DFL

21.07.2015 - 09:39 Uhr


Faktencheck

Fragen und Antworten zur Diskussion um Bundesliga-Anstoßzeiten

Viel wird derzeit diskutiert: über die Anstoßzeiten in der Bundesliga, den Erhalt der Sportschau und den wirtschaftlichen Abstand zur englischen Premier League. Die DFL gibt die Antworten auf die meistgestellten Fragen.

Warum sind neue Anstoßzeiten geplant?

Es geht vor allem darum, die Europa-League-Starter zu entlasten und ihnen Donnerstag/Samstag-Ansetzungen zu ersparen. Dieser Wunsch ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Clubs geäußert worden. Deshalb soll es nun die Möglichkeit geben, insgesamt zehn Bundesliga-Spiele pro Saison vom Samstagnachmittag abzuziehen und so mehr Regenerationszeit für die Profis zu gewährleisten. Um den Amateurfußball nicht mit der kompletten Anzahl der Begegnungen zu belasten, sollen von diesen zehn Spielen fünf auf den Sonntag (13.30 Uhr) gelegt werden und die anderen fünf auf den Montagabend (20.15 Uhr). Insgesamt sprechen wir also über zehn von 306 Spielen. An den Spieltagen, an denen die Bundesliga am Montag spielt, wird es keine 2. Bundesliga am Montag geben. Das bedeutet: Die Anzahl der Montagsspiele im deutschen Profi-Fußball wird nicht steigen.

Geht es nicht in erster Linie doch vor allem um zusätzliche Vermarktungserlöse?

Natürlich hat ein Bundesliga-Spiel am Montag einen höheren Vermarktungswert als ein Zweitliga-Spiel zur selben Zeit. Fakt ist aber: Bei den geplanten Neuregelungen handelt es sich um einen Spagat im Sinne der unterschiedlichen Interessen, der seine Ursache in erster Linie im Wunsch nach größtmöglicher sportlicher Wettbewerbsfähigkeit der Europa-League-Teilnehmer hat. Um die Einnahmen massiv zu steigern, wäre die Verlegung von zehn Spielen alleine keine geeignete Maßnahme. Maßnahmen wie in Spanien, wo die Primera Division jedes Wochenende für zehn Spiele zehn Anstoßzeiten parat hält, gibt es bei uns aus gutem Grund nicht.

Steht der deutsche Fußball unter Druck, die englische Premier League einzuholen?

Natürlich machen sich die überdimensionalen Summen, die die englische Premier League erlöst, auf dem Transfermarkt bemerkbar. Es macht aber keinen Sinn, sich ständig mit England zu vergleichen. Dort gibt es angesichts des völlig anderen Medienmarktes völlig andere Voraussetzungen. In England haben sich zwei hochprofitable Unternehmen einen Konkurrenzkampf geliefert und sich im Vergabeprozess gegenseitig überboten. Wir haben eine andere Situation. Von daher ist es das erklärte Ziel von Ligaverband und Clubs, mit Blick auf den Gesamtumsatz (also inklusive Medienerlöse, Sponsoring, und Ticketing) die Nummer zwei zu bleiben. Das dürfen wir bei allem Respekt vor England nicht vergessen: Spanien, Italien und Frankreich liegen derzeit noch hinter der Bundesliga.

Was wird aus der ARD-Sportschau?

Es ist derzeit geplant, dass in jedem Fall eine Zusammenfassung der Samstagsspiele im frei empfangbaren Fernsehen noch vor 20 Uhr angeboten wird. Hierbei gibt es zwei Varianten. Zum einen eine Zusammenfassung zwischen 18.30 Uhr und 20.15 Uhr. Zum anderen eine kompaktere Version zwischen 19.15 Uhr und 20 Uhr. Welches Szenario den Zuschlag erhält, hängt vom Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens ab.

Wie geht es weiter?

Das Bundeskartellamt führt derzeit eine sogenannte Marktbefragung durch und gibt dabei Medien-Unternehmen die Gelegenheit, zu den ersten Überlegungen der Liga Stellung zu beziehen. Das Bundeskartellamt wird dann zu einer Bewertung kommen, die die Grundlage für die kommende Ausschreibung bildet. Es ist geplant, die Rechte für den Zeitraum ab der Saison 2017/18 im April 2016 zu vergeben.

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