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Viel Spektakel, wenig Punkte

Kevin Volland (r.) ist Teil der mit 36 Toren zweitbesten Offensive der Liga

Spiele in Sinsheim haben in der Hinrunde höchsten Unterhaltungswert, so wie das 4:4 gegen Bremen am 14. Spieltag

Wo geht die Reise hin? Mit 18 Punkten steht Hoffenheim nur vier Punkte vor dem Relegationsplatz

Sinsheim - Die 0:1-Niederlage beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig vermieste der TSG 1899 Hoffenheim den Vorrundenabschluss. Mit 18 Punkten und dem kuriosen Torverhältnis von 36:38 schließt die TSG diese Hinserie auf Tabellenrang 12 ab - nur vier Punkte vor dem SC Freiburg auf Relegationsrang 16.

Der Hoffenheimer Spektakelfußball führte in der Tabelle nicht zur gewünschten Sicherheit. Und dennoch: Es ist eine andere TSG als noch in der letzten Saison, in der Markus Gisdol, der vierte Trainer in zwölf Monaten, erst in der Relegation die schlimme Runde noch retten konnte. Besonders die Hoffenheimer Heimspiele sind nun tor- und ereignisreich und ein Spektakel für die Zuschauer. Trainer Gisdol lässt nach vorne spielen, dort hat die Mannschaft großes Potenzial.

Offensive um Volland und Co. als Prunkstück

Vor allem Kevin Volland überzeugte im System mir vier Offensivspielern mit vielen Freiheiten. Der Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft erzielte sieben Treffer, eines mehr als in der gesamten vergangenen Runde. Zusammen mit den Zugängen Anthony Modeste und Tarik Elyounoussi sowie dem Dribbler Roberto Firmino sind die Hoffenheimer im Angriff von gegnerischen Abwehrreihen nie ganz auszuschalten. Als dem Franzosen Modeste und dem Norweger Elyounoussi nach starkem Beginn die Kräfte ausgingen, überzeugten offensiv auch Sven Schipplock und Kai Herdling.

Trainer Markus Gisdol überzeugt durch Geradlinigkeit, er blieb seinen Vorsätzen treu, ließ offensiven Fußball spielen und setzte auf eigene Talente. Vor allem Innenverteidiger Niklas Süle machte einen großen Leistungssprung und überzeugte vor allem am Ende der Vorrunde.

Noch einige Baustellen für Gisdol

Aber auch Spieler wie Linksverteidiger Jeremy Toljan oder Mittelfeldspieler Tobias Strobl unterstrichen bei ihren Einsätzen ihre Erstliga- und Stammplatzambitionen. Vor dem Saisonstart hatte Gisdol mit der ihm eigenen Konsequenz alte Kräfte wie Torwart Tim Wiese, Innenverteidiger Matthieu Delpierre, Linksverteidiger Edson Braafheid, Mittelfeldspieler Tobias Weis oder Stürmer Eren Derdiyok ausgemustert.

Im Tor setzte er zunächst auf den Belgier Koen Casteels, der aber nicht überzeugte und als Nummer 1 zum Ende der Vorrunde von Jens Grahl abgelöst wurde. Nicht nur auf dem Torhüterposten sucht Gisdol aber noch nach der richtigen Besetzung. Im zentralen defensiven Mittelfeld konnte sich einzig Eugen Polanski als Stammkraft durchsetzen, Sebastian Rudy wirkt weiter unbeständig und Sejad Salihovic musste teilweise auf der linken Verteidigerposition aushelfen.

Fehlende Balance zwischen Angriff und Abwehr

Immer wieder schaffte es die junge Mannschaft nicht, einen Vorsprung ins Ziel zu retten. Höhepunkt in dieser Beziehung war dabei ein für die Zuschauer unterhaltsames 4:4 am 14. Spieltag gegen Werder Bremen nach zweimaligem Zwei-Tore-Vorsprung. Auch das wohl kurioseste Tor der Saison fiel in Hoffenheim, als am 9. Spieltag Leverkusens Stürmer Stefan Kießling den Ball neben das Tor köpfte, die Kugel aber durch ein Loch im Netz irgendwie ins Tor kam und der Schiedsrichter auf Tor entschied.

Noch fehlt der Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim die Reife, um souverän in 90 Minuten und über eine ganze Vorrunde zu agieren. Die Balance zwischen Angriffswucht und Abwehrdisziplin zu finden, ist in Hoffenheim die große Aufgabe für die Rückrunde.

Tobias Schächter

TOPS

  • Gute Offensive: Nur die Champions-League-Finalisten FC Bayern und Borussia Dortmund erzielten mehr Tore als Hoffenheim (36).

  • Eiskalt im Abschluss: Hoffenheim ist das effektivste Team der Liga: Durchschnittlich benötigte man nur sechs Torschüsse für ein Tor.

  • Die erfolgreichsten Abwehrspieler der Liga: Die Verteidiger von Hoffenheim erzielten die meisten Tore ligaweit (acht).

  • Die Flanken sind eine echte Waffe: Hoffenheim traf am häufigsten im Anschluss an eine Flanke (acht Mal).

  • Herausragende erste halbe Stunde: Hoffenheim traf von allen Teams am häufigsten in den ersten 30 Minuten der Spiele (13 Mal).

FLOPS

  • Schwächste Defensive der Liga: Kein Team kassierte mehr Gegentore als Hoffenheim (38, wie der HSV).

  • Anfällig für Jokergegentore: Kein Team kassierte mehr Gegentore durch Einwechselspieler als Hoffenheim (sechs).

  • Bei Standards brennt es lichterloh: Hoffenheim ist die anfälligste Mannschaft bei ruhenden Bällen, 14 Mal führte eine Standardsituation zu einem Gegentor.

  • Körperbetonte Spielweise: Hoffenheim foulte am häufigsten (321 Mal).

  • Im Passspiel ungenau: Nur Braunschweig und Bremen haben eine höhere Fehlpassquote als Hoffenheim (28 Prozent).

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