DFL

17.12.2015 - 17:17 Uhr


Gelungene Wertevermittlung in den Kids-Clubs

Über 130.000 Kinder in Deutschland nutzen die vielfältigen Angebote der Kids-Clubs

Köln - Was 2004 mit dem Engagement eines Trios begann, ist heute ein flächendeckender Service. 31 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga bieten ihren jungen Fans in einem Kids-Club ein ganz spezielles Programm. Mehr als 130.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren nehmen die vielfältigen Angebote derzeit wahr. Tendenz rapide steigend. Um die Erfolgsgeschichte der Kids-Clubs auch in Zukunft weiter zu schreiben, hatte die DFL Deutsche Fußball Liga 2013 eine Evaluationsstudie in Auftrag gegeben, die den Ist-Zustand der Kids-Clubs beleuchten, die Wirksamkeit der Aktionen ermitteln und Handlungsempfehlungen für die Zukunft formulieren sollte. Die Ergebnisse haben Prof. Dr. Antje Dresen und Dr. Pavel Dietz nun in einem Buch vorgestellt.

Zunächst ging es den Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um eine möglichst detaillierte Darstellung des soziodemographischen Hintergrundes der Kinder. Dazu wurden zu verschiedenen Anlässen Daten erhoben. Dresen und Dietz stellten fest, das knapp 90 Prozent der Kids-Club Mitglieder Jungs sind. Das Durchschnittsalter beträgt 10,2 Jahre. Knapp 60 Prozent der Kinder, die bereits auf eine weiterführende Schule gehen, besuchen das Gymnasium. Dieser Wert liegt rund 15 Prozent über dem Bundesschnitt. Etwa elf Prozent der Mitglieder sind Kinder mit Migrationshintergrund.

Ambitionierte Ziele der Kids-Club-Arbeit

Neben dem Spaß an Fußball und Bewegung stehen bei der Konzeption der Kids-Clubs die Vermittlung von Werten wie Respekt, Fairness sowie Offenheit gegenüber den Themen Inklusion und Integration im Mittelpunkt. Auch die klare Ablehnung von Gewalt und Rassismus gehört zu den elementaren Bestandteilen der Kids-Club-Arbeit. Darüber hinaus soll der Kids-Club die Bindung der jungen Fans zu ihrem Verein stärken. Ob diese ambitionierten Ziele auch nachhaltig bei den Kindern ankommen, war eine der spannenden Fragen der Studie.

Prof. Dr. Dresen, Projektleiterin der Studie "Kids-Clubs in Deutschland - Eine soziologische Evaluationsstudie kindgerechter Lern- und Bewegungsangebote", zieht ein überwiegend positives Fazit: "Die Wertevermittlung ist einer der Pfeiler der Kids-Clubs und wird sehr gut transportiert", so Dresen. Die Kinder gaben in freien Befragungen sehr häufig an, dass sie in den Kids-Clubs positive Umgangsweisen lernen. Auch deshalb nutzen viele Kinder das Angebot sehr gerne.

Mitarbeiter als Schlüssel zum Erfolg

Als weiteres großes Plus der Kids-Clubs stellt Antje Dresen das sehr gute Image bei den Kindern heraus. "Die Kids-Clubs haben sich zu einer richtigen Marke entwickelt. Die Kinder haben eine bestimmte Erwartungshaltung an die Angebote - und die wird in der Regel nicht enttäuscht", führt die Juniorprofessorin für Sportsoziologie aus. Eine sehr gute Bestätigung für die gut 270 Mitarbeiter, die in den Kids-Clubs hauptamtlich, auf Honorarbasis oder ehrenamtlich arbeiten. Die Verantwortlichen der Kids-Clubs sind auch ein wesentlicher Faktor der positiven Ergebnisse. "Ohne die engagierten Mitarbeiter wäre der Erfolg der Kids-Clubs nicht möglich", betont Dr. Dietz, der die Studie als leitender Projektmitarbeiter gemeinsam mit Prof. Dr. Dresen durchführte.

In ihren Handlungsempfehlungen für die Praxis regen Dresen und Dietz an, mit dem Programm der Kids-Clubs auch verstärkt Mädchen, Kinder mit Migrationshintergrund und junge Fans mit Behinderung anzusprechen. Dresen ist aber zuversichtlich, dass die Mitgliederzusammensetzung in Zukunft noch heterogener wird: "Die Kids-Clubs sind auf einem sehr guten Weg." Treffender lässt sich das Ergebnis der Studie kaum zusammenfassen.

Florian Reinecke

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