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An der Grenze

Die Frankfurter stießen in der Saison 2013/2014 oftmals an ihre körperlichen und personellen Grenzen (© Imago)

Coach Armin Veh verlässt die Eintracht nach drei Jahren mit großen Erfolgen. Nach dem Aufstieg folgte die Europa-League-Teilnahme und zuletzt der Klassenerhalt

Pirmin Schwegler wird die Eintracht in Richtung Hoffenheim verlassen

Frankfurt am Main - Das letzte Heimspiel gegen Bayer Leverkusen ging zwar 0:2 verloren, aber Armin Veh wurde gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Drei Jahre war der Augsburger Trainer von Eintracht Frankfurt, nach dieser Saison verlässt er den hessischen Traditionsclub - und kann gelassen zurückschauen.

Nach dem Aufstieg gelang gleich der Sprung in den Europacup - und am Ende der abgelaufenen Runde mit großer Belastung relativ souverän der Klassenerhalt.

"Wir hatten ja keine Erfahrungswerte mit der Dreifachbelastung von Liga, Pokal und Europa-League", analysierte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Die Highlights der Europapokalabende konnten die Frankfurter in der Liga nicht aus den Kleidern schütteln - die Belastung war in der Vorrunde einfach zu groß.

Belastung nicht zu kompensieren

Während die Mannschaft im Europapokal und im DFB-Pokal überwinterte, stand das Team von Armin Veh in der Liga in der Winterpause nur auf Rang 15 mit nur 15 Punkten. Wie der SC Freiburg konnte auch die Eintracht die Dreifachbelastung in der Liga nicht kompensieren.

Nach dem Ausscheiden im Pokal gegen Dortmund und in der Europa-League gegen den FC Porto im Februar konnte sich die Mannschaft im gewohnten Liga-Rhythmus steigern und gewann wichtige Heimspiele.  Wichtig für die erfolgreichere Rückserie waren die ersten beiden Heimspielsiege gegen Hertha Berlin (1:0) und Eintracht Braunschweig (3:0). Auch die Rückkehr von Torgarant Alexander Meier nach langer Verletzung trug zum Aufschwung bei.

Personelle Konstanz fehlt

Ohnehin mussten die Frankfurter viele langfristige Verletzungsausfälle von Leistungsträgern verkraften: Meier, Sebastian Rode und Pirmin Schwegler fehlten fast eine halbe Runde. Nicht immer konnten das Fehlen dieser Leistungsträger kompensiert werden.

Nachdem Rode und Schwegler im zentralen Mittelfeld ausfielen, agierte der etatmäßige Innenverteidiger Marco Russ im Mittelfeld ordentlich und der lange nicht eingesetzte Martin Lanig zeigte seine Klasse. Zumal in der Spitze Joselu erst am Ende durchsetzen konnte, Vaclav Kadlec konnte die Form nach seiner Verpflichtung aus Prag nicht halten, Srdjan Lakic wechselte im Winter nach Kaiserslautern.

Die Dreifachbelastung zehrte auch an Leistungsträgern aus dem Vorjahr, Außenbahnspieler Inui verlor seinen Stammplatz wie Linksverteidiger Bastian Oczipka, der ebenso mit Verletzungen zu kämpfen hatte wie Stefan Aigner. Den Frankfurtern fehlte die personelle Konstanz bei gleichzeitiger höherer Belastung.

Systemabweichung für den Klassenerhalt

Konstant gut spielten über die ganze Runde vor allem Torwart Kevin Trapp und Innenverteidiger Carlos Zambrano. Als Armin Veh nach dem letzten Heimspiel ein so emotionaler Abschied beschert wurde, dankten die Frankfurter Anhänger ihm vor allen die großartigen Europapokalabende, die unvergessen bleiben werden. In der Liga schaffte die Eintracht in der abgelaufenen Runde nicht so viel Spektakuläres.

Um den Klassenerhalt zu retten, wich Veh sogar von seiner bedingungslosen Offensividee ab, und verordnete seiner Mannschaft in der heißen Phase eine kontrolliertere Spielweise, was sich als richtiger Schachzug erwies. Kontrovers wurde Vehs Maßnahme diskutiert, Spieler zu schonen, die bei der nächsten Gelben Karte fehlen würden, um sie sicher bei wichtigeren, anstehenden Spielen dabeizuhaben.

So war das zum Beispiel beim Spiel bei Rekordmeister Bayern München (0:5), wo Rode und Zambrano geschont wurden, um gegen Braunschweig dabei zu sein (3:0). Die Eintracht spürte in dieser Saison mitunter schmerzhaft ihre Grenzen.

Tobias Schächter

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