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Umbruch statt Aufstieg

Union Berlin war mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet. Die schlechten Leistungen im letzten Saisondrittel ließen diese Träume platzen (© Imago)

Berlin - Anders als in der Vorsaison leisteten sich die Eisernen nicht einmal einen Fehlstart. Stattdessen hieß es nach sieben Partien: Spitzenreiter! Danach ging es kurz runter, doch vom 11. bis 13. Spieltag rangierte Union auf Platz 2.

Es folgte allerdings ein dunkelgrauer November (der sich bis in den Dezember hineinzog) - mit Niederlagen gegen Köln, Kaiserslautern, Aalen und München. Damit hatte das Team von Uwe Neuhaus vorerst seine gute Ausgangsposition verspielt und war zur Halbzeit der Saison auf Platz 7 abgerutscht. Allerdings war immer noch alles drin, betrug der Rückstand auf Rang 3 doch lediglich drei Punkte.

In die Rückrunde starteten die Köpenicker mit fünf Partien ohne Niederlage und kletterten noch einmal hoch auf Platz 4. Punktgleich mit dem drittplatzierten KSC, nur einen Zähler hinter Fürth auf Rang 2. Was dann allerdings passierte, ist kaum begreiflich: Das große Ziel vor Augen begann die große Flatter. In den restlichen zwölf Partien, immerhin mehr als ein Drittel der Gesamtsaison, gelang nur noch ein Sieg (gegen Schlusslicht Cottbus).

Union überall schlechter

Die Mannschaft verspielte innerhalb weniger Wochen alle Ambitionen. In der Rückrundentabelle steht gar ein häßlicher 14. Platz. Das zwischenzeitlich auch offiziell verkündete Ziel, in die Bundesliga aufzusteigen, war deutlich verfehlt worden. Selbst das zu Saisonbeginn vorsichtig ausgebene Ziel, sich weiter verbessern zu wollen, ist deutlich verfehlt worden. Egal, ob man den Tabellenplatz, die Punktezahl oder die erzielten Tore nimmt - überall ist Union schlechter und nicht besser geworden.

Die Ursachen für die Misere sind schwer zu ergründen. Mal war es wohl die eine oder andere falsche Aufstellung, meist aber vor allem eine falsche Einstellung. Für beides ist in letzter Instanz der Cheftrainer verantwortlich. Der hieß beim 1. FC Union seit 2007 Uwe Neuhaus und war damit inzwischen der dienstälteste Coach im deutschen Profifußball.

Trennung von Neuhaus

Trotz der siebenjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Neuhaus und Präsident Dirk Zingler mit dem Höhepunkt des Zweitligaaufstiegs 2009 - die Ende April verkündete Trennung von Neuhaus war irgendwie folgerichtig. Obwohl der Verein den Vertrag mit dem früheren Wattenscheider Bundesligaspieler erst im November bis 2016 verlängert hatte.

In Ermangelung eines klassischen Sportdirektors fiel auch die Zusammenstellung der Mannschaft weitgehend in den Verantwortungsbereich von Uwe Neuhaus. Der hatte im Sommer auf die Verpflichtung erfahrener Kräfte wie Sören Brandy, Benjamin Köhler, Martin Dausch, Damir Kreilach und Mario Eggimann gesetzt.

Außer Eggimann, der viel mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war keiner dieser Spieler eine echte Enttäuschung. Doch in letzter Konsequenz standen die Leistungen in keinem guten Verhältnis zu dem, was angesichts der Gehälter für etablierte Kräfte zu erwarten ist. Zumal bei Union schon zuvor nicht gerade der Jugendwahn ausgebrochen war.

"Mentaler und emotionaler Neustart"

Nun sind die Ziele mit einer positiv gesprochen erfahrenenen, negativ formuliert überalterten und überteuerten Mannschaft deutlich verfehlt worden. Folglich ist in Berlin-Köpenick nun Umbruch statt Aufstieg angesagt - ein Unterfangen, für das die Vereinsführung nun nicht mehr auf Neuhaus setzen wollte. Für eine erfolgreiche Arbeit in der kommenden Saison sei "ein mentaler und emotionaler Neustart im sportlichen Bereich notwendig", erklärte Präsident Zingler. "Ein personeller Wechsel auf der Cheftrainerposition bietet die Chance für einen solchen Neustart."

Mit Neuhaus wurden am letzten Spieltag bereits Jan Glinker, Christian Stuff, Patrick Kohlmann und Marc Pfertzel verabschiedet, deren Verträge ausgelaufen waren. Darüber hinaus hatten bereits im April Baris Özbek und Adam Nemec gesagt bekommen, dass sie sich einen neuen Verein suchen sollen. Nun müssen in allen Mannschaftsteilen neue Akteure her.

Andre Anchuelo

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