Historie
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21.01.2009 16:30:00
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1973/74: Das Spiel der Spiele auf dem Betzenberg

Rainer Zobel und Johnny Hansen nehmen Klaus Toppmöller beim Kopfball in die Zange, Franz Beckenbauer schaut nur zu
Das Fritz-Walter-Stadion ist ein Mythos. Legendäre Spiele fanden auf dem Betzenberg schon statt. Doch eine Partie des 1. FC Kaiserslautern bleibt wohl unvergessen.


Es geschah am 20. Oktober 1973. Der FC Bayern war in der Bundesliga eine Macht, die Münchner peilten ihren dritten Titel in Folge an. Dementsprechend selbstbewusste traten sie auch am 12. Spieltag der Saison 1973/74 beim FCK auf.

"Wir waren heiß!"

"Spiele gegen die Bayern waren immer was Besonderes. Da spielte die Provinz gegen die Großstadt, und immer, wenn der Terminplan rauskam, haben wir uns die Partien gleich rot im Kalender angestrichen", erinnerte sich der ehemalige FCK-Stürmer Klaus Toppmöller und ergänzte: "Wir waren heiß! Schließlich kamen da Maier, Beckenbauer, Schwarzenbeck und Müller - alles Hochkaräter, alles Weltstars."

Und das Starensemble von der Isar sorgte schnell für klare Verhältnisse. Nach einem Doppelpack von Bernd Gersdorff und einem Treffer von Gerd "Bomber" Müller führten die Gäste schon nach 36. Minuten mit 3:0. Etwas Hoffnung keimte bei den "Roten Teufeln" auf, als Josef "Seppl" Pirrung kurz vor der Pause auf 1:3 verkürzte. Doch Müllers Treffer in der 58. Minute zum 4:1 für die Bayern

Der Betze-Kampfgeist

"Alles schien vorbei, die Zuschauerreihen lichteten sich, die Leute gingen nach Hause. Schließlich war schon fast eine Stunde gespielt. Und wir haben auf dem Platz sogar überlegt, ob wir uns nicht hinten reinstellen sollten, um den Schaden zu begrenzen", berichtete Toppmöller.

Diejenigen, die die Heimreise angetreten hatten, werden dieses später bitter bereut haben. Denn was folgte, war eine Fußball-Demonstration der Extraklasse. Der Betze-Kampfgeist erwachte. In den Worten von Toppmöller hörte sich das so an: "Und dann ging´s ab, Schlag auf Schlag, jeder Schuss ein Tor."

Sechs Tore in 41. Minuten

Innerhalb von 41. Minuten schossen die Lauterer sechs Tore. 7:4 hieß das Ergebnis am Ende für die Hausherren. Toppmöller zeigte sich für den Beginn des Torreigens verantwortlich. Pirrung erzielte mit zwei weiteren Treffern den Ausgleich. Ernst Diehl und zweimal Herbert Laumen machten das Debakel für die Bayern mit Trainer Udo Lattek perfekt.

Pirrung, der gegen die Bayern wie entfesselt aufspielte, ließ sich nach dem Spiel sogar zu einer "Majestätsbeleidigung" hinreißen. "Das war eine tolle Geschichte. Der Franz Beckenbauer wusste am Ende überhaupt nicht mehr, wo die Mittellinie ist", frotzelte der Dribbelkönig.

Am Ende der Saison feierten die Münchner dennoch ihre dritte Meisterschaft in Folge. Der 20. Oktober 1973 wird jedoch bei den Fans des 1. FC Kaiserslautern immer in Erinnerung bleiben.

Michael Reis


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