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Zurück zu alter Kontinuität

Rachid Azzouzi (l.) und Roland Vrabec wollen die Kiezkicker zu mehr Kontinuität führen (© imago)

Fingerzeig des Leitwolfs und neuen Kapitäns am Millerntor: Sören Gonther

Mit dieser Mannschaft geht der FC St. Pauli in die Saison 2014/15

Hamburg - Zum zweiten Mal in Folge hat es der FC St. Pauli nicht geschafft, sich in den Top 25 in Deutschland zu platzieren. Dieses Ziel hat sich der Kiezklub auf die Fahnen geschrieben. Vereine wie der 1. FSV Mainz 05 und der SC Freiburg gelten als Vorbild. Erschreckend vor allem die Auftritte vor eigenem Publikum. 2014 belegten die Braun-Weißen nur Rang 14 der Heimtabelle. Das Millerntor hat für die Gegner seinen Schrecken verloren (Statistik).

Am 6. November 2013 löste Roland Vrabec Michael Frontzeck als Chefcoach ab und war damit der dritte Cheftrainer innerhalb von 16 Monaten. Nun gehen der Coach und Sportdirektor Rachid Azzouzi, der im Juli 2012 mit Helmut Schulte eine weitere Kultfigur ersetzt hatte, erstmals alleinverantwortlich für die Zusammenstellung des Kaders in eine Saison. Das Minimalziel für die kommende Spielzeit heißt Platz 7. Daran müssen sich Trainer und Sportdirektor messen lassen, um das erste mal seit Holger Stanislawskis Abschied wieder für Kontinuität am Millerntor zu sorgen.

Keine finanziellen Vabanquespiele mehr

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Anhänger der Braun-Weißen befinden sich seit Jahrzehnten in einem Wechselbad der Gefühle. Viermal durften sie zwischen 1977 und 2010 den Aufstieg in die Bundesliga feiern, aber länger als zwei Jahre dauerte kein Gastspiel im Oberhaus.

Tiefpunkte waren die Lizenzverweigerung für die 2. Bundesliga aus finanziellen Gründen 1979 und 2003. Jeweils vier Jahre tingelten die Hamburger in der Drittklassigkeit durch die norddeutsche Tiefebene, bevor die Rückkehr in die 2. Bundesliga gefeiert werden konnte. Der Verein stand wiederholt vor der Insolvenz oder hing am Tropf einzelner Mäzene.

Erst unter Corny Littmann (Präsident von 2002 bis 2010)  gelang die Konsolidierung. Mit Aktionen, die über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregten, rettete der illustre Theaterchef den Verein. Der FC Bayern kam zum Benefiz-Spiel "Weltpokalsiegerbesieger - Weltpokalsieger", das "Retter"-T-Shirt war deutschlandweit ein Renner. Mittlerweile ist der Verein "gesund", finanzielle Vabanquespiele gehören der Vergangenheit an. Lieber ein weiteres Jahr 2. Bundesliga, als noch einmal am finanziellen Abgrund stehen - so lautet das Motto.

Kein Geld für Verstärkungen

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Mit Top-Scorer Fin Bartels, den es zu Werder Bremen in die Beletage des deutschen Fußballs zieht und Kapitän Fabian Boll, dem letzten der Helden, die den Weg von der Regionalliga in die Bundesliga gegangen sind, verlassen zwei wichtige Spieler den Verein.

Zum neuen Kapitän hat Vrabec Sören Gonther (Foto) ernannt, aber adäquater Ersatz für Top-Scorer Bartels (sieben Tore/5 Vorlagen) und für den Leitwolf und Mittelfeld-Abräumer Boll ist nur schwer zu finden, denn für spektakuläre Neuzugänge ist kein Geld da. Keinen (!) Euro gab der Verein bisher für Neuzugänge aus (zum Kader).

Mit Daniel Buballa (24) vom VfR Aalen und Rechtsaußen Michael Görlitz (27) vom FSV Frankfurt kommen zwei Spieler ablösefrei ans Millerntor, die die Liga kennen. Verteidiger Lasse Sobiech wird vom Nachbarn Hamburger SV ausgeliehen. Ein gutes Geschäft für beide Seiten: Der 23-Jährige bekommt Spielpraxis und kann sich für höhere Aufgaben empfehlen und der Defensive des FC, mit 49 Gegentreffern die sechstschlechteste der Vorsaison, Stabilität verleihen (Saisonrückblick 2013/14).

Auf der Suche nach den Stars von morgen

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Ob Nationalspieler wie Max Kruse, Ivan Klasnic oder Frankfurts Top-Torschütze Alex Meier sowie aktuell Finn Bartels: Alle Jahre wieder muss der FC St. Pauli den Abgang seiner besten Spieler verkraften. Also sind Sportdirektor Azzouzi (Foto), Trainer Vrabec und die Scouts gefragt. Ihnen muss es gelingen, Spieler zu finden, die zum Verein passen. Sie müssen den Kader so zusammenzustellen, dass die Ziele erreicht werden können. "Eine Mannschaft, die fußballerische Qualität hat und mit Leidenschaft und Herz spielt", erhofft sich Vrabec im Interview mit bundesliga.de.

Darüber hinaus baut der Verein auf seine Nachwuchsarbeit. Mit Joachim Philipkowski (Leiter Nachwuchs-Leistungszentrum und Trainer U 19), Hans-Jürgen Bargfrede (U 17) und Jugend-Torwarttrainer Klaus Thomforde sowie U-23-Coach Thomas Meggle geben ehemalige Profis ihre Erfahrung weiter. In der kommenden Saison wird sich zeigen, ob ihre Arbeit bei Kyong-Rok Choi (19) und Dennis Rosin (18) Früchte trägt und die Mittelfeldspieler den großen Sprung von der U 19 ins Profigeschäft schaffen.

Jürgen Blöhs

 Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Mit Negativlauf in die neue Saison: St. Pauli gewann 13/14 nur eines der letzten neun Spiele, blieb dabei in den letzten fünf Partien sieglos.
  • Auswärts war St. Pauli in der letzten Saison ein Aufstiegskandidat und holte 28 Punkte (nur Köln mehr), zu Hause waren es aber nur 20 Zähler (weniger als z.B. bei Absteiger Dresden).
  • St. Pauli erzielte 13/14 die meisten Kontertore (13).
  • Die Verteidiger von St. Pauli erzielten 13/14 die meisten Tore (zehn).
  • St. Pauli ließ in der letzten Saison die meisten Torschüsse im eigenen Strafraum zu (307).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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