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Die Uhr tickt weiter

Seine Tore sorten für die Rettung: Pierre-Michel Lasogga (l.) traf auch im entscheidenden Relegations-Rückspiel bei der SpVgg Greuther Fürth

Mit einem 1:1 setzte sich der HSV dank der Auswärtstorregel beim Zweitliga-Dritten durch

Zuvor waren sowohl Thorsten Fink ...

als auch Bert van Marwijk gescheitert. Mirko Slomka schaffte dann mit Ach und Krach den Klassenerhalt - und der Dino bleibt der Liga erhalten

Hamburg - Vor der Saison war es beim Hamburger SV eigentlich wie immer. Die Ergebnisse in der Vorbereitung waren eher mäßiger Natur, dennoch träumten Spieler, Verantwortliche und Fans schon wieder von höheren Aufgaben. "Unser Ziel ist Europa", formulierte Vorstandsboss Carl-Edgar Jarchow deutlich die Aufgabenstellung an die Mannschaft um Trainer Thorsten Fink.

Mit dem 3:3 zum Saisonauftakt auf Schalke schien noch die Sonne auf den Bundesliga-Dino. Doch schon nach vier weiteren Spieltagen mit lediglich einem Sieg gegen Braunschweig zog Jarchow die Reißleine und stellte Fink frei. Feuerwehrmann Rodolfo Esteban Cardoso übernahm für eine Partie, bevor Bert van Marwijk als neuer Hoffnungsträger verpflichtet wurde.

Van Marwijk geht, die Probleme bleiben

Doch mit dem Niederländer wurde es nicht besser. Im Gegenteil. Neun Niederlagen, drei Siege und drei Unentschieden später verabschiedete sich van Marwijk mit dem zweitschlechtesten Punkteschnitt (0,8) aller Trainer in der Vereinsgeschichte aus der Hansestadt. Nach sieben Niederlagen in Folge blieb dem Club kaum eine andere Wahl.

Es kam Mirko Slomka, der aber mit den selben Problemen zu kämpfen hatte wie seine Vorgänger. Der Kader war nur bedingt bundesligatauglich. Routiniers wie Rafael van der Vaart sollten in den brenzligen Situationen eigentlich vorne weg gehen, tauchten aber zusehends unter. Der HSV taumelte hilflos dem Abstieg entgegen.

Rettung dank Lasogga und Calhanoglu

Im Winter wurde auf Drängen van Marwijks mit Ola John und Ouasim Bouy Spieler verpflichtet, denen es an Erfahrung und Spielpraxis fehlte. So war das niederländische Duo im Kampf um den Klassenerhalt auch keine Hilfe und saß eigentlich nur auf der Bank.

Dass der Super-GAU, der erste Bundesliga-Abstieg der Historie, nicht eingetreten ist, war hauptsächlich der Verdienst von Hakan Calhanoglu und Pierre-Michel Lasogga. Die beiden Youngster sorgten mit ihrer individuellen Klasse und ihren Toren dafür, dass die Stadionuhr in der Imtech Arena 2014/15 das 52. Jahr der Bundesligazugehörigkeit anzeigen darf. Calhanoglu traf elf Mal, der von Hertha BSC ausgeliehene Lasogga gar 13 Mal ins Netz. Lasogga kehrt nach jetzigem Stand nach Berlin zurück.

Schlechteste Ausbeute der HSV-Geschichte

Am Ende holten die Rothosen in der Rückrunde lediglich elf Zähler, 29 waren es insgesamt. Die schlechteste Ausbeute, die jemals ein HSV-Team eingefahren hat. 75 Gegentreffer kassierte in diesem Spieljahr auch kein anderes Team im deutschen Profifußball. Wer deshalb aber eine Trotzreaktion der Profis in der Relegation erwartet hatte, der wurde enttäuscht.

Gegen Greuther Fürth waren große Teile der Mannschaft einfach nicht in der Lage, die Situation bewusst anzunehmen. Die Spieler zeigten sich vor allem im Hinspiel dem Druck nicht gewachsen. In der entscheidenden Partie in Fürth wurde dann noch einmal auf die Zähne gebissen, es war aber wieder dem Torriecher Lasoggas zu verdanken, dass die Hamburger erleichtert feiern durften.

Westermann: "Wir hatten Glück"

Nun gilt es für den HSV, eine tiefgehende Ursachenforschung zu betreiben, alles auf den Kopf zu stellen und, wenn nötig, mit einer komplett neuen Vereinsstruktur an die alten, erfolgreichen Zeiten anzuknüpfen. Das Umfeld ist dafür bereit, allein die Fans hatten trotz einiger Verfehlungen das Format für den Europapokal.

Heiko Westermann brachte es in Fürth auf den Punkt: "Wir haben nach einer schlechten Saison Glück gehabt, dass wir nicht abgestiegen sind. Ich freue mich für die Fans. Sie haben es am meisten verdient. Und die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, die uns auch bei jedem Spiel unterstützt haben und tagtäglich mitfiebern. Danke!"

Michael Reis

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