DFL

03.08.2016 - 16:00 Uhr


Innovativer Blick in die Zukunft der Bundesliga

Die Fan- und Sicherheitsbeauftragten diskutierten in Workshops aktuelle Fragen ihrer Arbeit

Idealer Tagungsort: der Business-Club des 1. FC Heidenheim

Bastian Thomas von der Informationsstelle Reisemanagement Fußball stellte Ergebnisse vor

Lars Mühlbradt, Sicherheitsbeauftragter des SV Werder Bremen, gab Input für den Workshop "Willkommenskultur: Personal"

Heidenheim - Auf dem Schlossberg oberhalb der Stadt Heidenheim steht ein Stadion, dessen Ausstattung und Ambiente höchsten Ansprüchen genügt. Mehr als 11.600 Zuschauer haben dort im Schnitt in der vergangenen Saison ein Spiel des 1. FC Heidenheim gesehen. Dass die Arena noch sehr viel mehr Möglichkeiten bietet, verdeutlichte die Sommertagung der Fan- und Sicherheitsbeauftragten aller 36 Clubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga - organisiert von der DFL Deutsche Fußball Liga und dem Deutschen Fußball-Bund.

Zwei Tage lang tauschten sich die Club-Vertreter im Business-Club der Voith-Arena aus und diskutierten unter anderem darüber, wie die Fanbetreuung und die Sicherheit in den Stadien weiter professionalisiert und optimiert werden können. Schließlich sind die Fan- und Sicherheitsbeauftragten ein unverzichtbarer Teil im Kerngeschäft der Clubs geworden. Ihre Aufgaben haben sich in den vergangenen Jahren allerdings teils deutlich verändert.

Und das wird auch so bleiben, betonte Thomas Schneider, Leiter der Abteilung Fanangelegenheiten bei der DFL: "An die Fan- und Sicherheitsbeauftragten werden in Zukunft vielfältige Erwartungen gestellt. Damit geht zwangsläufig eine Weiterentwicklung einher, die durch entsprechendes Fachwissen angereichert werden muss."

Mehr als 1,5 Millionen Gäste-Fans

Teile dieses Wissens vermittelte unter anderem Bastian Thomas, der seit einem halben Jahr die neu geschaffene Informationsstelle Reisemanagement Fußball (InfoRM) besetzt. Er vernetzt und informiert als zentrale Kontaktstelle die beteiligten Partner wie die Clubs, Behörden sowie Verkehrsbetriebe. Ziel ist es, den Reisebedarf der Gäste-Fans unter Berücksichtigung der Gesamtlogistik und den bestehenden Rahmenbedingungen zu analysieren und zu evaluieren.

Ein erstes Ergebnis: In der Saison 2015/16 haben mehr als 1,5 Millionen Fans die Auswärtsspiele ihrer Mannschaften aus der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga besucht. Fast zwei Drittel (circa 65 Prozent) reisten individuell an. Der Rest der anreisenden Gästefans verteilt sich auf Busse, Nah- und Fernverkehr sowie Sonderzüge. Erkenntnisse, die nicht nur als Grundlage für die Weiterentwicklung des Fanreise-Managements dienen, sondern auch in einem Workshop diskutiert und analysiert wurden.

Workshops zu aktuellen Fragen

In einem anderen Arbeitskreis diskutierten die Experten, wie sie dem Phänomen der Radikalisierung einzelner Fan-Szenen begegnen können und wo diesbezüglich die Grenzen und Risiken ihrer Arbeit liegen. Weiterhin vertieften die Club-Vertreter ihr Wissen über den Umgang mit Bedrohungen sowie neuen Brandschutzbestimmungen.

Ein Gremium aus mehreren Fanbeauftragten sowie Vertretern der DFL und des DFB hatte die Sommertagung vorbereitet. Hinzu kamen Wissenschaftler der Universität Kassel und der FH Potsdam, die zugleich die Konferenz moderierten. Dort oben, hoch über Heidenheim.

Victor Fritzen

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