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Untypisch beständig: Köln kehrt zurück

Der Erfolgscoach: Peter Stöger holte sich nach der österreichischen nun die deutsche Zweitliga-Meisterschaft

Köln - So ruhig war es schon lange nicht mehr in Köln. Der 1. FC Köln schrieb in dieser Saison nahezu ausschließlich sportliche Schlagzeilen, wenn man einmal davon absieht, dass dem Maskottchen des Vereins ebenfalls ein Umzug bevorsteht. Denn im August verlässt Geißbock Hennes VIII sein Gehege auf dem Bauernhof in Köln-Widdersdorf, um angemessen in seiner eigenen "Villa", so FC-Vizepräsident Toni Schumacher, im Kölner Zoo zu residieren. Auch sein Single-Dasein hat dann ein Ende. Zwei Ziegen werden mit einziehen.

Die positiven Nachrichten rund um den 1. FC Köln reißen also nicht ab. Es war ein richtig gutes Jahr ohne die Spur von Streit, Skandalen oder Turbulenzen, wie sie der FC in den letzten Jahrzehnten so oft hatte verkraften müssen. Die handelnden Personen machen frei von persönlichen Eitelkeiten einen tollen Job zum Wohle des Clubs, der sich fest vorgenommen hat, dass der fünfte Aufstieg in die Bundesliga auch der letzte gewesen sein soll.

Der Jugend eine Chance

Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht. Zwar drücken den 1. FC Köln noch immer nicht unerhebliche Verbindlichkeiten, doch der Weg der Konsolidierung ist eingeschlagen. In der Bundesliga sollen die Schulden abgebaut werden, bei optimalem Verlauf könnte dies innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre gelingen, glaubt Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Der Kurswechsel der Vereinsführung vor zwei Jahren zahlt sich aus. Während nach dem letzten Aufstieg noch vermehrt auf die Dienste von Altstars, die ihren Zenit bereits überschritten hatten (wie etwa die Portugiesen Petit oder Maniche), gesetzt wurde oder ein Lukas Podolski zurückgeholt wurde, legte der Vorstand um Präsident Werner Spinner diesmal Wert darauf, der eigenen Jugend eine Chance zu geben. Der Star sollte die Mannschaft werden, und das wurde sie auch.

Mit Timo Horn, Marcel Risse, Thomas Kessler und Patrick Helmes stehen vier gebürtige Kölner in der Stammelf bzw. im Kader, aus den eigenen Nachwuchsmannschaften schafften zudem Jonas Hector, Adam Matuschyk und Yannick Gerhardt den Sprung zu den Profis und regelmäßig auf den Rasen des RheinEnergieStadions. Die Fans identifizieren sich mit der Mannschaft, die vom besonnenen Österreicher Peter Stöger trainiert wird.

Stögers Bollwerk für den Titel

Stöger setzte gegen den Trend auf ein System mit zwei Angreifern, auf Ballbesitz und eine starke Defensive. So war es vor allem der kaum zu knackende Abwehrverbund, der Punkte garantierte. Nur 20 Gegentore kassierte der FC (neuer Rekord der 2. Bundesliga). 17 Mal spielte Köln zu Null, nur drei Mal gab es zwei Gegentore. Die alte Fußballweisheit, nach der die Abwehr Titel gewinnt, traf wieder einmal zu.

In der Offensive blieben die Kölner trotz ihres überdurchschnittlichen Sturmduos mit Patrick Helmes (zwölf Tore, sechs Assists) und Anthony Ujah (elf Tore, drei Vorlagen) etwas hinter den Erwartungen zurück. Immerhin neun Mal und damit mehr als in jedem vierten Spiel blieb die Geißbock-Elf auch ohne eigenen Torerfolg. Doch dies fiel nicht entscheidend ins Gewicht.

Kein Sieg gegen die direkte Konkurrenz

Der 1. FC Köln war die beste Mannschaft der 2. Bundesliga, holte die meisten Siege (19), kassierte die wenigsten Niederlagen (vier) und holte mit 68 Punkten so viele Zähler wie kein FC-Team zuvor. Die Kölner waren die beste Heim- und Auswärtsmannschaft. Zu bemängeln blieb höchstens, dass die Rheinländer in den Duellen gegen die stärksten direkten Konkurrenten Paderborn (0:1, 1:1), Fürth (1:1, 0:0) und Kaiserslautern (0:0, 0:0) in sechs Spielen ohne eigenen Dreier blieb und dabei auch nur zwei Tore zustande brachte.

Das lässt erahnen, dass die Bundesliga bei weitem kein Selbstläufer werden wird. Bei aller Euphorie der Fans tun die Verantwortlichen gut daran, mit der alleinigen Zielvorgabe Klassenerhalt in die kommende Saison zu gehen. Personell muss die Truppe noch in allen Mannschaftsbereichen, insbesondere auf den Außenpositionen und in der Offensive verstärkt werden.

Ein Anfang ist bereits gemacht: Der zuvor für Red Bull Salzburg spielende Slowake Dusan Pento wurde gerade als Neuzugang präsentiert. Er ist fürs linke Mittelfeld oder als linker Außenverteidiger eingeplant. Weitere Transfers werden folgen.

Tobias Gonscherowski

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