß Hennes Weisweiler, der am 5. Juli 1983 verstarb. "Er hat uns Fußball vorgelebt, er stand immer hundertprozentig hinter der Sache. Er hatte sicher einen ganz großen Anteil daran, dass viele damalige Gladbacher Spieler später zu Trainern wurden", sagt Köppel.

Der gebürtige Stuttgarter Köppel wechselte nach der 71er Meistersaison zurück zum VfB Stuttgart, ehe er zur Saison 1973/74 zum Gladbacher Bökelberg wiederkehrte. Insgesamt gehört Köppel zu den erfolgreichsten Gladbacher Spielern überhaupt: Fünf Mal wurde der torgefährliche Schwabe Deutscher Meister, zwei Mal gewann er den Uefa-Pokal. Köppel: "Nur den Pokalsieg 1973 habe ich leider verpasst."

Stefan Kusche

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