Copa America 2016

26.05.2016 - 12:00 Uhr


Douglas Costa: Training, Tricks und Traumtore

Douglas Costa hat es in seiner ersten Saison bei Bayern auf vier Tore und neun Vorlagen gebracht

München - Die technisch anspruchsvollsten Herausforderungen meistert er buchstäblich im Vorbeigehen. Während einer lockeren Laufeinheit auf dem Trainingsplatz schnibbelt Douglas Costa einen herumliegenden Ball aus fast unmöglichem Winkel ins Tor oder er versenkt einen Eckball per Rabona-Trick im Kasten. Sein Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit, die Costa nicht als solche versteht.

"Für Douglas fühlt sich das Training nicht wie eine Strafe an. Er genießt es und macht das Beste daraus", sagt Lucas Kruel. Und er muss es wissen. Seit drei Jahren arbeitet der 26-Jährige als persönlicher Fitnesstrainer an der Seite Costas. "Lucas ist ein Mensch, dem ich blind vertraue", sagt Costa in einem Dokumentarfilm, den er auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat. Kruel hatte die Idee zu dem Film, der Einblicke in den Alltag des brasilianischen Stars in Diensten des FC Bayern München gewährt. "Wir wollten die Leute motivieren zu trainieren", erklärt Costa. "Das haben wir auch ganz gut hinbekommen."

Spielfreudiger Traumstart

Seit Saisonbeginn läuft der Offensivspieler für den Rekordmeister auf. Praktisch im Rekordtempo katapultiert sich der 25-Jährige, der zuvor fünf Jahre bei Shakhtar Donezk gespielt hat, ins Rampenlicht. Mit seinem Tempo und seiner Technik erobert Costa die Herzen der Fans und ist in der Hinrunde ein mehr als adäquater Ersatz für den verletzten Publikumsliebling Franck Ribery auf dem Flügel. Gleich am 1. Spieltag erzielt er beim 5:0-Sieg gegen den Hamburger SV sein erstes Bundesligator, zur Winterpause ist Costa mit sieben Assists Bayerns bester Vorbereiter.

Doch er eckt auch an mit seiner Spielfreude. Als Costa im Spiel gegen Leverkusen seinen Gegenspieler Julian Brandt mit einem Hackentrick überlupft, kassiert er anschließend einen Rüffel von Arjen Robben,  für den die Aktion am Rand zur Respektlosigkeit ist. Für Costa ist es das nicht. "Ich denke, das ist ein Teil des Spiels und ein Teil des brasilianischen Fußballs", verteidigt sich der Edeltechniker, dessen Fähigkeiten am Ball schon früh auffallen.

Auf den Spuren seines Idols Ronaldinho

Aufgewachsen in Sampucaia do Sul, etwa 20 Kilometer nördlich von Porto Alegre, tritt der junge Douglas Costa de Souza im Alter von 11 Jahren dem Club EC Novo Hamburgo bei und wechselt nach nur einem Jahr in die berühmte Nachwuchsabteilung des brasilianischen Topclubs Gremio Porto Alegre. Exakt ein Jahr nachdem sein großes Idol den Verein in Richtung Europa verlassen hat, um bei Paris Saint-Germain zum Weltstar aufzusteigen. Die Rede ist vom zweimaligen Weltfußballer Ronaldinho. "Er ist nicht nur auf dem Spielfeld großartig", sagt Costa. "Er ist ein Typ, der sich um seine Fans kümmert."

Von seinem Vorbild hat sich Costa einiges abgeschaut. Im Herbst begleitet er seinen Kumpel Kruel, der nebenbei noch als Spielertrainer der Futsal-Mannschaft des SSV Jahn Regensburg arbeitet, zu einer Trainingseinheit und beschert den Jugendlichen des Vereins damit einen unvergesslichen Tag. "In dieser Hinsicht ist Douglas großartig", sagt Kruel. "Er ist ein richtig guter Typ mit einem großen Herz." Den Kindern gibt Costa einen simplen Rat mit auf den Weg: "Trainiert hart, kämpft und seid beharrlich. Dann wird eines Tages eure Zeit kommen."

Ehrgeiz als Antrieb

So wie bei Costa selbst, der dank seiner professionellen Einstellung konsequent an der Verwirklichung seines Traums arbeitet. Dabei befolgt er von klein auf die Worte seines Vaters, der ihm einen gesunden Lebensstil ohne Alkohol und Zigaretten gelehrt hat. "Er gab mir den Rat, dem er selbst nicht folgte", sagt Costa lachend. Und noch etwas treibt ihn seit jeher an: "Meine Familie ist sehr ehrgeizig."

Diese Eigenschaft hilft ihm auch mit Phasen fertig zu werden, in denen es mal nicht so läuft wie auf  der Überholspur. Nach der sensationellen Hinrunde, kann er in der Rückrunde nicht mehr durchgängig an seine Glanzleistungen anknüpfen. Am Ende stehen dennoch beachtliche vier Tore, darunter ein Traumtor in Berlin, und neun Vorlagen in seiner Statistik. Nicht genug für jemanden wie Costa: "Jeder kann sich noch steigern. Was ich vor allem noch verbessern kann, ist, mehr Tore zu erzielen."

Als nächstes will er mit Brasilien bei der Copa America für Furore sorgen. Das harte Training und die akribische Arbeit sollen ihm auch dort zum Erfolg verhelfen. "Ich selbst muss weiter stets von großen Zielen träumen. Und zwar so groß, wie ich es immer getan habe", erläutert Costa sein Motto. "Und bisher hat sich alles erfüllt."

Maximilian Lotz

Weitere Artikel
Blog zur Copa
Transferbörse
Trainingslager
Termine im Sommer

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH