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Charkiw: Einst Festung, heute Science-Fiction Metropole

  • Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Als Festung im 17. Jahrhundert erbaut, ist es heute Europas Science-Fiction-Hauptstadt
  • In Charkiw wird im Metalist Stadion gespielt. Hier trifft am 13. Juni Deutschland auf die Niederlande
  • Das Stadion wurde bereits 1925 gebaut und erfuhr viele Renovierungen und Sanierungen
München - Auch wenn in verschiedenen Schriften nachzulesen ist, dass die Gegend des heutigen Charkiw bereits vor 4.000 Jahren bewohnt war, so entstand die Stadt selbst erst im Jahr 1654. Der Kosakenführer Ivan Karkach ließ die Stadt errichten.


Erbaut wurde Charkiw als Festung zur Verteidigung der Grenzen im südlichen Bereich des russischen Reichs. Sie wurde direkt zwischen den beiden Flüssen Charkiw und Lopan errichtet und nach dem einen der zwei Flüsse benannt. Die ersten Einwohner waren hauptsächlich Soldaten.

Umfunktionierung im 18. Jahrhundert



Doch gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlor Charkiw seine Bedeutung als Festung und Verteidigungsstützpunkt und wurde 1765 zu einem Verwaltungszentrum umfunktioniert. Heute ist Charkiw die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Mehr als 1,4 Millionen Menschen leben in der von Industrie geprägten Stadt.

Auch wenn die Elektro, Nahrungsmittel- und die Chemieindustrie zu den Haupteinnahmequellen Charkiws gehören, so kommt der Tourismus in der nordöstlichen Metropole der Ukraine keineswegs zu kurz.

Freiheitsplatz und Derzhprom sind Highlights



Eine der Sehenswürdigkeiten ist mit Sicherheit der Ploshcha Svobody - der Freiheitsplatz. Es handelt sich dabei um den neuntgrößten Platz der Welt. Hier stehen die Universität der Stadt und das Regierungsgebäude Derzhprom - der erste Wolkenkratzer der Sowjetunion, den Arbeiter seinerzeit von Hand erbauten.

Auch der Shevchenko Park ist einen Besuch wert. Hier sind im Sommer viele Vereine zu finden. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Pokrovskyi-Kloster, die Blahovishchenskyi-Kathedrale oder der Tsentralny Rynok, der wohl berühmteste Markt der Stadt.

Museen und Science-Fiction



Charkiw ist von vielen weiteren Kirchen geprägt und auch viele Theater und Museen sind hier zu finden. Die Metropole ist zudem die europäische Hauptstadt der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur.

Fantastisch wird es auch in diesem Sommer. Dann nämlich ist die EURO 2012 mit drei Vorrundenspielen zu Gast in Charkiw. Highlight ist sicherlich der Klassiker zwischen den Niederlanden und Deutschland am 13. Juni. Die Niederlande trägt im Metalist Stadion auch ihre zwei weiteren Vorrundenspiele gegen Dänemark (9. Juni) und Portugal (17. Juni) aus.

Gebaut als Traktor-Stadion



Das Stadion ist eines der wenigen, das nicht komplett neu erbaut wurde für die Europameisterschaft. Bereits 1925 begannen die Bauarbeiten für die Arena, die bei der Eröffnung ein Jahr später noch Traktor-Stadion hieß.

Es folgten viele weitere Umbenennungen, ehe es 1967 Oblasny SportKomplex (OSK) Metalist genannt wurde. Der Name hat bis heute Bestand. Damals passten gerade einmal 10.000 Zuschauer ins Rund. Kein Wunder also, dass das Stadion mehrfach saniert und erweitert wurde. Zuletzt geschah dies von 2008-2009 im Hinblick auf die EURO 2012.

Technische Daten Metalist Stadion:


  • Baukosten: 60 Millionen Euro

  • Sitzplätze: 41.307 (35.000 bei der EURO 2012)

  • Logenbereich: 506 VIP-Plätze (116 in Logen)

  • 102 Behindertenplätze

  • Besonderheit: Die für die EURO 2012 nötigen Renovierungskosten von 60 Millionen Euro übernahm Metalist-Besitzer Olexander Yaroslavskiy. Die Neueröffnung fand dann an dessen 50. Geburtstag statt.





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