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Emotionaler Neustart für die "Eisernen"

Er zeigt jetzt am Spielfeldrand, wohin es für Union Berlin geht: Norbert Düwel hat Uwe Neuhaus als Trainer abgelöst

Union-Urgestein Torsten Mattuschka (l.) hat die Kapitänsbinde an Damir Kreilach weitergegeben

Mit diesem Kader stellt sich Union den Herausforderungen der neuen Spielzeit - vom Aufstieg spricht diesmal (fast) keiner im Umfeld der Köpenicker

Berlin – Aufstieg angestrebt, im grauen Mittelfeld gelandet: Für den 1. FC Union Berlin war die vergangene Saison eine Enttäuschung. Die Konsequenz: Trainer Uwe Neuhaus musste gehen, für den anstehenden Umbruch holten die "Eisernen" mit Norbert Düwel ein unbeschriebenes Blatt nach Berlin-Köpenick.

Ein "mentaler und emotionaler Neustart" sei im sportlichen Bereich notwendig, begründete Union-Präsident Dirk Zingler den Trainerwechsel. Der neue Coach Norbert Düwel muss nun zunächst den Umbruch meistern, ein erneutes Mitmischen im Kampf um den Aufstieg steht erstmal nicht auf der Tagesordnung.

Konsolidierung nach turbulenten Jahren

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Doch groß grämen brauchen sich die Union-Fans nicht. Die "Eisernen" erleben aktuell wohl die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte - und die stabilste. War der Verein zu DDR-Zeiten eine typische Fahrstuhlmannschaft und pendelte zwischen 1. und 2. Liga, wurde es nach der Wende richtig turbulent: Lizenzentzug, drohender Bankrott, aufsehenerregende Fanaktionen zur Rettung des Vereins, zwischendurch auch mal Erfolge wie das Erreichen des DFB-Pokalfinales 2001 und die anschließende Teilnahme am UEFA-Pokal – als Drittligist.

Doch seit 2008 konnte unter Präsident Dirk Zingler Schritt für Schritt eine Konsolidierung der Vereinsfinanzen erreicht werden, damit einhergehend der Ausbau des Stadions an der Alten Försterei in Eigenregie und vor allem die stetige Verbesserung auf sportlicher Ebene. Als erster Meister der neuen 3. Liga stiegen die Köpenicker in die 2. Bundesliga auf. Dort verbesserte sich Union Jahr um Jahr – mit Ausnahme der vergangenen Saison, als man eigentlich die Aufstiegsplätze angepeilt hatte.

Junge Neuzugänge und hauseigene Talente

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Womöglich lag der Misserfolg am insgesamt überalterten Kader der "Eisernen", zuletzt wohl der älteste der Liga. Das ganz große Spielerkarussell haben sie an der Alten Försterei für den Umbruch aber nicht angeworfen. Die eigentlich schon ausgemusterten Baris Özbek und Adam Nemec durften bleiben. Von den fünf Abgängen Jan Glinker, Christian Stuff, Simon Terodde, Patrick Kohlmann und Marc Pfertzel fungierten 2013/14 nur die beiden Letztgenannten als Stammspieler. Bis auf Terodde waren alle schon jenseits der 30. Von den bislang vier Neuzugängen ist keiner über 27, zudem will Düwel verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Lediglich beim von Rapid Wien gekommen Außenbahnspieler Christopher Trimmel kann man fest davon ausgehen, dass er gleich zu Saisonbeginn in der Startelf stehen wird. Sein neuer Coach ernannte den 27-Jährigen Österreicher gleich zum Vize-Kapitän. Innenverteidiger Toni Leistner feierte erst vergangene Saison seinen Durchbruch in der 2. Bundesliga – allerdings bei Absteiger Dynamo Dresden. Der 23-Jährige soll den Druck auf die arrivierten Kräfte Fabian Schönheim, Roberto Puncec und Mario Eggimann erhöhen. Gleiches gilt für Keeper Mohamed Amsif, der sich ein enges Rennen mit der bisherigen Nummer 1 Daniel Haas lieferte, zunächst aber wohl doch die Nummer 1b sein dürfte.

Wie Amsif kam auch Bajram Nebihi vom FC Augsburg zu Union. Der Angreifer war allerdings nur für die 2. Mannschaft des FCA aktiv und dürfte auch beim FCU noch Zeit brauchen. Eher ist zu erwarten, dass die Köpenicker in diesem Mannschaftsteil auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv werden. Außerdem wird Youngster Steven Skrzybski ein großer Schritt zugetraut. Der 21-Jährige aus der Talentschmiede der "Eisernen" gab schon mit 18 sein Zweitligadebüt und wurde in den vergangenen Spielzeiten immer näher herangeführt. Skrzybski darf sich genauso wie das 20-jährige Mittelfeldtalent Björn Jopek Hoffnungen auf einen Platz in der ersten Elf machen. Auch von dem 19-jährigen Eroll Zejnullahu wird viel erwartet.

Neuer Trainer, neuer Kapitän

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Der wohl wichtigste Neuzugang des 1. FC Union indes steht nicht auf dem Platz. Neuhaus-Nachfolger Norbert Düwel muss auf seiner ersten Station als Cheftrainer beweisen, dass er es auch als Hauptverantwortlicher kann. Der 46-Jährige war als Aktiver nie Profi, machte seine Trainerlizenz in der Schweiz und seine klangvollsten Stationen heißen Manchester United und Hannover 96. Bei den Engländern war der gebürtige Altöttinger als Scout und Analyst tätig, bei den Niedersachsen als Co-Trainer. Es liegt auf der Hand, dass seine Verpflichtung ein gewisses Risiko, aber auch eine große Chance darstellt.

In der Saisonvorbereitung hat Düwel schon mal bewiesen, dass er keine Scheu vor dem Schleifen von lebenden Denkmälern hat: Union-Urgestein und -Publikumsliebling Torsten Mattuschka verlor nach vier Jahren die Kapitänsbinde. Neuer Spielführer ist der Kroate Damir Kreilach. Und auch beim Spielsystem deutet sich eine Neuerung an: Unter Neuhaus hieß es entweder 4-4-2 oder 4-2-3-1, die Konstante aber war die Viererkette in der Abwehr. Unter Düwel könnte es nun ein 3-5-2 werden. Nicht nur wegen dieser Änderung fällt eine Prognose für die Saison des FCU schwer. Aber ein gesicherter Mittelfeldplatz dürfte trotz Umbruchs allemal herausspringen.

André Anchuelo

 Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Union gewann 13/14 nur eines der letzten zwölf Spiele, blieb dabei in den letzten sechs Partien sieglos.
  • Nur Kaiserslautern hatte in der letzten Saison mehr Ballbesitz als Union (55 Prozent).
  • Torsten Mattuschka war 13/14 der Topscorer der 2. Bundesliga (24 Torbeteiligungen).
  • Nur Kaiserslautern ließ in der letzten Saison weniger Gegentore nach Flanken zu (drei) als Union (vier).
  • Einzig Dresden machte 13/14 mehr schwere Fehler vor Gegentoren (sieben) als Union (sechs).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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