Historie
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19.03.2009 11:55:22
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Die Ära "MSV Dietzburg"
Trotz harten Einsatzes von Gegenspieler Karl-Heinz Rummenigge (Mi.) köpft Bernard Dietz das 1:0 beim 6:3-Sieg des MSV gegen die Bayern am 5.11.1977
Eigentlich hat er nur ein Versprechen nicht halten können: "So lange Bernard Dietz in Duisburg spielt, steigt der MSV nicht ab." In der letzten seiner insgesamt zwölf (!) Bundesliga-Spielzeiten für den MSV konnte Bernard "Ennatz" Dietz den Duisburger Abstieg 1982 nicht mehr verhindern.
Es war das Ende einer Ära, die als die Zeit des "MSV Dietzburg" gelten sollte. Am Anfang stand die Saison 1970/71, als der damals 22-jährige Dietz von seinem Heimatverein Bockum-Hövel zum MSV gewechselt war.
Insgesamt sollte es Dietz in seiner Profi-Laufbahn auf 495 Bundesligaspiele bringen, davon 394 für den MSV und 101 für den FC Schalke 04, der Dietz 1982 verpflichtete.
Gelernter Stürmer
Seine große Karriere machte der gelernte Stürmer als Abwehrspieler: Trainer Rudi Faßnacht hatte ihn 1972 zum Linksverteidiger umfunktioniert. Das Stürmerblut half ihm, zum torgefährlichsten Abwehrspieler der Bundesliga aller Zeiten zu werden. Dietz schoss 77 Tore - 70 davon für den MSV -, mit denen er nach Ronald Worm (71) noch immer der zweitbeste Bundesliga-Torschütze des MSV überhaupt ist.
Das wohl spektakulärste Bundesligaspiel von Bernard Dietz fand am 5. November 1977 im Duisburger Wedaustadion statt. Der FC Bayern war zu Gast mit seiner 74er Weltmeistern Sepp Maier, Georg "Katsche" Schwarzenbeck und Gerd Müller. Und dem 22-jährigen Stürmer Karl-Heinz Rummenigge, dem Gegenspieler von Dietz.
Vier Mal Dietz
Es war das Spiel, in dem Duisburg endgültig zum "MSV Dietzburg" wurde. 6:3 lautete der Endstand, und die ersten vier Duisburger Tore hatte Dietz erzielt: zwei mit dem Fuß, zwei mit dem Kopf.
Bis zum 3:3 stand das Spiel auf Messers Schneide. Die 1:0-Führung durch Dietz drehten Bayerns Künkel und Müller in eine 2:1-Pausenführung. Jetzt glich Dietz aus (49.), Müller konterte zum 3:2 (57.), Dietz egalisierte erneut (76.).
"Wenn es eng wurde, bin ich marschiert"
"Bleib jetzt besser hinten, ein Punkt gegen Bayern reicht", mahnte Duisburgs Libero Kees Bregmann. Vergeblich, denn zwei Minuten später stürmte Dietz wieder über die Mittellinie und nutzte die Vorlage von Kurt Jara zum 4:3.
"Früher durften Verteidiger ja eigentlich nicht nach vorne. Aber wenn es eng wurde, bin ich marschiert", sagte Dietz, der den Bayern mit dem 4:3 den K.o.-Schlag versetzte. Worm und Norbert Stolzenburg machten noch das halbe Dutzend voll und ein legendäres Spiel perfekt.
Kapitän der Europameister
Damals waren die Bayern ein gern gesehener Gast an der Wedau. Neben dem 6:3 feierte der MSV noch viele weitere Heimsiege: 1969 begann es mit einem 4:2-Erfolg, dem ein 2:0 (70/71), 3:0 (71/72), 2:0 (72/73), 2:1 (74/75), 5:2 (76/77) und ein 3:1 (78/79) folgten. "Hätten wir damals 34 Saison-Heimspiele gegen die Bayern gehabt, wären wir Deutscher Meister geworden", sagte Dietz.
Auch in der Deutschen Nationalmannschaft, in die ihn Bundestrainer Helmut Schön 1974 zum ersten Mal berief, prägte Dietz eine Ära. Bis 1981 kam er auf insgesamt 53 Einsätze, wurde 1976 Vize-Europameister und nahm als Stammspieler an der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien teil. Seinen größten internationalen Erfolg feierte er jedoch, als er die Deutschland als Kapitän zum Gewinn der Europameisterschaft 1980 in Italien führte.
Stefan Kusche
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Insgesamt sollte es Dietz in seiner Profi-Laufbahn auf 495 Bundesligaspiele bringen, davon 394 für den MSV und 101 für den FC Schalke 04, der Dietz 1982 verpflichtete.
Gelernter Stürmer
Seine große Karriere machte der gelernte Stürmer als Abwehrspieler: Trainer Rudi Faßnacht hatte ihn 1972 zum Linksverteidiger umfunktioniert. Das Stürmerblut half ihm, zum torgefährlichsten Abwehrspieler der Bundesliga aller Zeiten zu werden. Dietz schoss 77 Tore - 70 davon für den MSV -, mit denen er nach Ronald Worm (71) noch immer der zweitbeste Bundesliga-Torschütze des MSV überhaupt ist.
Das wohl spektakulärste Bundesligaspiel von Bernard Dietz fand am 5. November 1977 im Duisburger Wedaustadion statt. Der FC Bayern war zu Gast mit seiner 74er Weltmeistern Sepp Maier, Georg "Katsche" Schwarzenbeck und Gerd Müller. Und dem 22-jährigen Stürmer Karl-Heinz Rummenigge, dem Gegenspieler von Dietz.
Vier Mal Dietz
Es war das Spiel, in dem Duisburg endgültig zum "MSV Dietzburg" wurde. 6:3 lautete der Endstand, und die ersten vier Duisburger Tore hatte Dietz erzielt: zwei mit dem Fuß, zwei mit dem Kopf.
Bis zum 3:3 stand das Spiel auf Messers Schneide. Die 1:0-Führung durch Dietz drehten Bayerns Künkel und Müller in eine 2:1-Pausenführung. Jetzt glich Dietz aus (49.), Müller konterte zum 3:2 (57.), Dietz egalisierte erneut (76.).
"Wenn es eng wurde, bin ich marschiert"
"Bleib jetzt besser hinten, ein Punkt gegen Bayern reicht", mahnte Duisburgs Libero Kees Bregmann. Vergeblich, denn zwei Minuten später stürmte Dietz wieder über die Mittellinie und nutzte die Vorlage von Kurt Jara zum 4:3.
"Früher durften Verteidiger ja eigentlich nicht nach vorne. Aber wenn es eng wurde, bin ich marschiert", sagte Dietz, der den Bayern mit dem 4:3 den K.o.-Schlag versetzte. Worm und Norbert Stolzenburg machten noch das halbe Dutzend voll und ein legendäres Spiel perfekt.
Kapitän der Europameister
Damals waren die Bayern ein gern gesehener Gast an der Wedau. Neben dem 6:3 feierte der MSV noch viele weitere Heimsiege: 1969 begann es mit einem 4:2-Erfolg, dem ein 2:0 (70/71), 3:0 (71/72), 2:0 (72/73), 2:1 (74/75), 5:2 (76/77) und ein 3:1 (78/79) folgten. "Hätten wir damals 34 Saison-Heimspiele gegen die Bayern gehabt, wären wir Deutscher Meister geworden", sagte Dietz.
Auch in der Deutschen Nationalmannschaft, in die ihn Bundestrainer Helmut Schön 1974 zum ersten Mal berief, prägte Dietz eine Ära. Bis 1981 kam er auf insgesamt 53 Einsätze, wurde 1976 Vize-Europameister und nahm als Stammspieler an der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien teil. Seinen größten internationalen Erfolg feierte er jedoch, als er die Deutschland als Kapitän zum Gewinn der Europameisterschaft 1980 in Italien führte.
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