Copa America 2016

26.05.2016 - 18:00 Uhr


Fabian Johnson: Über die Borussia zur Copa America

Mönchengladbach - Fabian Johnson steht vor einem weiteren Höhepunkt seiner Fußballer-Karriere: Mit der Nationalmannschaft der USA spielt der Profi von Borussia Mönchengladbach die Copa America Centenario, die zu ihrem 100-jährigen Jubiläum erstmals außerhalb Südamerikas und mit sechs Teams vom nordamerikanischen Kontinentalverband Concacaf stattfindet.

Für Johnson und die anderen Bundesligastars des US-Teams - Bobby Wood (1. FC Union Berlin), Christian Pulisic (Borussia Dortmund), und John Anthony Brooks (Hertha BSC) - soll es bei diesem Turnier in den USA vom 3. bis zum 26. Juni so weit gehen wie möglich (Übersicht: Dieser Bundesliga-Spieler sind bei der EURO oder der Copa America Centenario).

Johnson bei Klinsmann gesetzt

Johnson geht als Stammspieler ins Turnier, der mittlerweile 28-Jährige genießt das Vertrauen seines deutschen Trainers Jürgen Klinsmann. Der ehemalige deutsche Nationalspieler schätzt besonders die Vielseitigkeit von Johnson, der auf beiden Außenbahnen defensiv wie offensiv eingesetzt werden kann. In Mönchengladbach spielt er nach seinem Wechsel aus Hoffenheim und schwierigem Start vorwiegend als Linksaußen seit anderthalb Jahren auf allerhöchstem Niveau.

In der abgelaufenen Runde half Johnson bei der Borussia aber auch einige Male auf der zentralen Sechser-Position aus. Klinsmann lobt Johnson: "Es ist gut zu wissen, Spieler zu haben, die verschiedene Rollen spielen können und wissen, was sie machen müssen." Im Aufgebot Klinsmanns wird Fabian Johnson in der Abwehr geführt. Tatsächlich agiert Johnson im Nationalteam vorwiegend als Linksverteidiger, so wie beim Testspielsieg am 25. Mai gegen Ecuador (1:0).

 "Ich kann alles spielen, außer Torwart"

Johnson ist das Paradebeispiel für einen Fußballer, den der Trainer Lucien Favre als "polyvalent" bezeichnet - also einen Profi, der auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist. Johnson sagt: "Ich kann eigentlich alles spielen, außer Torwart." Unter Favre gelang Johnson bei der Borussia als Linksaußen der Durchbruch, auf dieser Position kann der schnelle, technisch starke Profi seine Stärken voll einbringen. Zumal er mit seinem taktischen Instinkt und seiner Mannschaftsdienlichkeit auch beim Pressing und im Rückwärtsgang wertvolle Dienste leistet.

Zwar ist Johnson als Rechtsfuß geboren, aber seinen linken Fuß hat er schon früh so nachhaltig geschult, dass ein Unterschied mittlerweile kaum noch festzustellen ist. Die Bereitschaft, sich immer weiterentwickeln zu wollen, war ein Schlüssel für die gelungene Karriere des gebürtigen Münchners, dessen Vater für die US Marines in Deutschland stationiert war und ein guter Basketballer bei den Bayern Baskets war.

U21-Europameister mit Neuer, Hummels und Co.

Ausgebildet wurde Johnson beim TSV 1860 München, bevor er über den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim in Mönchengladbach landete. Mit der deutschen U 21 wurde er 2009 Europameister. Dass er sich später entschied, für die A-Elf der USA aufzulaufen, bereut er nicht - auch wenn seine ehemaligen U 21-Kollegen Manuel Neuer, Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil fünf Jahre später in Brasilien Weltmeister wurden.  Auch Johnson war bei der WM 2014 dabei und schied im Achtelfinale mit den USA gegen Belgien unglücklich aus. In der Vorrunde aber glänzte der dynamische Johnson als Außenverteidiger im Spiel gegen Portugal und stellte Superstar Cristiano Ronaldo kalt.

Längst ist Johnson in Mönchengladbach und im US-Nationalteam unverzichtbar. Bevor er diesen Sommer mit der Borussia die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase erreichen will, möchte Fabian Johnson mit den US-Boys die Gruppenphase der Copa-America-Centenario gegen Kolumbien, Costa Rica und Paraguay überstehen und möglichst bis ins Finale am 26. Juni in East Ruthetford kommen.

Von Tobias Schächter

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