Historie
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22.04.2009 08:14:09
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30 Bundesliga-Spiele für das Gründungsmitglied

Beim ersten Bundesliga-Spiel im Preußenstadion gegen den Hamburger SV kassierte Münster kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleichstreffer
Die erfolgreichsten Fußballclubs aus München und Münster trennen Welten. Der FC Bayern hat praktisch alle Titel geholt, die es weltweit zu gewinnen gibt, während der SC Preußen aus Münster die deutsche Vizemeisterschaft 1951 als bislang größten Vereinserfolg feiern darf.


Doch eins haben die Preußen dem FC Bayern auf ewig voraus: Münster gehörte 1963 zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga, während die Münchner noch der Regionalliga Süd bleiben mussten. Und erst zwei Jahre später zusammen mit Borussia Mönchengladbach den Aufstieg schafften.

Fünf Vereine der damaligen Oberliga West wurden 1963 in die Bundesliga aufgenommen und es war keineswegs sicher, dass Preußen Münster dazugehören würde. Nach einer komplizierten Rechnung wurden die 16 Clubs ermittelt.

Starke Konkurrenz aus der Oberliga West

Die Ergebnisse aller Vereine aus den Oberliga-Spielzeiten 1951/52 bis 1954/55 wurden einfach, die der Spielzeiten 1955/56 bis 1958/59 doppelt und die der Spielzeiten 1959/60 bis 1962/63 dreifach gewertet. Hinzu kamen Zusatzpunkte für das Erreichen von Meisterschaftsendrunden und Pokalendspielen. Außerdem zählte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bewerber.

Borussia Dortmund, der FC Schalke 04 und der 1. FC Köln waren die sichersten der fünf Kandidaten der Oberliga West. Der BVB und der S04 hatten sämtliche der 16 Oberliga-Spielzeiten seit der Gründung 1947 absolviert, die Kölner immerhin 14. Und alle drei Vereine wurden während der Oberliga-Ära auch Deutscher Meister.

Uwe Seeler zur Premiere ins Preußenstadion

Außer Münster durften sich besonders der Meidericher SV (später MSV Duisburg), Alemannia Aachen und Rot-Weiß Essen, der Deutsche Meister von 1955, Hoffnung auf einen der übrigen zwei Plätze machen. Nachdem die Wahl auf Münster und nicht auf Aachen gefallen war, legte die Alemannia, die ebenfalls alle 16 Spielzeiten der Oberliga West angehört hatte, Protest ein, der aber später abgewiesen wurde.

Und so kamen die Fans und Spieler des SC Preußen in den Genuss, gleich am ersten Spieltag der Premierensaison 1963/64 den Hamburger SV mit seinem Stürmer-Star Uwe Seeler zu empfangen. Kaum eine Maus hätte am 24. August 1963 noch ins Preußenstadion gepasst, geschätzte 40.000 Zuschauer drängelten sich auf Tribünen, Laufbahn und Zäunen.

Falk Dörr Preußens erster Bundesliga-Torschütze

Der späte 1:1-Ausgleich durch Hamburgs legendären Linksaußen Gert "Charly" Dörfel verhinderte den optimalen Start der Preußen, die am 5. Spieltag sogar bis auf Platz 5 kletterten. Münsters erster Bundesliga-Torschütze hieß Falk Dörr, dem im Laufe der Saison kein weiterer Treffer gelang.

Doch der befürchtete Abstiegskampf wurde schnell zur Realität für die Halbprofis von Münster, die sich seit dem 15. Spieltag nicht mehr vom 15. Tabellenplatz lösen konnten und zusammen mit dem 1. FC Saarbrücken abstiegen - einen Punkt hinter Hertha BSC Berlin und dem Karlsruher SC.

Endspielniederlage gegen Kaiserslautern

Es sollte bis heute die einzige Saison der Preußen in der Bundesliga bleiben, die schon in ihrem größten Spiel der Vereinsgeschichte denkbar knapp gescheitert waren.

Am 30. Juni 1951 ging Münster zwar durch sein 2007 verstorbenes Idol Felix "Fiffi" Gerritzen vor fast 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion 1:0 in Führung. Doch den Sieg im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft holte sich nach zwei Toren des späteren Weltmeisters Ottmar Walter der 1. FC Kaiserslautern.

Stefan Kusche

Hier finden Sie weitere Legenden und Geschichten zu den Spielzeiten der 1960er Jahre:

Tabelle und Spieltage der Saison 1963/64

1963/64: "De Knoll" Schäfer - die Kölner Leitfigur

1964/65: Zwangsabstieg war Herthas Tiefpunkt

1965/66: "Tas" sorgt für Saison der Trostlosigkeit

1966/67: Zehn Köppels für einen Allofs

1967/68: "Wechselspiele" endlich erlaubt

1968/69: Absturz eines Meisters

Die 1960er Jahre: Die Gründerjahre

Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick