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Ein etwas anderer Absteiger

"Wir wollen eine stabile Saison spielen", sagen Sportdirektor Marc Arnold (l.) und Trainer Torsten Lieberknecht

Neuer Hoffnungsträger ist der 21-jährige Norweger Mushaga Bakenga (© imago)

Mit dieser Mannschaft geht Eintracht Braunschweig in die Saison 2014/15

Braunschweig - Angekommen in der Realität. Nach einem Jahr "Abenteuer" spielt Eintracht Braunschweig wieder in der 2. Bundesliga. Doch was für viele Vereine eine Katastrophe wäre, ist für die Niedersachsen nicht viel mehr als eine Randnotiz. Dann eben wieder 2. Bundesliga. Eintracht Braunschweig ist kein "normaler" Absteiger. 

In der vergangenen Bundesliga-Saison zierten die Löwen fast über die gesamte Saison hinweg das Tabellenende (Statistik), kämpften aber bis zum letzten Spieltag noch um den Klassenerhalt. Letztlich fehlte dem Team von Torsten Lieberknecht aber die Qualität im Kader und die nötige Erfahrung (Die Saisonbilanz 2013/14).

Nach dem verpassten Klassenerhalt verließen einige Leistungsträger den Club. Aufgrund dieser Abgänge und wegen des fehlenden finanziellen Spielraums sieht Sportdirektor Marc Arnold die Eintracht auch nicht als Topteam. "Wir wollen eine stabile Saison spielen", sagen Arnold und Lieberknecht unisono (zum großen Interview mit Marc Arnold).

Der Substanzverlust im Kader ist groß. Arnold ist sich aber sicher, gut eingekauft zu haben. Unter mangelnder Fanunterstützung wird die Eintracht nicht leiden. Die Euphorie nach dem Aufstieg in die Bundesliga ist noch nicht verebbt. Die Niedersachsen haben bereits 16.000 Dauerkarten für die kommende Saison verkauft.

Der Einmal-Meister von 1967

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Nur noch die älteren Fans von Eintracht Braunschweig können sich an die letzte und einzige Meisterschaft erinnern. Es war 1967, als die Braunschweiger mit ihrem legendären Trainer Helmuth Johannsen den Titel holten.

Doch nach dem Gewinn der Meisterschale ging es für die Niedersachsen immer weiter bergab. Auch die sensationelle Verpflichtung des Weltmeisters Paul Breitner in der Saison 1977/78 änderte daran nichts. Breitner verließ nach nur einer Saison den Club Richtung Bayern München. 1980 stieg die Eintracht erstmals aus der Bundesliga ab. Es folgte zwar der sofortige Wiederaufstieg, doch nach vier weiteren Jahren sollte es in Braunschweig lange Zeit keinen Bundesliga-Fußball mehr geben.

Bis in die Niederungen der Regionalliga Nord verschlug es die Löwen, ehe der heutige Trainer Torsten Lieberknecht in der Saison 2007/08 das Team in einer schwierigen Phase übernahm und die Eintracht vor dem Fall in die Oberliga bewahrte. Fortan sollte es nur noch einen Weg geben: nach oben. Nach 28 Jahren führte Lieberknecht die Eintracht wieder in die Bundesliga. Das Intermezzo dauerte allerdings nur eine Saison (Video: Eintracht Braunschweig - "Im Zeichen des Hirschen").

Kein finanzielles Risiko

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Die Braunschweiger sind, wie gewohnt, finanziell kein Risiko eingegangen. Drei der sieben Neuzugänge sind Leihspieler. Besonders in den Fokus rücken könnte der 21-jährige Stürmer Mushaga Bakenga (Foto), der Domi Kumbela im Sturmzentrum ersetzen soll. "Er ist eines der Toptalente in Norwegen gewesen. Bakenga hat über 50 U-Länderspiele gemacht und ist dann für viel Geld nach Brügge gewechselt und hat dort aufgrund von vielen Trainerwechseln nicht den Durchbruch geschafft. Wir hoffen, dass er diesen jetzt bei uns schafft", erklärt Sportdirektor Arnold. Der norwegische Nationalspieler schließt sich für mindestens eine Saison der Eintracht an.

Neben Bakenga sind auch Vegar Hedenstad (Freiburg, Leihe) und Hendrick Zuck (Freiburg, Leihe) neu im gelb-blauen Dress. Außerdem konnten die Braunschweiger den Schweizer U-21-Nationalspieler Saulo Decarli (AS Livorno) verpflichten. Er könnte als neuer Innenverteidiger Ermin Bicakcic ersetzen, der zur TSG Hoffenheim wechselte. Rafal Gikiewicz wird den Konkurrenzkampf im Tor verschärfen. Er spielte in der Vorsaison noch bei Slask Wroclaw in Polen.

Der Star ist die Mannschaft

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Schon Berti Vogts wusste: Der Star ist die Mannschaft. Diese Fußballfloskel trifft auch zu 100 Prozent auf Eintracht Braunschweig zu. Lieberknecht stellt immer wieder das Team und nicht den einzelnen Spieler in den Vordergrund. Mit dieser Maxime formte er vor zwei Spielzeiten einen Bundesliga-Aufsteiger. Zusammen mit Sportdirektor Arnold hat er wieder einen homogenen Kader zusammengestellt, der für das obere Drittel gut genug sein sollte.

Alexander Barklage

Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Braunschweig spielte 13/14 seine historisch schlechteste Bundesliga-Saison, holte nur 25 Punkte.
  • Braunschweig schoss 13/14 die wenigsten Tore in der Bundesliga (29).
  • Die Eintracht feierte in der letzten Saison nur einen Auswärtssieg (2:0 in Wolfsburg), in den letzten 14 Gastspielen gab es vier Remis und zehn Niederlagen.
  • Braunschweig kassierte 13/14 nur drei Gegentore durch Abwehrspieler - nur die Bayern weniger.
  • Die Eintracht-Spieler wurden in der letzten Saison in der Bundesliga am häufigsten gefoult (584 Mal).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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