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Schwäbische Stehaufmännchen

"In Aalen kann es schnell gehen, aus dem Niemandsland zu kommen und trotzdem in der 2. Bundesliga Fuß zu fassen", sagt Coach Stefan Ruthenbeck

Kapitän Leandro Grech hat seinen Vertrag erst Anfang des Jahres bis 2016 verlängert

Mit dieser Mannschaft geht der VfR Aalen in die Saison 2014/15

Aalen - Beim VfR Aalen amüsieren sie sich derzeit prächtig: Das Team gilt mal wieder gilt als prädestinierter Absteiger - wie schon in den beiden Spielzeiten zuvor. Fakt ist jedoch, dass die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck die vergangene Saison auf Platz 11 beendete. Und das, obwohl an allen Ecken und Enden gespart werden musste. Nun haben erneut einige Leistungsträger das Team verlassen. Doch dem Optimismus tut das keinen Abbruch.

Wer sich darauf einlässt, als Manager oder Trainer in Aalen anzuheuern, weiß, dass er mit Nackenschlägen leben muss. Vor der vergangenen Saison sprang der wichtigste Sponsor ab. Trainer Ralph Hasenhüttl, der das Team von der 3. Liga nach oben geführt hatte und prompt den Klassenerhalt schaffte, verließ den VfR daraufhin - genau wie ein halbes Dutzend Stammspieler. Doch siehe da: Die Schwarz-Weißen trotzten mit Nachfolger Stefan Ruthenbeck erneut allen Widrigkeiten und hielten erneut die Klasse. Und über Ruthenbeck, der vom Coach der U23 zum Chef befördert worden war, sprechen plötzlich viele mit Respekt, die noch im vergangenen Sommer sicher waren, dass das Experiment mit dem im Profibereich unerfahrenen Trainer zum Scheitern verurteilt sei.

Neuling im Profigeschäft

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Im bezahlten Fußball hat der VfR nicht die ganz große Tradition: 1921 gegründet, spielte man seit den 80ern meist eine gute Rolle im baden-württembergischen Fußball. Seit der Jahrtausendwende gehörte Aalen sogar zum Inventar der Regionalliga, ehe 2008 der Aufstieg in die 3. Liga gelang, aus der man sich allerdings wieder verabschiedete. 2010 gelang der Wiederaufstieg und der Klassenerhalt, ein Jahr später belegte man Platz 2 - und fand sich in der 2. Bundesliga wieder (Statistik). Dort will man sich auch im dritten Jahr in Folge behaupten und sich fußballerisch erneut weiterentwickeln.

Große Fußstapfen

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In diesem Sommer heuerten wieder Spieler an, für die allenfalls geringe Ablösesummen fällig waren. Profis wie Phil Ofosu-Ayeh (23, MSV Duisburg / Foto), Maximilian Welzmüller (24, SpVgg Unterhaching), Arne Feick (26, Arminia Bielefeld), Dominick Drexler (24, SpVgg Greuther Fürth) und Andreas Ludwig (23, 1899 Hoffenheim), die bei ihren ehemaligen Vereinen größtenteils nicht zum Stamm gehörten, wollen sich auf der Ostalb beweisen. Sie treten in große Fußstapfen, denn die Abgänge wie Sascha Traut, Enrico Valentini (beide Karlsruher SC), Daniel Buballa (FC St. Pauli) und Benjamin Hübner (FC Ingolstadt) waren allesamt Stammkräfte. Doch die Kunst, aus der Not eine Tugend zu machen, beherrschen sie bekanntlich nirgendwo besser als beim VfR (Kader).

Neue spielerische Identität

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Coach Ruthenbeck (Foto) schaffte es, einem Team, das unter seinem Vorgänger noch jede Menge Beton angerührt hatte, auch eine spielerische Identität zu verleihen. Die defensive Stabilität wird auch in der kommenden Saison die Grundlage des Aalener Spiels sein – auch wenn der VfR zuletzt spielerisch dazugelernt hat. "Alle wissen, dass eine vernünftige Defensivarbeit auch in der kommenden Saison die Basis für den Klassenerhalt sein muss", sagt Verteidiger Oliver Barth im Interview mit bundesliga.de.

Die Siege gegen den KSC (1:0) und den 1. FC Union Berlin (3:1) oder die Auswärtserfolge beim 1. FC Kaiserslautern (2:1) und auf St. Pauli (3:0) waren vollauf verdient. Gerade in der Fremde imponierte die Qualität im Konterspiel. Dabei wurden viele Spieler eingebunden, die noch Monate zuvor in der fünften oder sechsten Liga gespielt hatten. "In Aalen kann es schnell gehen, aus dem Niemandsland zu kommen und trotzdem in der 2. Bundesliga Fuß zu fassen", sagt Ruthenbeck, der auch in der kommenden Saison wieder einige Talente einbauen will und muss. "Es spricht sich allmählich in der Branche herum, dass junge Talente bei uns den ersten Schritt im Profifußball machen können."

Christoph Ruf

 Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Aalen kassierte 2013/14 die wenigsten Gegentore nach Konterangriffen (nur eins).
  • Aalen wartet in der 2. Bundesliga weiterhin auf ein Tor aus einem direkt verwandelten Freistoß.
  • Nur Ingolstadt ließ in der letzten Saison weniger Kopfball-Gegentore zu (drei) als Aalen (vier).
  • Aalen holte 2013/14 nach einem 0:1-Rückstand (14 Mal) nur drei Punkte, drehte kein einziges Spiel.
  • Einzig Aue kassierte in der letzten Saison mehr Gegentore in der ersten halben Stunde (21) als Aalen (17).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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