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Her mit den 40 Punkten

Ein Bild, zwei Hoffnungsträger: Romario Kortzog soll für die nötigen Tore sorgen, Trainer Falko Götz die richtigen Entscheidungen treffen

Patrick Schönfeld FC Erzgebirge Aue verletzt

Patrick Schönfeld wird seinem neuen Team nach einem Mittelfußbruch vorerst nicht helfen können (©Imago)

Ein Brüderpaar aus Estland ist ebenfalls neu im Erzgebirge: Hannes (l.) und Henri Anier sind in ihrer Heimat Nationalspieler

Aue - Nachdem der FC Erzgebirge Aue 2012 und 2013 erst ganz am Ende und nur sehr knapp die Klasse hielt, stand der Ligaverbleib 2014 schon frühzeitig fest (Statistik). Das Festhalten an Trainer Falko Götz beginnt sich auszuzahlen. Der frühere Offensivspieler kann den Veilchen immer mehr seinen Stempel aufdrücken. Dennoch wird es für die Sachsen erneut nur darum gehen, so schnell wie möglich die magische 40-Punkte-Marke zu knacken.

Der 52-jährige Falko Götz, der unweit des Erzgebirges im vogtländischen Rodewisch geboren wurde, kann immerhin nun schon zum zweiten Mal in Folge eine komplette Sommervorbereitung mit seinem Team absolvieren (Sommerfahrplan). Das ist schon deshalb wichtig, weil Götz die Last des Toreschießens besser verteilen muss als bisher. Denn Aues Topstürmer Jakub Sylvestr, mit 15 Treffern (gemeinsam mit Paderborns Mahir Saglik) Torschützenkönig der vergangenen Saison, ging den "Schachtern" ebenso von der Fahne wie Flügelmann Guido Kocer, der sechs Treffer beisteuerte. Zusammen erzielten die beiden Abgänge die Hälfte der 42 Tore des FC Erzgebirge.

Aufgrund der für Auer Verhältnisse stattlichen Ablöseeinnahmen für Sylvestr und Kocer konnte sich der FC Erzgebirge Aue erstmals auch mehrere neue Spieler leisten, die aus laufenden Verträgen herausgekauft werden mussten. Dennoch ist es absolut realistisch, wenn man in Aue erneut das Saisonziel ausgibt, so früh wie möglich 40 Punkte zu sammeln und damit den Klassenerhalt zu sichern.

"Die Macht aus dem Schacht"

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"Hier in Aue müssen immer kleine Brötchen gebacken werden", weiß Falko Götz im Interview mit bundesliga.de zu berichten. Das war nicht immer so: Seine größten Erfolge feierte der Bergarbeiterklub in den 1950er Jahren  - kurioserweise unter dem Namen des nahegelegenen Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Dorthin sollte die BSG Wismut Aue delegiert werden, doch nach heftigen Protesten aus der Bevölkerung machten die Funktionäre einen Rückzieher. So spielte der SC Wismut Karl-Marx-Stadt weiter in Aue und feierte dort drei Meisterschaften in Folge in den Jahren 1956 (Foto), 1957 und 1958. Viele Fans besingen die "Macht aus dem Schacht" bis heute mit "Wismut! Aue!"-Wechselgesängen.

Fast die gesamte DDR-Zeit über spielte das Team erstklassig - nach der Wiedervereinigung gelang das nicht wieder. Immerhin ging es auch nie weiter runter als in die Drittklassigkeit. Sportliche Höhepunkte waren die Aufstiege in die 2. Bundesliga 2003 und 2010. Nach Letzterem wurde Aue sogar sensationell Herbstmeister. Dennoch: Für eine Stadt mit deutlich unter 20.000 Einwohnern in einer Region, die bis heute unter den Folgen der Deindustrialisierung nach dem Ende der DDR leidet, ist allein schon die Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga aller Ehren wert.

Die Neuen: eine ausgewogene Mischung

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Damit das so bleibt, musste im Sommer erneut versucht werden, mit kleinem Geld und großer Spürnase die Abgänge zu kompensieren. Mit Mittelfeldmann Patrick Schönfeld (aus Bielefeld) und Außenverteidiger Thorsten Schulz (aus Dresden) kamen zwei Spieler, die die Liga und den Abstiegskampf kennen. Daneben wechselte mit Stipe Vucur aus Innsbruck ein talentierter Innenverteidiger ins Erzgebirge, der bei RB Salzburg ausgebildet wurde und Falko Götz an seinen früheren Bundesligaspieler Joe Simunic erinnert.

Für die Offensive holte der FC Erzgebirge Aue mit dem Niederländer Romario Kortzog (Foto) und dem Esten Henri Anier ebenfalls vielversprechende Leute. Bei Anier nahm man auch gleich den jüngeren Bruder Hannes unter Vertrag - der 21-Jährige besitzt laut Götz  eine "unheimlich große Handlungsschnelligkeit". Bis auf den 29-jährigen Schulz sind alle Neuzugänge 25 Jahre oder jünger und damit noch entwicklungsfähig. Wie in früheren Jahren auch bleibt bei den Neulingen allerdings abzuwarten, wie gut und wie schnell sie sich in dieser Klasse zurechtfinden werden.

Der Star ist die Mannschaft – und der Trainer

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Fest steht: Mit Sylvestr und Kocer sind die beiden besten und torgefährlichsten Spieler der letzten Saison weg. Wer von den Neulingen in ihre Fußstapfen zu treten vermag oder wer von den Arrivierten, etwa Frank Löning, Rico Benatelli oder Arvydas Novikovas in ihre Rolle hineinwachsen kann, wird sich zeigen.

Fest steht aber auch: Die ganz großen Stars gab es in Aue eigentlich noch nie. Eine geschlossene Mannschaftsleistung in Verbindung mit einem erfahrenen Trainer waren dort immer der Schlüssel zum Erfolg. Falko Götz (Foto) jedenfalls hat gleich zu Beginn seiner Amstzeit Ende der vorvergangenen Saison sowie im Winter 2013/14 bewiesen, dass er auch unter Druck die richtigen Entscheidungen trifft und darüber hinaus die Mannschaft auch spielerisch zu entwickeln versteht. Damit dürfte der frühere Bundesligaspieler inzwischen einen gewissen Bonus bei den Verantwortlichen haben - beste Voraussetzung, um auch die nächste schwierige Phase gemeinsam zu meistern.

André Anchuelo

 Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Aue muss den zum 1. FC Nürnberg abgewanderten Jakub Sylvestr ersetzen, der in der letzten Saison mit 15 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga war.
  • Aue war aber nicht nur Sylvestr: Nur für Fürth trafen 13/14 mehr unterschiedliche Spieler (16) als für Aue (15).
  • Einzig Kaiserslautern ließ in der letzten Saison weniger Torschüsse nach Standardsituationen zu (90) als Aue (115).
  • Nur Cottbus wurde 13/14 vor Gegentoren häufiger erfolgreich ausgekontert (14 Mal) als Aue (elf Mal).
  • Aue hat von den letzten 16 Auswärtsspielen nur eines gewonnen (3:2 in Cottbus am 22. Spieltag 13/14).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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