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Umbruch für bessere Zeiten

Bochums Chefcoach Peter Neururer meint: "Es wird besser werden als zuletzt!" (© imago)

Kapitän Andreas Luthe ist eine der wenigen Konstanten im Team des VfL

Mit dieser Mannschaft geht der VfL Bochum in die Saison 2014/15 (© imago)

Bochum - Der VfL Bochum hat wieder einmal den großen Umbruch eingeleitet und hofft auf bessere Zeiten. An den Aufstieg mag nach einer komplett verkorksten Saison und dem nur knapp verhinderten Abstieg niemand denken - "utopisch" nennt Peter Neururer derartige Ziele. Der Trainer verspricht zwar erfolgreicheren und attraktiveren Fußball, ruft im bundesliga.de-Interview aber auch ein "Übergangsjahr" aus.

In der vergangenen Saison war der VfL mit viel Euphorie in die Spielzeit gestartet und dann böse bis auf Platz 15 abgestürzt. Nicht zuletzt dank einer Mannschaft, der es an Struktur und Mentalität gleichermaßen fehlte. Wohl auch aus diesem Grund unterlag der Verein nicht dem Reflex, einfach den Trainer auszutauschen. Kult-Coach Peter Neururer darf weiterarbeiten und bekommt dazu einen runderneuerten Kader an die Hand, den er mit Sportvorstand Christian Hochstätter zusammengestellt hat.

Feilen müssen Trainer und Team vor allem am Offensivspiel. Nur 30 Tore in 34 Partien waren in der Vorsaison eines der Hauptprobleme. Zudem gilt es, die notorische Heimschwäche abzustellen. Soll der Funke zu den zuletzt desillusionierten Fans wieder überspringen, müssen dieses Mal mehr als fünf Siege an der Castroper Straße her. (Bochums Saison 2013/14)

Die "Unabsteigbaren"

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Die Erwartungen bei den VfL-Anhängern sind jedenfalls immer wieder groß. Nur allzu gern würde man an vergangene Zeiten anknüpfen, als die Bochumer zum Inventar der Bundesliga zählten und als die "Unabsteigbaren" galten. Von 1971 bis 1993 spielte der vermeintlich kleine und finanziell nicht auf Rosen gebettete VfL in der Eliteklasse - und beantwortete den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte mit dem direkten Wiederaufstieg.

Ab Mitte der 90er Jahre aber war es mit der Konstanz vorbei. Dem insgesamt sechsten Abstieg im Jahr 2010 stehen 1996/97 unter Klaus Toppmöller und 2003/04 unter Peter Neururer zwei fünfte Plätze in der Bundesliga gegenüber. Die Auftritte in der Europa League zählen bis heute zu den Sternstunden für die VfL-Anhänger und sind zugleich eine Mahnung: Auf die letzte Europapokal-Qualifikation folgte ebenfalls ein Abstieg. (Video: VfL Bochum im Portrait)

Blieben die Zeiten in der 2. Bundesliga sonst immer nur eine kurze Episode, muss Bochum aktuell bereits das vierte Jahr in Folge hier verharren - mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen (Statistik). Mit geschickten Transfers und einer guten Nachwuchsarbeit soll es dennoch mittelfristig wieder zurückgehen in die Bundesliga. "Bundesliga-Fußball ist beim VfL absolut realistisch", sagt Peter Neururer.

Verstärkung für die Offensive

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Mit Marcel Maltritz und Paul Freier haben zwei VfL-Urgesteine ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt, doch das sind bei weitem nicht die einzigen Veränderungen im Kader. Insgesamt 16 Abgängen stehen acht externe Neuzugänge sowie vier hoffnungsvolle Talente aus der eigenen U19 gegenüber. Bis auf wenige Ausnahme wie Torhüter Andreas Luthe und Innenverteidiger Patrick Fabian hat sich das Gesicht der Mannschaft grundlegend gewandelt, was nach den Eindrücken der Vorsaison auch dringend nötig war.

Mit Blick auf ein effektiveres und variableres Offensivspiel wurde der Angriff aufgerüstet. Vor allem auf "Heimkehrer" Stanislav Sestak (31 Jahre, Bursaspor, Foto/li.) mit seiner internationalen Erfahrung und dem physisch starken Simon Terodde (26, Union Berlin, Foto/r.) ruhen die Hoffnungen (Interview). Verpflichtet wurden mit Stefano Celozzi (25, Eintracht Frankfurt) und Timo Perthel (25, Eintracht Braunschweig) auch zwei klassische Außenverteidiger, die ebenfalls die Offensive mit ankurbeln sollen. Nicht zuletzt daran hatte es dem VfL im Vorjahr komplett gefehlt.

Einen guten Griff scheint Bochum auch mit Jan Simunek gemacht zu haben. Der 27-jährige Verteidiger kommt aus Kaiserslautern und Neururer traut ihm zu "die Lücke zu schließen, die Marcel Maltritz hinterlassen hat". Das gilt nicht nur für die Rolle des Abwehrchefs; beim runderneuerten VfL soll der Tscheche auch als Führungsspieler voran gehen.

Einer mit WM-Erfahrung

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Die Verpflichtung von Stanislav Sestak (Foto) darf getrost als kleiner Königstransfer bezeichnet werden. Die Anhänger erinnern sich nur allzu gern an die 28 Bundesliga-Treffer, die der slowakische Stürmer bei seinem ersten Engagement von 2007 bis 2010 in 86 Partien für die Bochumer geschossen hat. Zwar ist Sestak inzwischen 31 Jahre alt, bringt aber eben auch eine Menge Erfahrung mit. Auf seinem Konto stehen unter anderem 55 Länderspiele und die WM-Teilnahme 2010.

Die letzten vier Jahre hatte Sestak in der Türkei gekickt (Ankaragücü, Bursaspor) und sich als schneller und abschlussstarker Angreifer durchaus für andere Vereine empfohlen. Herz und Verstand aber gaben den Ausschlag für den VfL: "Ich habe es noch nie erlebt, dass sich ein Verein so um mich bemüht hat. Ich freue mich total, dass ich wieder zu Hause bin."

Sestak wird in der neuen Spielzeit ebenso im Fokus stehen wie der Trainer. Auch in seiner inzwischen insgesamt sechsten Saison beim VfL bleibt Peter Neururer ein Typ, der polarisiert. An seiner offenen und direkten Art wird der 59-Jährige "Fußballverrückte" aber auch künftig festhalten: "Wischi-waschi will im Ruhrpott niemand hören!"

Dietmar Nolte

Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Bochum landete in der letzten Saison nur auf Rang 15 und schnitt damit so schlecht ab wie nie zuvor in der 2. Liga.
  • Einzig Sandhausen erzielte 13/14 weniger Tore (29) als Bochum (30).
  • Nur Cottbus gestattete in der letzten Saison den Gegnern mehr Großchancen (59) als Bochum (58), umgekehrt war der VfL selbst das Team mit den wenigsten Großchancen (25).
  • Nur Bochum kassierte 13/14 sechs direkte Freistoßtore.
  • Einzig die Verteidiger von St. Pauli erzielten in der letzten Saison mehr Tore (zehn) als die Abwehrspieler von Bochum (acht).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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