Historie
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24.03.2009 08:44:01
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Die "Unzertrennlichen" werden 60
Die Kremers-Zwillinge Helmut (l.) und Erwin kommen zusammen auf 534 Bundesliga-Spiele und 112 Tore
Sie waren die ersten Zwillinge in der Bundesliga und zusammen maßgeblich am Erfolg des FC Schalke 04 in den 70er Jahren beteiligt: Erwin und Helmut Kremers.
Am 24. März 1949 erblickten die eineiigen Zwillinge in Mönchengladbach das Licht der Welt. Schon als Kinder waren die Kremers unzertrennlich. So wunderte es nicht, dass Helmut (273 Bundesliga-Spiele/50 Tore) und Erwin (261 Erstliga-Partien/62 Treffer) im Verlaufe ihrer Karriere immer zusammen in einer Mannschaft gespielt haben.
"Die Vereine wollten uns immer gemeinsam verpflichten. Das hatte nämlich immer auch positive Auswirkungen auf die jeweilige Mannschaft", erklärte Helmut Kremers.
Durchbruch beim OFC
Angefangen hat alles bei Borussia Mönchengladbach. In der Saison 1967/68 feierten die Kremers ihr Debüt im bezahlten Fußball. Doch der Durchbruch sollte in den ersten beiden Spielzeiten noch nicht gelingen. Sowohl Helmut als Linksaußen als auch Erwin als Stürmer kamen nur sporadisch zum Einsatz.
Das sollte sich nach ihrem Wechsel in die Regionalliga Süd zu Kickers Offenbach ändern. Gleich in der ersten Saison 1969/70 wurde nicht nur der Aufstieg in die Bundesliga gefeiert, sondern auch der Gewinn des DFB-Pokals. Auch im folgenden Jahr waren Helmut und Erwin spielbestimmend beim OFC, den Abstieg konnten aber auch sie nicht verhindern.
Führungsspieler nach dem Skandal
Zur Saison 1971/72 folgte der Wechsel, natürlich im Doppelpack, zum FC Schalke 04. Und mit den Kremers kam der Erfolg zurück zu den "Knappen". Über weite Strecken schielte Schalke in der Tabelle von oben hinab auf den Rest der Verfolger. Doch am Ende jubelte der FC Bayern.
Am letzten Spieltag siegten die Münchener im entscheidenden Spiel gegen "Königsblau" (5:1). Für Erwin Kremers "die größte Enttäuschung" seines Lebens. Nur wenige Tage später rehabilitierten sich die Kremers mit Schalke und trugen sich erneut in die Siegerliste beim DFB-Pokal ein.
Da im Zuge des Bundesliga-Skandals viele Spieler gesperrt wurden, waren die Kremers fortan mit Torwart Norbert Nigbur die Galionsfiguren beim S04. Bis auf einen weiteren Vize-Titel im Jahr 1977 blieben die Erfolge auf Vereinsebene aber aus.
Welt- und Europameister
Nicht so in der Nationalmannschaft - wenn auch nicht zusammen. Während Erwin beim Gewinn der Europameisterschaft 1972 einmal mit der deutschen Elf ganz oben auf dem Treppchen stand, war Helmut bei der Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land im DFB-Team dabei.
"Ich fühle mich nicht als Weltmeister. Ich bin damals dabei erwischt worden, als ich aus dem Trainingslager in Malente ausgebüxt bin. Ich habe dann relativ schnell gemerkt, dass meine Chance auf einen Einsatz bei 0,0 stand", blickte Helmut Kremers zurück.
Sein Bruder Erwin war auch nicht dabei. Er leistete sich im letzten Bundesliga-Spiel vor der Weltmeisterschaft einen folgenschweren Lapsus. "Damals wurde ich in Kaiserslautern von der ersten Minute an getreten. Kurz vor Schluss bin ich ausgeflippt. Ich habe den Schiedsrichter massiv beleidigt", erklärte Erwin Kremers der WAZ. Der DFB schloss ihn daraufhin von der Nationalmannschaft aus.
Erfolg im Musikgeschäft
Diese kleinen Eskapaden taten der Popularität der Kremers aber keinen Abbruch. Erwin sahnte auch außerhalb des Fußballplatzes einen Titel ab und gewann den "Bronzenen Otto" bei der Bravo-Leserwahl.
Den wohl größten "Coup" feierten die Kremers 1974. Nach einem Besuch der Sendung Montagsmaler fragte Frank Elstner die Zwillinge, ob sie auch singen könnten, "und Helmut hat ja gesagt".
Vicky Leandros Vater nahm mit den Kremers die Single "Das Mädchen meiner Träume auf", die insgesamt gut 50.000 Mal verkauft wurde. "Das Schlimmste war, dass man irgendwann geglaubt hat, man könnte tatsächlich singen. Dabei war das so ein Käse", so Helmut Kremers.
Präsident der "Knappen"
Nach ihrer aktiven Karriere blieb nur Helmut dem Fußball treu. Drei Mal war er Manager beim FC Schalke 04, ein Mal saß er in der 2. Bundesliga zusammen mit Klaus Fischer gar auf der Trainerbank der "Knappen".
Und 1994 stieg er auf Schalke zum Präsidenten auf. Wobei er eine kleine List angewendet hatte, wie er später zugab. Denn in seiner Rede vor der Wahl setzte er bewusst einen Seitenhieb auf den ewigen Schalker Rivalen: "Wenn wir früher gegen Dortmund gespielt haben, haben wir uns noch nicht einmal umgezogen!" Drei Monate blieb Helmut Kremers im Amt.
Michael Reis
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"Die Vereine wollten uns immer gemeinsam verpflichten. Das hatte nämlich immer auch positive Auswirkungen auf die jeweilige Mannschaft", erklärte Helmut Kremers.
Durchbruch beim OFC
Angefangen hat alles bei Borussia Mönchengladbach. In der Saison 1967/68 feierten die Kremers ihr Debüt im bezahlten Fußball. Doch der Durchbruch sollte in den ersten beiden Spielzeiten noch nicht gelingen. Sowohl Helmut als Linksaußen als auch Erwin als Stürmer kamen nur sporadisch zum Einsatz.
Das sollte sich nach ihrem Wechsel in die Regionalliga Süd zu Kickers Offenbach ändern. Gleich in der ersten Saison 1969/70 wurde nicht nur der Aufstieg in die Bundesliga gefeiert, sondern auch der Gewinn des DFB-Pokals. Auch im folgenden Jahr waren Helmut und Erwin spielbestimmend beim OFC, den Abstieg konnten aber auch sie nicht verhindern.
Führungsspieler nach dem Skandal
Zur Saison 1971/72 folgte der Wechsel, natürlich im Doppelpack, zum FC Schalke 04. Und mit den Kremers kam der Erfolg zurück zu den "Knappen". Über weite Strecken schielte Schalke in der Tabelle von oben hinab auf den Rest der Verfolger. Doch am Ende jubelte der FC Bayern.
Am letzten Spieltag siegten die Münchener im entscheidenden Spiel gegen "Königsblau" (5:1). Für Erwin Kremers "die größte Enttäuschung" seines Lebens. Nur wenige Tage später rehabilitierten sich die Kremers mit Schalke und trugen sich erneut in die Siegerliste beim DFB-Pokal ein.
Da im Zuge des Bundesliga-Skandals viele Spieler gesperrt wurden, waren die Kremers fortan mit Torwart Norbert Nigbur die Galionsfiguren beim S04. Bis auf einen weiteren Vize-Titel im Jahr 1977 blieben die Erfolge auf Vereinsebene aber aus.
Welt- und Europameister
Nicht so in der Nationalmannschaft - wenn auch nicht zusammen. Während Erwin beim Gewinn der Europameisterschaft 1972 einmal mit der deutschen Elf ganz oben auf dem Treppchen stand, war Helmut bei der Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land im DFB-Team dabei.
"Ich fühle mich nicht als Weltmeister. Ich bin damals dabei erwischt worden, als ich aus dem Trainingslager in Malente ausgebüxt bin. Ich habe dann relativ schnell gemerkt, dass meine Chance auf einen Einsatz bei 0,0 stand", blickte Helmut Kremers zurück.
Sein Bruder Erwin war auch nicht dabei. Er leistete sich im letzten Bundesliga-Spiel vor der Weltmeisterschaft einen folgenschweren Lapsus. "Damals wurde ich in Kaiserslautern von der ersten Minute an getreten. Kurz vor Schluss bin ich ausgeflippt. Ich habe den Schiedsrichter massiv beleidigt", erklärte Erwin Kremers der WAZ. Der DFB schloss ihn daraufhin von der Nationalmannschaft aus.
Erfolg im Musikgeschäft
Diese kleinen Eskapaden taten der Popularität der Kremers aber keinen Abbruch. Erwin sahnte auch außerhalb des Fußballplatzes einen Titel ab und gewann den "Bronzenen Otto" bei der Bravo-Leserwahl.
Den wohl größten "Coup" feierten die Kremers 1974. Nach einem Besuch der Sendung Montagsmaler fragte Frank Elstner die Zwillinge, ob sie auch singen könnten, "und Helmut hat ja gesagt".
Vicky Leandros Vater nahm mit den Kremers die Single "Das Mädchen meiner Träume auf", die insgesamt gut 50.000 Mal verkauft wurde. "Das Schlimmste war, dass man irgendwann geglaubt hat, man könnte tatsächlich singen. Dabei war das so ein Käse", so Helmut Kremers.
Präsident der "Knappen"
Nach ihrer aktiven Karriere blieb nur Helmut dem Fußball treu. Drei Mal war er Manager beim FC Schalke 04, ein Mal saß er in der 2. Bundesliga zusammen mit Klaus Fischer gar auf der Trainerbank der "Knappen".
Und 1994 stieg er auf Schalke zum Präsidenten auf. Wobei er eine kleine List angewendet hatte, wie er später zugab. Denn in seiner Rede vor der Wahl setzte er bewusst einen Seitenhieb auf den ewigen Schalker Rivalen: "Wenn wir früher gegen Dortmund gespielt haben, haben wir uns noch nicht einmal umgezogen!" Drei Monate blieb Helmut Kremers im Amt.
Michael Reis
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