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Die Highlights der Saison

Ja-Cheol Koo (M.) zeigte beim schönsten Mainzer Tor der Saison, was er kann

Nicht nur torgefährlich: Shinji Okazaki (l.) war auch als "erster Verteidiger" für Mainz extrem wertvoll

Wichtigster Spieler: Shinji Okazaki

Die Mentalität von Shinji Okazaki beschreibt der Mainzer Manager Christian Heidel so: "Wenn der Shinji kein Tor erzielt hat, dann glaubt er, der Mannschaft nicht geholfen zu haben." Wie schlecht muss sich der Japaner demnach gefühlt haben, als er letzten Sommer mit nur einem erzielten Tor in der abgelaufenen Runde vom VfB Stuttgart nach Mainz gekommen war. Beim FSV traf der mittlerweile 28-Jährige dann aber 15 Mal und erwies sich nicht nur als bester Torschütze und aggressiver erster Verteidiger, sondern auch als würdiger Nachfolger von Adam Szalai, der zu Schalke ging. Statt wie in Stuttgart auf der Außenbahn setzte ihn der Mainzer Trainer Thomas Tuchel in Sturmzentrum ein, wo der immens fleißige Japaner zu einem unumstrittenen Leistungsträger avancierte, und so oft traf wie kein Japaner in einer Bundesligasaison je vor ihm. Mit Japans Nationalmannschaft will Okazaki nun bei seiner zweiten WM-Teilnahme für Überraschungen sorgen, in der Landesauswahl ist seine Trefferquote mit 38 Toren in 73 Länderspielen ohnehin schon stark.

Aufsteiger der Saison: Johannes Geis

Als Johannes Geis vor der Saison von Greuther Fürth zum FSV, hatte das Mittelfeldtalent kaum jemand auf der Rechnung für einen Stammplatz. Am Ende aber dieser Runde hat sich der 20-Jährige fast unverzichtbar gemacht. Erstaunlich routiniert, passsicher und zweikampfstark packte er seine Chance beim Schopf, als sich Julian Baumgartlinger verletzte und über ein halbes Jahr ausfiel. Mit 33 Einsätzen ist die Bilanz nicht nur formal überragend für den Jungen aus Großbardorf. Geis setzte sich trotz großer Konkurrenz im Mainzer Mittelfeld durch und bewies mit Selbstbewusstsein sein Können. Noch aber sehen viele Steigerungspotenzial bei Geis, sein Trainer Tuchel war sogar darüber enttäuscht, dass der Mittelfeldspieler nicht zum Testspiel der Nationalmannschaft gegen Polen eingeladen wurde.

Tor der Saison: Koo gegen Freiburg

Es war die Entscheidung gegen den SC Freiburg: Ja-Cheol Koo ließ Matthias Ginter ins Leere laufen - und schlenzte den Ball von der Strafraumgrenze zum 2:0-Endstand in den Winkel. Es war ein wunderschönes Tor. Und es war gleichzeitig ein Versprechen auf mehr solcher Momente des südkoreanischen Nationalmannschaftskapitäns in der neuen Saison. In der Rückrunde der abgelaufenen Runde waren solche Momente nämlich rar, in denen Koo seine außergewöhnlichen Fähigkeiten zeigen konnte, auch gegen Freiburg wurde der im Januar vom VfL Wolfsburg abgelöste Rekordtransfer nur eingewechselt. Die Umstellung auf die aggressive Vorwärtsverteidigung fiel dem Techniker noch schwer. Aber in jener 86. Minute im Spiel gegen den SC Freiburg hat ganz Mainz gesehen, dass dieser Spieler fähig ist, enge Spiele für seinen Club entscheiden zu können.

Das bleibt hängen: Tuchels Punktlandung

Manager Christian Heidel hätte ja gerne gehabt, dass vor allem die tolle Mannschaftsleistung mit dem Einzug in die Europa-League-Qualifikationsrunde als Ganzes in Erinnerung bleibt von dieser Saison 2013/14 - und nicht die letzten zwei Tage, in denen die vorzeitige Trennung von Tuchel bekannt wurde. Das wird schwierig werden. Und trotzdem: Sportlich schafften die Mainzer es, hinter den großen ersten sechs Clubs als beste vom Rest der Liga abzuschneiden. Und das, obwohl die Angst vor einem Absturz nach den Weggängen von langjährigen Säulen wie Szalai und Ivanschitz vor der Runde bei manchem Fan vorhanden war. Die Mainzer verschafften sich mit ihrer Art und Weise des Fußballspielens großen Respekt in Fußballdeutschland. Das sollte trotz der von Tuchel gewünschten Trennung von dieser Saison hängen bleiben.

Tops:

  • Mainz spielte die zweiterfolgreichste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte (53 Zähler). Nur in der Spielzeit 2010/11 schnitt der FSV besser ab (58 Punkte).

  • Mit 52 Treffern stellte Mainz den Vereinsrekord aus der Saison 2010/11 ein.

  • Als einziges Team der Liga spielte Mainz zu Hause neun Mal zu null - so oft wie noch nie in einer Saison.

  • Nur für Bayern trafen die Joker öfter (17 Mal) als für Mainz (zehn Mal).

  • Mainz traf ligaweit am häufigsten nach Steilpässen (15 Mal).

Flops:

  • Mainz stellte die harmlosesten Verteidiger der Liga, die Abwehrspieler trafen nur ein Mal.

  • Mainz war die Mannschaft, die sich die wenigsten Eckbälle erspielte (134).

  • Einzig Mönchengladbach schlug weniger Flanken (196) als Mainz (278).

  • Nur gegen zwei Mannschaften trafen Angreifer öfter als gegen Mainz (27 Mal).

  • Einzig Hamburg wurde vor Gegentoren häufiger erfolgreich ausgekontert (18 Mal) als Mainz (17 Mal).

Tobias Schächter

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