Historie
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21.04.2009 19:04:17
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Der beste Absteiger aller Zeiten

Jürgen Rynio stand in der Saison 1968/69 unter Beschuss
Die Saison 1968/69 hatte es wahrlich in sich. Wohl selten war eine Liga so spannend und ausgeglichen. Nur neun Punkte trennten damals Platz 17 von Platz 2.


Der Leidtragende dieser Leistungsdichte war der 1. FC Nürnberg. Als Titelverteidiger mussten sie den Abstieg antreten. Ein Novum in der Geschichte der Bundesliga. "Und so 'gut' wie wir, war nach uns auch kein Absteiger mehr", erklärte Nürnbergs damaliger Abwehrspieler Fritz Popp im bundesliga.de-Interview.

Recht hat er. Zwar mussten bis zur Einführung der drei Punkte-Regel in einer 18er-Liga noch zwei Teams mit 29 Zählern absteigen, die Tordifferenz des FCN war aber besser.

Klötzer kommt zu spät

Die ersten beiden Spiele gingen für die Franken verloren. Ein Ausrutscher. Mehr nicht, so dachte manch einer. Schließlich katapultierten sich die Nürnberger danach mit vier Punkten wieder auf einen einstelligen Tabellenplatz.

Doch als vom 12. Spieltag an in zehn Partien kein Sieg eingefahren und Offenbach als Schlusslicht abgelöst wurde, da waren die Verantwortlichen des FCN zum Handeln gezwungen. Auch wenn mit Frankfurt, Kaiserslautern, Köln, Berlin, Schalke und Bremen noch genügend Teams in Schlagdistanz von nur einem Sieg lagen. Duisburg, Dortmund und Offenbach hatten mit 21 Zählern auch nur drei Punkte mehr als der Club.

Meistertrainer Max Merkel musste gehen, Robert Körner kam. Aber nur Übergangsweise für 19 Tage, bis in Kuno Klötzer der richtige Mann für den Trainerposten in Nürnberg gefunden wurde. "Der Wechsel kam leider vier Wochen zu spät", analysierte Popp im Nachhinein.

Fragen nach Gegentreffer

Unter Klötzer holten die Nürnberger drei Siege in Serie. Platz 16, der erste Nichtabstiegsplatz, war der Lohn. Kickers Offenbach und Borussia Dortmund mussten zittern. Doch dann zogen wieder dunkle Wolken am Frankenhimmel auf.

Ausgerechnet im direkten Duell um den Abstieg gegen Borussia Dortmund patzte der von Merkel verpflichtete Torwart Jürgen Rynio. Er ließ einen scheinbar haltbaren Ball zum 2:2-Endstand durch die Beine rutschen. Brisant war, dass Rynio in der Folgesaison zum BVB wechseln sollte.

Köln macht zu Hause alles klar

Mit Kaiserslautern, Köln, Nürnberg, Dortmund und Offenbach ging am letzten Spieltag aber noch bei fünf Vereinen das Abstiegsgespenst herum. Da Dortmund erneut gegen einen direkten Konkurrenten antreten musste, hatten Köln und Kaiserslautern bei zwei Punkten Vorsprung aber ein wenig Luft.

Zumal die Kölner im Heimspiel auf den 1. FC Nürnberg trafen. Die Partie war lange Zeit ausgeglichen, ehe Wolfgang Overath das erste von drei Toren der Hausherren zum 3:0 für den FC erzielte. Der Abstieg des FCN war besiegelt. Offenbach verlor in Dortmund und stieg ebenso ab.

Michael Reis


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