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Ambitionierter Aufsteiger

Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer mit der Meistertrophäe der 3. Liga. Gibt es in diesem Jahr erneut Grund zum Feiern?

Der Erfolg Heidenheims beruht vor allem auf der Arbeit von Frank Schmidt (l.), der hier von Peter Frymuth und Helmut Sandrock (r.) vom DFB die Auszeichnung zum Trainer des Jahres überreicht bekommt

Weitere Väter des Erfolgs: Heidenheims Präsident Klaus Mayer (l.) und Manager Holger Sanwald (© imago)

Heidenheim - Manchmal kann Frank Schmidt selbst nicht glauben, welche Euphorie er und sein 1. FC Heidenheim ausgelöst haben. "Noch 2007 konnte man als Spieler oder Trainer durch die Fußgängerzone gehen und niemand hat einen erkannt", erinnert sich der Erfolgstrainer, der seinen Vertrag jüngst bis 2010 verlängerte. Mit dem FCH stieg er als souveräner Drittliga-Meister in die 2. Bundesliga auf und will nun für Furore sorgen.

In Heidenheim ist das Fußballfieber ausgebrochen. In der Kleinstadt, die nicht einmal 50.000 Einwohner zählt, strömten in der vergangenen Drittliga-Saison nicht weniger als 8.676 Fans im Schnitt zu den Heimspielen - nur RB Leipzig und die beiden ehemaligen Bundesligisten aus Duisburg und Rostock konnten noch bessere Zahlen aufweisen. Schon 6.000 Dauerkarten sind für die kommende Saison verkauft, die 13.000 Zuschauer fassende Arena wird wohl viele Male ausverkauft sein. "Den Schwung wollen wir schon herüberretten, da braucht man als Trainer aber gar nicht nachzuhelfen", sagt Frank Schmidt im Interview mit bundesliga.de.

Kometenhafter Aufstieg

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Noch 2004 spielte Heidenheim in der Verbandsliga - unter dem traditionellen Namen Heidenheimer Sport Bund. 2007 spaltete sich die Fußballabteilung ab und gab sich den Namen 1. FC Heidenheim (zur Vereinshistorie). Von nun an ging es stetig bergauf. Nach vier Jahren in der Oberliga gelang in der Saison 2008/2009 der Durchmarsch in die 3. Liga. Doch die war nur ein Intermezzo. Nachdem man im dritten Jahr nur knapp am Aufstieg gescheitert war, gelang nun der Sprung in die 2. Bundesliga.

Hungrig mit Entwicklungspotential

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Manager Holger Sanwald und Trainer Schmidt sind zuversichtlich, dass die Neuzugänge (Foto) sich als die erhofften Verstärkungen erweisen. Das Anforderungsprofil "junger hungriger Spieler mit Entwicklungspotenzial" erfüllen bis auf Keeper Jan Zimmermann (29) alle: Angreifer Smail Morabit (26) kam aus dem Regionalligakader des VfL Bochum, Robert Leipertz (21) aus dem von Schalke 04. Mittelfeldmann Philipp Riese (24, Bielefeld) und Rückkehrer Kevin Kraus (21, Fürth) kamen aus der 2. Bundesliga, Linksaußen Manuel Janzer (22) vom Nachwuchs des VfB Stuttgart. Dort wurde auch Michael Vitzthum (22) ausgebildet, der es beim KSC in der vergangenen Saison auf 12 Einsätze brachte (ein Tor). Viel versprechen sich die FCH-Bosse auch von Adriano Grimaldi (23), der elf Mal für Osnabrück traf.

Schmidt - der Vater des Aufstiegs

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Sanwald und Schmidt (Foto, v.r.) sind auch die beiden Männer, die für die Erfolge der jüngsten Zeit verantwortlich sind: Der Coach, der durch die Dokumentation "Trainer" von Filmemacher Aljoscha Pause überregional bekannt wurde, ist seit 2007 im Amt. Unter seiner Ägide ging es kontinuierlich bergauf. Noch in der Vorsaison scheiterte der FCH denkbar knapp im Saisonfinish, 2013/2014 war dem Team von der Ostalb der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. 79 Punkte hatte der FCH am Ende - bei nur 25 Gegentreffern und fünf Niederlagen in 38 Spielen. 

Schmidt legt Wert auf eine geschlossene Mannschaftsleistung, gesteht aber vor allem den Offensivspielern Freiheiten zu. Zum Beispiel Marc Schnatterer, dem unumstrittenen Chef der jungen Elf. Obwohl der 28-Jährige in den vergangenen Jahren einige gute Angebote prominenter Vereine hatte, blieb er dem FCH treu und sieht sich durch den Aufstieg belohnt: "Es war die absolut richtige Entscheidung, zu bleiben."

Christoph Ruf

 Top-Fakten, Stärken, Schwächen:

  • Obwohl die Heidenheimer die erste Saison in der 3. Liga verpasst haben (erst ab 2009 waren sie dabei), sind sie der Spitzenreiter der ewigen Tabelle der 3. Liga (vor Erfurt).
  • Den Aufstieg hatte Heidenheim vor allem der Defensive zu verdanken: Nur 25 Gegentore ließ man in 38 Spielen zu (so wenige wie kein anderes Team), in 21 Spielen stand die Null.
  • Heidenheim kassierte 2013/14 die wenigsten Karten in der 3. Liga.
  • Heidenheim hat im Kader für fast alle Positionen gleichwertige Alternativen. Es war also kein Zufall, dass in der 3. Liga 13/14 die Joker von Heidenheim am häufigsten stachen (neun Mal).
  • Wichtigster Spieler ist Kapitän Marc Schnatterer. Er ist der einzige Spieler in der Geschichte der 3. Liga, der an über 100 Toren beteiligt war. In 176 Spielen sammelte er 108 Scorer-Punkte (57 Tore, 51 Assists).

Die Vorschauen der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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