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29.08.2009 15:39:42
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Bundesliga-Legenden: Wolfgang Weber

Wolfgang Weber erzielte in 356 Bundesligaspielen 21 Tore
Wollte man einen Dokumentarfilm über die härtesten Fußballer drehen, ein Mann dürfte auf keinen Fall fehlen: Wolfgang Weber.


Denn der Kölner bewies in Zeiten als die TV-Bilder grobkörnig und schwarzweiß waren und Auswechseln noch nicht erlaubt war einen unglaublichen Durchhaltewillen.

Wadenbeinbruch gegen Liverpool

Während heutzutage bereits der kleinste Rempler dafür ausreicht, dass sich ein sagen wir 90-Kilo-Sturmtank mit schmerzverzerrtem Gesicht minutenlang am Boden wälzt, haben die Spieler in den sechziger Jahren darüber nur verächtlich lachen können. Da musste schon weitaus Schlimmeres passieren. Und manchmal reichte selbst nicht.

Wie damals 1965. Der 1. FC Köln traf im Viertelfinale des Europapokal der Landesmeister auf den FC Liverpool und lieferte dem Favoriten im Entscheidungsspiel in Rotterdam einen großen Kampf auf im wahrsten Sinne des Wortes Biegen und Brechen. Denn noch vor dem Seitenwechsel brach sich Wolfgang Weber tatsächlich das Wadenbein.

Doch weil die damaligen Regeln die Möglichkeit eines Spielerwechsels noch nicht vorsahen, biss Weber auf die Zähne und spielte durch. Das machte den "Bullen", wie er genannt wurde, schon damals zu einer Legende. Ein Jahr später geriet Weber erneut in die Schlagzeilen.

Augenzeuge des behrühmtesten aller Tore

Im WM Finale 1966 zwischen Deutschland und Gastgeber England. Erst als Last-Minute-Torschütze zum 2:2-Ausgleich, der die erste Spielverlängerung in der Geschichte des internationalen Fußballs ermöglichte. Und wenig später als Augenzeuge des berühmtesten aller Tore, des Wembley-Tores. Weber reagierte am schnellsten, als der Ball natürlich von der Torlinie zurück ins Feld prallte, und klärte per Kopfball zur Ecke.

Ob das die richtige Entscheidung war, wird bis heute diskutiert. Denn wäre der Ball im Spiel geblieben, so die Argumentation, hätte der unsägliche Linienrichter Tofik Bachramov vielleicht doch nicht auf Tor für England entschieden.

Auch mit seinem Verein, dem 1. FC Köln, dem der heute 65 Jahre alte Wolfgang Weber stets treu blieb, feierte der Blondschopf große Erfolge. Mal in der Abwehr, mal im Mittelfeld, aber immer mittendrin war er am Gewinn einer Meisterschaft und zweier Pokalsiege beteiligt. In der Kölner Double-Saison 1977/78 stand Weber zwar noch im Kader, kam aber wegen einer Herzmuskelentzündung nicht mehr zum Einsatz.

Er beendete seine Spielerkarriere und wurde Trainer. 18 Monate lang coachte Weber den Bundesligisten Werder Bremen, bevor er dort im Januar 1980 entlassen wurde. Anschließend wurde er Repräsentant von adidas. Heute engagiert sich Wolfgang Weber ehrenamtlich für karitative Zwecke und als Botschafter der "Special Olympics".


Kurzporträt

Name: Wolfgang Weber
Geb. am: 26.6.1944
Position: Abwehr/Mittelfeld
Verein: 1. FC Köln
BL-Spiele/-Tore: 356/21
Länderspiele: 53/2
Größte Erfolge: Vizeweltmeister 1966, Deutscher Meister 1964 und 1978, Deutscher Pokalsieger 1968 und 1977, 1978

Tobias Gonscherowski

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