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Gladbach auf Europa-Kurs

Freude am Niederrhein: Die Fohlen schlossen die Hinrunde als Tabellendritter ab

Im letzten Spiel der Hinrunde traf Juan Arango gegen Wolfsburg mit einem direkten Freistoß in den Winkel

Seit Lucien Favre bei Gladbach im Amt ist, geht es mit sen Fohlen aufwärts

Mönchengladbach - Am Ende fehlten nur fünf Minuten, um aus einer bereits sehr guten Hinrunde eine überragende zu machen. Mit einem winzigen Schönheitsfehler schloss Borussia Mönchengladbach das erste Halbjahr ab. Im letzten Heimspiel gaben die Fohlen beim 2:2-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg kurz vor Schluss den Sieg noch aus der Hand und damit den ersten Punkt nach zuvor acht Siegen im eigenen Stadion ab. Das Remis reichte aber, um noch vor Borussia Dortmund auf Platz 3 zu überwintern.

"Wir müssen positiv denken: 33 Punkte, eine sehr positive Tordifferenz. Das ist schon gut“, fasste Borussia-Trainer Lucien Favre die starke Vorrunde zusammen, nachdem die erste Enttäuschung über das Malheur gegen Wolfsburg verflogen war. Die Punktanzahl ist exakt die gleiche, die Gladbach schon vor zwei Jahren eingefahren hatte. Damals reichte es am Ende für Platz 4 und die Champions-League-Qualifikation.

Christoph Kramer als "Kilometerfresser"

Diesen 4. Platz fassten sie in Mönchengladbach aber eher als Fluch denn als Segen auf. An dieser Platzierung, an diesem positiven "Ausreißer“ wollten sie sich nicht messen lassen, zumal der Verein seinerzeit drei seiner besten Spieler abgeben und eine neue Mannschaft aufbauen musste. Diese belegte im Vorjahr einen respektablen 8. Platz und wurde im vergangenen Sommer sehr punktuell verstärkt.

Bei den von Sportdirektor Max Eberl realisierten Transfers landete die Borussia drei Volltreffer. Im defensiven Mittelfeld schaffte der aus Leverkusen ausgeliehene und zuletzt zwei Jahre beim VfL Bochum in der 2. Bundesliga kickende Christoph Kramer auf Anhieb den Sprung in die Stammelf. Der 22-Jährige verpasste kein Spiel, wurde zum "Kilometerfresser“ und verdrängte einen alten Haudegen wie Thorben Marx.

Kramer verrichtet seinen Dienst unauffällig für die Mannschaft, seine Wichtigkeit wird eher von den Experten erkannt. Die Fans feiern dagegen lieber die Torjäger. Neuzugang Raffael traf bereits neun Mal und damit sogar einmal öfter als der aus Freiburg gekommene Max Kruse. Auf das Konto der beiden gingen 17 der bislang 35 Tore, also fast die Hälfte.

Rotation in Gladbach ein Fremdwort

Max Kruse ist nicht nur unumstrittener Fanliebling in Mönchengladbach, er wird sogar in der Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw dank seiner Vielseitigkeit dem amtierenden Torschützenkönig Stefan Kießling vorgezogen. Für viele Fachleute ist Max Kruse der Aufsteiger der Saison der ganzen Bundesliga.

Mit dem Hype um seine Person geht der 25-Jährige bemerkenswert souverän und gelassen um. Max Kruse ist geerdet und verfällt nicht in die allgemeine Euphorie um seine Person und den Verein. Immer wieder mahnt er, vor den schweren Spielen in der Rückrunde. "Für den gegenwärtigen Erfolg können wir uns nichts kaufen“, sagt er dann.

Die Konstanz der in den letzten acht Spielen ungeschlagenen „Elf vom Niederrhein“ basiert darauf, dass die Truppe eingespielt ist und die Vorgaben ihres Coaches umsetzen kann. Lucien Favre hat seine Wunschelf gefunden und bietet sie immer wieder auf. Rotieren muss er nicht, da die Borussia weder international noch (nach der unnötigen Auftaktpleite im DFB-Pokal beim Drittligisten Darmstadt 98) im DFB-Pokal vertreten ist.

Schwere Situation für Luuk de Jong

So haben sieben Borussen - Marc-Andre ter Stegen, Tony Jantschke, Juan Arango, Patrick Herrmann, Kramer, Raffael und Kruse - alle 17 Vorrundenspiele absolviert. Martin Stranzl und der im letzten halben Jahr bärenstarke Granit Xhaka brachten es zudem auf 16 Einsätze. Das Grundgerüst steht, Wechsel nimmt Favre fast nur bei Sperren oder Verletzungen vor.

Das ist gut für die Stammelf, aber weniger gut für die Ersatzspieler, allen voran Luuk de Jong, dem Toptransfer des Vorjahres. Er stand noch kein einziges Mal in dieser Spielzeit in der Startelf und bei seinen 13 Kurzeinsätzen nur rund 80 Minuten auf dem Platz. Ein Tor gelang ihm noch nicht. Es dürfte schwer für de Jong werden, an seiner Situation etwas zu ändern, so lange seine Konkurrenten so stark auftrumpfen.

FC Bayern als Gradmesser zum Rückrundenstart

Borussia Mönchengladbach liegt nun bei Halbzeit der Saison auf Platz 3, vier Punkte hinter Leverkusen, einen vor Dortmund und immerhin fünf Zähler vor Rang 7. Die wie vor zwei Jahren geglückte Qualifikation für den internationalen Wettbewerb sollte das Ziel für die kommenden sechs Monate sein. Doch Vorsicht ist geboten.

Denn zum Rückrundenauftakt warten in den ersten beiden Heimspielen gegen den übermächtigen FC Bayern und Angstgegner Bayer Leverkusen dicke Brocken auf Borussia. In der Hinrunde tat sich Gladbach gegen Gegner aus den Top 6 ohnehin sehr schwer und holte in fünf Partien nur vier Punkte, darunter der äußerst schmeichelhafte 2:0-Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Punkten die Fohlen gleich gegen München und Leverkusen, könnte Europa so ganz allmählich Konturen annehmen.

Tobias Gonscherowski

TOPS

  • Sehr erfolgreiche Angreifer: Einzig die Stürmer von Leverkusen erzielten mehr Tore (25) als die Angreifer von Mönchengladbach (17).
  • Passsicher: Einzig Bayern hat eine geringere Fehlpassquote (13,2 Prozent) als Mönchengladbach (15,4 Prozent).
  • Dominante Spielweise: Einzig Bayern hatte mehr Ballbesitz (66 Prozent) als Mönchengladbach (56 Prozent).
  • Souverän bei Ecken: Mönchengladbach ist nach Eckbällen noch ohne Gegentor.
  • FairMönchengladbach beging die wenigsten Fouls (169).

FLOPS

  • Öfter wurde man ausgespielt: Elf der 19 Gegentore gab es nach Pässen – der Anteil von 58 Prozent ist sehr hoch.
  • Noch ohne Tor nach Ecke: Mönchengladbach wartet noch auf das erste Saisontor nach einem Eckball. Die Borussen hatten auch die wenigsten Ecken von allen Teams (57).
  • Schwache Flanken: Einzig Braunschweig traf seltener nach einer Flanke als Mönchengladbach (ein Mal). Die Borussen schlugen von allen Teams auch die wenigsten Flanken (107).
  • Außen viel zugelassen: Die Gegner kamen 248 Mal zum Flanken – nur bei Leverkusen und Bremen häufiger.
  • Keine Tempohärte: Einzig Bremen sprintete seltener als Mönchengladbach (durchschnittlich nur 188 Sprints pro Spiel).
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